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Wismar Bauvorhaben in Wismar: Diese zehn Projekte werden zuerst umgesetzt
Mecklenburg Wismar Bauvorhaben in Wismar: Diese zehn Projekte werden zuerst umgesetzt
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19:35 06.09.2019
Das Bahnprojekt in der Poeler Straße, bei dem sich Straße und Gleise nicht mehr kreuzen, steht auf Platz eins der Prioritätenliste. Quelle: Deutsche Bahn
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Wismar

Ganz oben auf der Prioritätenliste steht das Kreuzungsvorhaben in der Poeler Straße. Bahn und Autos sollen sich durch ein Trogbauwerk (kurzer Tunnel) nicht mehr kreuzen. Die vorbereitenden Arbeiten laufen, der eigentliche Baubeginn soll im Mai 2020 sein. Dann ist die Straße für mindestens ein Jahr komplett gesperrt. Einschließlich der Kreuzung Poeler Tor rechnet die Verwaltung mit einer Bauzeit bis 2023.

Bahn, Land und Stadt teilen sich zu je einem Drittel die Kosten. Auf die Stadt entfallen 17,5 Millionen Euro, nach Abzug der Förderung muss Wismar noch 2,3 Millionen Euro aufbringen.

132 Vorhaben auf der Liste

Auf der Prioritätenliste der Verwaltung stehen insgesamt 132 Vorhaben. Diese kosten nach jetzigem Stand rund 185 Millionen Euro. Etwa 80 Millionen Euro müsste die Stadt selbst aufbringen.

Für Investitionen der Stadt hat die Verwaltung eine Prioritätenliste erstellt.

Die Vorhaben reichen von Gewerbegebieten, Straßen, Schulen, kulturellen Einrichtungen, Sport bis zur Verwaltung im Rathaus. Es geht um zweistellige Millionensummen, aber auch um kleine Beiträge bis 300 Euro.

Bürgerschaft muss entscheiden

Doch alles auf einmal ist nicht machbar. Darum hat die Verwaltung eine Prioritätenliste erstellt. Die Bürgerschaft muss allerdings erst noch auf der Sitzung Ende September darüber abstimmen.

Prioritäten sind notwendig, „da in der Vergangenheit bei fast jeder Baumaßnahme eine Kostenerhöhung im Zuge der Ausschreibungs- und Vergabeverfahren festzustellen war und auch erneute Ausschreibungen zu keinen verbesserten Ergebnissen führten. Dies ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf die gute Konjunkturlage am Markt und somit auf die starke Nachfrage der Bau- und Handwerksunternehmen zurückzuführen“, begründet die Verwaltung die Liste.

Bei der Liste spielt eine Rolle, ob es sich um eine Pflicht- oder freiwillige Leistung handelt, ob damit schon angefangen wurde und wie wichtig die Stadt das Vorhaben wirtschaftlich und politisch einschätzt.

Die Plätze 2 bis 10

Platz zwei auf der Prioritätenliste nimmt die neue Werftstraße ein. Diese führt von der Kreuzung Lübsche Straße/Lidl-Markt durch die Gartenanlage zum Gelände von MV Werften und bis zum Gewerbegebiet West. Im Sommer 2020 sollen die Arbeiten beginnen, Kleingärten sind bereits stillgelegt. Über die neue Straße soll vor allem der Lieferverkehr für MV Werften abgewickelt werden, damit es auf den anderen Straßen nicht zum Verkehrskollaps kommt. Die Stadt rechnet mit Eigenmitteln von 2,8 Millionen Euro.

Auf Platz dreifolgt das Großgewerbegebiet Wismar-Kritzow. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Neue Gewerbeflächen sind laut Verwaltung dringend erforderlich, insbesondere für die Werft und Zulieferer. Gemeinsam mit der Gemeinde Hornstorf wird das Gebiet entwickelt, die Planung ist angelaufen. Kosten für die Stadt: 488 000 Euro.

Platz vier: die neue Grundschule an der Bürgermeister-Haupt-Straße. Das Fundament ist fertig, die ersten Wände stehen. Von den 9,6 Millionen Euro muss die Stadt 4,1 Millionen aufbringen.

Platz fünf: die Sport- und Mehrzweckhalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße. Die Halle ist bereits gesperrt, die Arbeiten sollen beginnen. Kosten: 6,9 Millionen Euro, davon 1,2 Millionen Eigenanteil. Die Halle aus dem Jahr 1970 muss brandschutztechnisch komplett saniert werden. Außerdem soll die Spielfläche erneuert werden.

Platz sechs: neue Gleise am Haffeld. Das Holzunternehmen Egger plant eine neue Leimfabrik.

Die Gleisanlagen am Haffeld sollen erweitert werden, damit die Unternehmen mehr auf den Transport per Schiene setzen können. Quelle: Heiko Hoffmann

Der Transport soll im großen Stil über den Bahnverkehr laufen. Die bestehende städtische Bahnanlage soll um drei Gleise erweitert werden. Kosten für die Stadt: 1,3 Millionen Euro.

Platz sieben: Abfertigung für Kreuzfahrtschiffe. Einige Teilvorhaben wie Zaun und Ausbaggerung sind fertig, jetzt fehlen noch der Dalbensteg als Verlängerung der Kai und das Abfertigungsgebäude. 2020 soll alles fertig sein. Kosten für die Stadt: 1,3 Millionen Euro.

Platz acht: Sporthalle am Friedenshof. Die alte Brechthalle befindet sich in einem desaströsen Zustand. Schon zweimal wurde die Komplettsanierung verschoben. Für den Schul- und Vereinssport ist sie unerlässlich. Eine Zuschauertribüne für 199 Plätze soll eingebaut werden. Kosten für die Stadt: 5 Millionen Euro.

Platz neun:Die Fritz-Reuter-Grundschule ist die letzte unsanierte Grundschule in Wismar. Das Vorhaben läuft. Kosten für die Stadt: 1,2 Millionen Euro. Parallel werden ein neues Hortgebäude und eine neue Turnhalle gebaut. Dafür ist die Perspektive Wismar gGmbH zuständig.

Platz zehn: Brücke über den Wallensteingraben in der Poeler Straße. Das Bauwerk ist verschlissen und soll zeitlich in einem Rutsch mit der Bahnüberführung in der Poeler Straße erneuert werden. Kosten für die Stadt: 3,2 Millionen Euro.

Neue Kredite unumgänglich

Am Ende hat die Verwaltung den Vorhaben drei Prioritäten zugeordnet (siehe Info). Ohne die Aufnahme von Krediten werden viele Vorhaben nicht machbar sein. Die Stadt rechnet damit, dass für Maßnahmen der Priorität eins Kreditgenehmigungen deutlich wahrscheinlicher sind als für Vorhaben der Priorität zwei. Aussichtslos seien Kreditgenehmigungen für Maßnahmen der Priorität drei.

3 Prioritäten

Wegen der Vielzahl der Vorhaben und des großen Finanzbedarfs kann nicht alles auf einmal umgesetzt werden. Darum schlägt die Stadtverwaltung drei Prioritäten vor.

1. Priorität: 62 Vorhaben mit einem Finanzbedarf von 111 Millionen Euro, davon 32,8 Millionen Fördermittel. Notwendige Pflichtaufgaben oder freiwillige Maßnahmen, die bereits in Umsetzung sind oder Projekte, die von besonderer politischer bzw. wirtschaftlicher Bedeutung für Wismar sind.

2. Priorität: 49 Vorhaben, Finanzbefarf 60 Millionen Euro, davon 36,7 Millionen Fördermittel. Zeitlich aufschiebbare Pflichtaufgaben oder Maßnahmen, die zur freiwilligen Aufgabenerfüllung notwendig sind.

3. Priorität: 21 Vorhaben, Finanzbedarf 14 Millionen Euro, davon 11 Millionen Fördermittel. Maßnahmen, die zur freiwilligen Aufgabenerfüllung notwendig, aber zeitlich aufschiebbar sind oder sonstige Maßnahmen, die grundsätzlich erst im Zeitraum nach 2023 umsetzbar sind.

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Über den Autor

Von Heiko Hoffmann

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