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Wismar Ausverkaufte Halle beim Handballfest in Neukloster
Mecklenburg Wismar

Ausverkaufte Halle beim Handballfest in Neukloster

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06:00 18.01.2020
Mannschaftsbild mit den Männerteams vom VfL Bau-Weiß Neukloster und HSV Hamburg. Quelle: Heiko Hoffmann
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Neukloster

Parallel zur laufenden Handball-Europameisterschaft der Männer wurde in Neukloster ein Handballfest gezündet. Der VfL Blau-Weiß hatte am Freitag in die Stadthalle eingeladen. Mit 400 Zuschauern war die Halle ausverkauft, die Stimmung war bestens.

Haben das Handballfest in Neukloster organisiert: Spieler und Abteilungsleiter Stefan Ahrens (l.) und Spielertrainer Ole Steinhagen. Quelle: Heiko Hoffmann

„Wir hätten auch die doppelte Anzahl an Karten verkaufen können, aber mehr Leute gehen nun mal nicht rein. Zum Schluss hätten wir auch Karten für 40 statt für acht Euro verkaufen können“, so Stefan Ahrens (34), Abteilungsleiter Handball und Spieler beim VfL. Er hatte zusammen mit Spielertrainer Ole Steinhagen (37) das Sportevent organisiert.

Fotos von den Spielen der Frauen- und Männerteams vor 400 Zuschauern.

Eigentlich sollte das Handballfest schon im letzten Jahr im Rahmen der 800-Jahr-Feier von Neukloster steigen. Doch das hatte aus organisatorischen Gründen nicht geklappt. Denn der VfL wollte namhafte Gegner. So wurden die Männerteams von Erstligist SG Flensburg-Handewitt sowie die beiden Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau und HSV Hamburg angeschrieben.

Der Handball Sport Verein Hamburg sagte zu und so wurde über Wochen das Handballfest organisiert. Die Sportart zählt in der Stadt am Neuklostersee seit vielen Jahren zu den Aushängeschildern. Entsprechend groß war die Vorfreude.

Die Frauen machen den Anfang

Saskia Fischer vom VfL Blau-Weiß Neukloster läuft einen Konter. Quelle: Heiko Hoffmann

In der ersten Partie trafen die Neuklosteraner Frauen (Landesliga) auf die favorisierten Damen von Grün-Weiß Schwerin (Oberliga Ostsee-Spree). Vor der tollen Kulisse zu spielen, beflügelte beide Mannschaften. Am Ende verlor der VfL 23:43. VfL-Spielertrainerin Aline Arnold: „Wir waren schon aufgeregt, aber es war so schön, vor so vielen Leuten zu spielen. Das macht einfach Spaß. Ich bin stolz auf meine Mädels.“ Auch wenn Aline Arnold ein paar technische Fehler zu viel sah.

Schon am nächsten Sonnabend, 25. Januar, kommen die Zuschauer erneut auf ihre Kosten. Dann treffen die VfL-Frauen in der Landesliga auf Spitzenreiter TSG Wismar. Anwurf in der Stadthalle ist um 15 Uhr.

Ex-Nationalspieler ist der Trainer

Höhepunkt des Handballfestes war dann die Abendpartie zwischen den Männern aus Neukloster (Verbandsliga, 6. Platz) und dem HSV Hamburg (2. Bundesliga, 9. Platz). Trainer beim HSV ist der frühere Nationalspieler Torsten „Toto“ Jansen.

Im Team der Hamburger spielen auch der frühere kroatische Nationalspieler Blaženko Lacković (39, Olympiasieger 2004, Weltmeister 2003) sowie Dominik Axmann (20), dessen Eltern bei der TSG Wismar mit dem Handball begonnen hatten. Mutter Heike (geborene Dombrowski) wurde 1993 Handball-Weltmeisterin. „Das Spiel ist schon etwas Besonderes für mich, weil hier in der Region meine Eltern ihre Handballkarriere begonnen haben“, meinte der 20-Jährige vor dem Anwurf.

Der HSV nutzte das Spiel, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Und sie machten das, was Trainer Toto Jansen vorgab: „Wir wollen konzentriert spielen und den Zuschauern etwas bieten.“

Neukloster legt vor

Patrick Kusserow erzielte mit einem Kontertor die umjubelte 1:0-Führung für Neukloster. Quelle: Heiko Hoffmann

Doch das erste Tor erzielte Neukloster. Patrick Kusserow vollendete einen Konter zur umjubelten Führung. Dreimal konnte der VfL in den ersten Minuten in Führung gehen. Dann drehte der HSV auf. Der Stimmung auf den Rängen tat das keinen Abbruch. Einen Sonderapplaus heimste Emma Passow ein. Das Mädchen aus der D-Jugend des VfL versenkte einen Siebenmeter. Auf diese tolle Geste hatten sich beide Teams verständigt. Weitere Mädchen und Jungen des VfL kamen so zum Tor.

Beim Stand von 8:30 wurden die Seiten gewechselt. In der Pause boten die Karnevalisten vom UNCC für Unterhaltung. Spielertrainer Ole Steinhagen kam guter Dinge aus der Kabine. „Wir haben Spaß, beide Mannschaften gehen fair miteinander um.“ Die Anstrengungen der letzten Wochen mit der aufwändigen Vorbereitung haben sich gelohnt. „So eine geile Geschichte gab es hier noch nicht und wird es wohl auch so schnell nicht wieder gegen“, so Steinhagen, der seit seinem 12. Lebensjahr in Neukloster Handball spielt.

Vater spielt mit Söhnen

Sportliche Familie: Andreas Richert spielt mit seinen Söhnen Marc, Rico und Manuel beim VfL Neukloster. Quelle: Heiko Hoffmann

Eine schöne Geschichte des Spiels war, dass VfL-Spieler Andreas Richert (50) zusammen mit seinen Söhnen Marc, Rico und Manuel auf der Platte stand. „Man sieht natürlich den Unterschied zm HSV, aber wir geben alles“, so Andreas Richert, der auf der Tribüne von seinem Zwillingsbruder Axel angefeuert wurde.

Der HSV setzt sich souverän mit 53:15 durch. Doch das schönste Tor gelang in der 56. Minute VfL-Routinier Stefan Ahrens. Der Linksaußen setzt zum Dreher an und warf das 15. Tor für den VfL.

Nach dem Schlusspfiff gab es herzliche Umarmungen, gemeinsame Fotos mit Zuschauern und Autogramme. Beide Mannschaften trafen sich zum gemeinsamen Essen. Beim Bierchen wurde gefachsimpelt, wie das Spiel Deutschland gegen Kroatien am Sonnabend bei der Handball-EM wohl ausgeht.

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Von Heiko Hoffmann

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