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Wismar Bobitz: Beschwerde nach Marathon-Sitzung
Mecklenburg Wismar Bobitz: Beschwerde nach Marathon-Sitzung
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17:07 03.07.2019
Die Gemeindevertretung Bobitz (v. l.): Axel Bremer, Volker Venohr, Alexander Balow, Kathi Krtschil, Andreas Groß, Bürgermeisterin Annemarie Homann-Trieps, Marcel Rein, Steffen Pittelkow, Thomas Böttiger, Wolfgang Höfer und Kristian Karlisch. Quelle: Peter Täufel
Bobitz

Geschlagene zwei Stunden dauerte die Auftaktsitzung der frisch gewählten Gemeindevertreter von Bobitz. Für gewöhnlich ist die Konstituierung nach einer halben bis deutlich unter einer Stunde beendet. Werden doch einzig Bürgermeister und Stellvertreter ernannt, gewählt und vereidigt sowie über die Besetzung der Ausschüsse abgestimmt. Nicht so in Bobitz.

Der Grund für den ungewöhnlich hohen Zeitbedarf: Anders als in fast allen anderen konstituierenden Sitzungen der Gemeindevertertungen im Landkreis bisher wurde in Bobitz über jede Personalie in geheimer Wahl abgestimmt – einschließlich in mehreren Fällen erforderlicher Stichwahlen – weil man sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte. Und dies noch nicht einmal bei den sachkundigen Einwohnern in den Ausschüssen.

Der Leitende Verwaltungsbeamte (LVB) des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen, Eckhard Rohde, lief ein ums andere Mal zu dem in einem Nebenraum befindlichen, hausinternen Kopierer der Kindertagesstätte, in welcher die Gemeindevertreter regelmäßig tagen, um die notwendigen Wahlzettel zu vervielfältigen. „Das ist so und in diesem Umfang für eine konstituierende Gemeindevertretung doch eher unüblich“, konnte er sich einen Kommentar an die Kommunalpolitiker gerichtet dann doch nicht verkneifen.

Dabei hatte der die konstituierende Sitzung traditionell eröffnende älteste Gemeindevertreter, Wolfgang Höfer (SPD), gleich zu Beginn an seine Politikerkollegen appelliert, konstruktiv zusammenzuarbeiten, zum Wohle der Gemeinde. „Ich warne davor, dass sich hier in der Kommunalvertretung Grüppchen bilden, in denen taktiert und nicht auf das Sachthema bezogen abgestimmt wird. Solche Grabenkämpfe sind in einer Gemeindevertretung völlig fehl am Platze“, mahnte der 72-Jährige. Er, Kristian Karlisch (CDU) sowie Steffen Pittelkow und Thomas Böttiger von der Bobitzer Wählergemeinschaft (BWG) waren als einzige Gemeindevertreter wiedergewählt worden.

Die Bobitzer Wählergemeinschaft erreichte bei der Kommunalwahl mit elf aufgestellten Kandidaten 38,72 Prozent der Stimmen, das bedeutet fünf Sitze. Annemarie Homann-Trieps setzte sich in der Stichwahl gegen Amtsinhaberin Stefanie Kirsch (Einzelbewerberin) mit 52,44 Prozent durch.

Als Stellvertreter der neuen Bürgermeisterin, die zwar kein Mandat als Gemeindevertreterin innehat, aber Kandidatin der BWG war, wurden ebenfalls Mitglieder der Wählergemeinschaft bestimmt: Steffen Pittelkow als erster und Thomas Böttiger als zweiter Stellvertreter.

Die ehemalige Bürgermeisterin Stefanie Kirsch wollte sich für ein weiteres Engagement für die Gemeinde als sachkundige Einwohnerin zur Verfügung stellen. Sie wurde aber nicht einmal als Vertreterin in die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Wismar gewählt – obwohl sie dort in den zurückliegenden fünf Jahren im Rechnungsprüfungsausschuss tätig und stellvertretende Vorsitzende der Verbandsversammlung war.

Die wichtigsten Entscheidungen bei der Besetzung der Ausschüsse endeten mit einem Votum von sieben zu vier, sodass die Zählgemeinschaft aus den Einzelbewerbern Alexander Balow, Axel Bremer und Volker Venohr, Wolfgang Höfer (SPD) und Kristian Karlisch (CDU) bei der Abstimmung stets unterlag.

Etwas Licht ins Dunkel der Ergebnisse der geheimen Wahlen brachte im Verlauf der Sitzung Wolfgang Höfer, wohl eher unbewusst, als er sinngemäß sagte: „Ich muss so abstimmen, sonst gibt es zu Hause Ärger.“ Ein Raunen ging daraufhin durch die Reihen der zahlreich anwesenden Einwohner. Denn alle wissen, Höfer und Bürgermeisterin Homann-Trieps sind verheiratet. Im Verlauf der konstituierenden Sitzung verließen einige Bürger genervt den Raum.

Wie Eckhard Rohde, am Mittwoch auf OZ-Anfrage bestätigte, muss die Gemeindevertretung die Besetzung ihrer Ausschüsse wiederholen. Darauf hätten sich der Leiter der Kommunalaufsicht beim Landkreis, Yann-Christoph Collin, und Annemarie Homann-Trieps, von Beruf Verwaltungsjuristin, verständigt. Der Grund: Die Zählgemeinschaft hat sich beim LVB und bei der Bürgermeisterin darüber beschwert, dass die Ausschüsse nicht ordnungsgemäß besetzt worden sind. Es sei nicht nach der Verhältniswahl vorgegangen worden sein. Dies soll nun in einer weiteren öffentlichen Sitzung der Gemeindevertreter am Montag, dem 29. Juli, geschehen. Sie findet ab 19 Uhr wieder in der Kita Bobitz statt.

Peter Täufel und Haike Werfel

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