Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Bad Kleinen: Mega-Projekt der Bahn
Mecklenburg Wismar Bad Kleinen: Mega-Projekt der Bahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 28.08.2017
Imposant: Ein Teil der neuen Fußgängerüberführung am Bahnhof Bad Kleinen wurde am Sonnabend montiert. Sie wird einmal 70 Meter lang sein. Quelle: Heiko Hoffmann
Anzeige
Bad Kleinen

Ab jetzt wird Bad Kleinen anders aussehen. Der Umbau des Bahnhofs – ein Mega- Projekt der Deutschen Bahn – macht derzeit riesige Fortschritte. Am Wochenende wurden erste Teile der neuen 70 Meter langen Fußgängerüberführung mithilfe eines Krans auf die Stützen gesetzt – spektakuläre Szenen für die Arbeiter auf der Baustelle und Schaulustige. Die bunt-verglaste Brücke ist allerdings nur ein Teil der umfangreichen Umbauarbeiten an dem wichtigen Knotenpunkt der Bahn in Westmecklenburg. Für rund 30 Millionen Euro werden seit Ende vergangenen Jahres unter anderem Aufzüge, Bahnsteige, Gleise, Weichen, Oberleitungen erneuert.

Ein Teil der neuen Fußgängerüberführung am Bahnhof Bad Kleinen (Kreis Nordwestmecklenburg) wurde am Sonnabend mit einem Kran auf die Träger gesetzt. Die Brücke soll einmal 70 Meter lang sein und die alten Tunnel ersetzen.

Kundenfreundlich und vor allem barrierefrei soll der Bahnhof künftig sein. „Innerhalb des Tunnels mussten Reisende sogar Treppen steigen. Das fällt nun weg“, sagt Andreas Kruse, der zuständige Projektleiter der Deutschen Bahn für den Umbau in Bad Kleinen.

1,6 Zentimeter dickes Glas

Überall auf der etwa zwei Kilometer langen Mega-Baustelle wird zurzeit gearbeitet. Was jetzt unter anderem schon zu sehen ist: neue Oberleitungen, Gleise, Fundamente für Bahnsteige und eben die neue Fußgängerüberführung. „Das ist das Schmuckstück des neuen Bahnhofs. Das Glas hat einen tollen Farbverlauf“, findet Andreas Kruse. Gelb, orange bis blau schimmern die Scheiben. „Das Glas ist 1,6 Zentimeter dick. Denn es muss auch stärkeren Windverhältnissen mal standhalten können“, erklärt der Bahn-Projektleiter.

Dazu wird es einen Aufzug geben, in den auch Fahrräder hineinpassen. „Das Ein- und Aussteigen wird also viel einfacher.“

Gleis 3 ist 210 Meter lang

Wo einmal das neue Gleis 3 sein wird, ist jetzt schon gut zu sehen: Die Gleisbauer einer Berliner Firma sind derzeit dabei, die einzelnen Fundamentfertigteile für die Bahnsteigkante zu setzen. „Da kommt es auf jeden Millimeter an“, betont Andreas Kruse. Sonst könne es passieren, dass die Züge mit der Seite an den Bahnsteig schrammen. Damit die einzelnen Teile nicht verrücken, setzen die Gleisbauer Verbindungsplomben dazwischen. Denn letztendlich dürfen zwischen Gleismitte und Bahnsteig nur 1,68 Meter Platz sein. Ende dieser Wochen wollen die Gleisbauer mit der Arbeit daran fertig sein. Dann folgen die nächsten Schritte, unter anderem wird noch Schotter aufgetragen.

Ist das Gleis 3 einmal fertig gebaut, wird es ganze 210 Meter lang sein – lang genug für Fernverkehrszüge. Ob diese dann auch dort halten werden, ist allerdings noch unklar. „Möglich wäre es aber. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen“, sagt Kruse.

Anwohner werden entschädigt

Die neuen Bahnsteige – das Gleis 1 wird 140 Meter lang sein – bekommen übrigens auch eine Überdachung. Zudem wird es ein Wetterhäuschen geben.

Dass es auf einer Baustelle dieser Größe auch mal laut werden kann, steht außer Frage. Immerhin rollen die Lkw fast im Minutentakt auf das Areal rauf und runter. „Wir haben dafür einen Lärmschutzbeauftragen im Einsatz“, sagt Andreas Kruse. Berechnet dieser, dass die Baustellengeräusche zu belastend für die Anwohner sind, werden sie finanziell entschädigt. „Einigen bieten wir in dieser Zeit auch Unterkünfte in Hotels an. Das wird allerdings nur wenig in Anspruch genommen.“ Die Menschen blieben lieber zu Hause, da sie sich auf die Bauarbeiten eingestellt haben.

Bahnhof bekommt Grünfläche

Auf dem Abschnitt, auf dem 15 Häuser – darunter die alte Lokhalle und ein Bunker – abgerissen wurden (die OZ berichtete), wird es künftig grün. „Dort werden wir niedrig wachsende Sträucher anpflanzen – auf Wunsch der Gemeinde“, betont Kruse. Denn: Die Sicht bis zum See soll nicht zuwachsen. Zwei riesige Flutlichtmasten stehen zudem derzeit noch auf dem Bahngelände. Auch für sie gilt: Sie kommen weg, genauso wie alte Tunnel, die zu den einstigen Gleisen führten. Sie werden nicht mehr gebraucht, aufgefüllt und verschwinden künftig.

Ab Anfang kommenden Jahres wird es für Reisende dann noch einmal etwas ungemütlicher: Zwischen dem 7. Januar und dem 14. April wird die Strecke zwischen Bad Kleinen und Schwerin voll gesperrt. Grund ist der Bau einer 410 Meter langen Moorbrücke bei Kronshof bei Lübstorf. Diese Maßnahme ist Teil des größten Bahn-Bauprojektes in MV – dort werden unter anderem Gleise und Stellwerk auf der Strecke zwischen Schwerin und Rostock erneuert.

30 Millionen Euro für den Umbau

30 Millionen Euro kostet der aufwendige Umbau des Bahnhofs in Bad Kleinen. Zehn Millionen Euro kosten Bahnsteige, Fußgängerbrücke, Aufzüge und dergleichen, 20 Millionen Euro fließen in Anlagen wie Gleise und Weichen.

Ende 2018 wird der Bahnhof vollständig in Betrieb genommen. Bis 2019 werden allerdings noch weitere Bauarbeiten durchgeführt. Mitte des Jahres sollen dann auch die komplett abgeschlossen sein.

Michaela Krohn

Mehr zum Thema

Die für den Personen- und Güterverkehr wichtige Nord-Süd-Hauptstrecke Rheintalbahn soll voraussichtlich erst am 7. Oktober wieder freigegeben werden.

22.08.2017

Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept der Deutschen Bahn reichen.

22.08.2017
Wirtschaft Weiterbau der Röhre geplant - Vorwürfe gegen Bahn nach Tunneleinbruch

Der Einbruch eines Tunnels in Rastatt wird für die Bahn immer mehr zur Belastung: Ein Experte kritisiert das Vorgehen des Unternehmens, andere fürchten einen Imageverlust für das Zugfahren. Die Kunden ziehen bereits ihre Schlüsse.

23.08.2017
Wismar GUTEN TAG LIEBE LESER Staunen beim Tapetenwechsel

Endspurt! Noch eine Woche Sommerferien. Dann ist für viele die schönste Zeit des Jahres vorbei. Immerhin, in den letzten Tagen hat der Sommer seinen Namen verdient.

28.08.2017
Wismar Hohen Wieschendorf Den Ostseewellen getrotzt

Beim 23. Schwimmen durch die Wismarbucht gewinnen die beiden Vorjahressieger

28.08.2017

Wandern für einen offeneren Umgang mit Depressionen

28.08.2017