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Wismar Bioenergiedorf Kalsow erwartet Besucher
Mecklenburg Wismar Bioenergiedorf Kalsow erwartet Besucher
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18:10 24.04.2019
Dietmar Hocke gewährt Besuchern am 27. April den Blick in eine Windkraftanlage.
Dietmar Hocke gewährt Besuchern am 27. April den Blick in eine Windkraftanlage. Quelle: Haike Werfel
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Kalsow

Strom und Wärme erhalten die Bewohner von Kalsow aus regional erzeugter Bioenergie. „Die Anforderungen an ein Bioenergiedorf erfüllen wir, auch wenn wir kein Zertifikat für diesen Titel haben“, sagt Dietmar Hocke. Der Land- und Energiewirt betreibt seit 2011 eine Biogasanlage im Ort, die Dachflächen der Ställe sind mit Solarmodulen belegt. Von den Windkraftanlagen auf dem Acker am Dorfrand gehören dem Kalsower drei. So versorgt Dietmar Hocke nicht nur sein Heimatdorf mit Wärme und Strom, sondern auch alle gemeindeeigenen Immobilien im benachbarten Benz.

Am Sonnabend lädt der 50-Jährige von 10 bis 16 Uhr wieder zum Tag der erneuerbaren Energien nach Kalsow ein. Auf Hofführungen will er Besuchern erklären, wie die Biogasanlage funktioniert, die er mit dem Dung seiner Rinder und mit Mais bestückt. Organisiert ist auch ein Shuttle-Service, der Interessenten zum Windpark bringt. „Hier schließe ich eine Windenergieanlage auf. Ein Besteigen der 113 Meter hohen Anlage ist leider nicht möglich.“

Mit Vorurteilen aufräumen

Dietmar Hocke freut sich auf Berufskollegen und anderes Fachpublikum, mit dem er Erfahrungen austauschen will, genauso wie auf Anwohner, die ihre Heizung ans Wärmenetz angeschlossen haben und wissen möchten, wo die Wärme produziert wird. Wie in den Vorjahren sind auch Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Windkraft-Kritiker willkommen. „Ich möchte mit Vorurteilen aufräumen und über die Vorteile der Wind- und Bioenergie informieren. Wir haben schlanke Projekte vor Ort, mit denen wir Geld erwirtschaften, das wir hier wieder ausgeben“, sagt Dietmar Hocke. Er verweist auf das Gutshaus, das er saniert und für altersgerechtes Wohnen hergerichtet hat.

Auf einem Hoffest sorgt die Feuerwehr Benz für Speisen und Getränke, auch Eis wird es geben. Kinder können sich auf eine Hüpfburg, Pony reiten, Toben im Stroh und Trecker fahren freuen. „Wir wollen natürlich schon den Nachwuchs für das Thema der erneuerbaren Energien sensibilisieren“, sagt der Gastgeber. „Die junge Generation interessiert sich sehr dafür, wie die Fridays-for-future-Demos zeigen.“ Als kleine Attraktion hat er einen Autokran bestellt. Der wird die Besucher in einer Gondel 60 Meter in die Höhe ziehen, um den Blick über die mecklenburgische Weite zu genießen.

Aufs Windrad in Kalkhorst

Im Windpark Kalkhorst, Richtung Neuenhagen, empfängt Uwe Dramm (Telefon 0171/4115771) Interessierte. Sie sind am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr eingeladen, eine Windenergieanlage des Typs Enercon E-40 zu besichtigen. Nicht nur das Windrad wird vorgestellt, sondern auch wie eine solche Anlage errichtet und betrieben wird. Als Höhepunkt ist es möglich, auf der Leiter im Inneren der Anlage 65 Meter hoch ins sogenannte „Krähennest“ zu steigen und am Geländer die Aussicht über die Lübecker Bucht zu genießen. 

Für Speisen und Getränke wird gesorgt, Kinder können sich die Zeit mit Malen vertreiben.

Grevesmühlens Lernorte

Bereits am Freitag lädt der Verein „Stadt ohne Watt“ nach Grevesmühlen ein. Er beteiligt sich bereits zum neunten Mal am Energieumwelttag. In der Zeit von 9 bis 11 Uhr können sich Interessierte an verschiedenen sogenannten Lernorten informieren, wie die erneuerbare Energiegewinnung in der Praxis funktioniert. Vorgestellt werden die Fotovoltaikanlage der Zukunftsgenossenschaft Grevesmühlen e.G., die Kläranlage des Zweckverbandes Grevesmühlen, dessen Wasserlehrpfad, die Biogasanlage der Stadtwerke Grevesmühlen GmbH, deren Windenergieanlage im Grevesmühlener Ortsteil Questin sowie die Restabfallbehandlungsanlage der IAG Selmsdorf.

Außerdem erfahren Besucher in diesem Jahr alles rund um die Elektromobilität an den neuen Ladesäulen am Grevesmühlener Bahnhof. Ansprechpartner ist Werner Küsel. Elektrofahrzeuge stehen an diesem Tag für eine Testfahrt bereit.

Mehr Informationen zu den Lernorten unter: http://www.stadtohnewatt.de/lernorte.html

Klimaschutzwettbewerb

Am 27. April startet der 5. Klimaschutzwettbewerb des Energieministeriums MV. Es erwartet zum Thema „KlimaSichten – Mit Weitblick in die Zukunft“ erneut künstlerisch-kreative Beiträge in den Kategorien Foto, Plakat/Collage, Malerei/Grafik und Kurzfilm. Teilnehmen können alle Bürger in MV sowie Gruppen, beispielsweise Schulklassen.

Zu gewinnen gibt es Preisgelder in Höhe von insgesamt 15000 Euro. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. August 2019. Eine Jury wählt die besten Beiträge aus. Diese werden im Rahmen der Klima-Aktionswoche im September in Rostock präsentiert.

Alle Infos zum Wettbewerb ab dem 27. April unter www.klimasichten.de

Mehr zum Thema lesen: Klimaschutz auf dem Stundenplan

Haike Werfel