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Wismar Brandhaus Wismar wie im Spinnennetz
Mecklenburg Wismar Brandhaus Wismar wie im Spinnennetz
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07:51 01.04.2019
Die beiden Brandhäuser am Markt in Wismar sind fast ein Jahr nach dem verheerenden Feuer komplett eingerüstet und gesichert für den Wiederaufbau. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

 Am 27. April 2018 hat ein riesiges Feuer zwei Häuser am Wismarer Marktplatz fast vernichtet. Tagelang schlugen die Flammen aus den denkmalgeschützten Gebäuden. Menschen wurden nicht verletzt. Aber Bewohner und Geschäftsleute haben nahezu alles verloren.

"Für beide Häuser liegen seit Kurzem Bauanträge vor.“ Nadine Domschat-Jahnke, Bauamtsleiterin Wismar Quelle: Nicole Hollatz

Fast ein Jahr später ist die „Sicherung der beiden Häuser so gut wie abgeschlossen“, sagt Wismars Bauamtsleiterin Nadine Domschat-Jahnke. Wegen Einsturzgefahr durfte die Baustelle grundsätzlich nicht betreten werden. Nun werden die Gebäude freigegeben. Domschat-Jahnke: „Bisher ging es um die Sicherung, jetzt ist der nächste Schritt der Wiederaufbau.“ Die Verwaltung stehe mit den Investoren und Planern im engen Kontakt. Die Zusammenarbeit sei gut. Die gute Nachricht: „Für beide Häuser liegen seit Kurzem Bauanträge vor“, sagt Nadine Domschat-Jahnke. Jetzt ist die Verwaltung mit der Bearbeitung am Zug. Mit Aussagen zum Zeitplan hält sich die Bauamtsleiterin zurück.

8900 Meter Stahlrohre

Das Haus Am Markt 18 in Wismar - hier die Hofseite - ist aufwendig eingerüstet. Quelle: Heiko Hoffmann

Über den Brandhäusern am Markt 18 und Mecklenburger Straße 1 wurden Schutzdächer installiert. Sie sollen verhindern, dass Wasser eindringen kann. Ein Hingucker für Passanten ist vor allem das Gerüst am Markt 18. Die verzinkten Stahlrohre umschließen die Baustelle wie ein Spinnennetz. Nach Angaben von Detlev Nadler, Niederlassungsleiter der Nietiedt Gerüstbau GmbH in Hamburg, handelt es sich um eine aufwendige Konstruktion.

8900 Meter wurden an Stahlrohren montiert – waagerecht, senkrecht und diagonal. Das 23 Meter hohe Gerüst ist freistehend, weil es mit den Resten der Brandruine nicht verbunden werden kann. Insgesamt 5000 Kubikmeter wurden eingehaust. 170 Tonnen Ballast sorgen für Standsicherheit. Das Dach, mit einer Spannweite von 28 Metern, kann bei Bedarf geöffnet werden, um zum Beispiel Balken neu einzubringen.

Die Größe der Baustelle, Unesco-Welterbe, Windeinflüsse und mögliche Schneelasten stellen das „Spinnennetz“ vor Herausforderungen. 340 Seiten Statikunterlagen und 170 Ingenieurstunden stecken hinter dem Projekt, so Niederlassungsleiter Detlev Nadler. Er geht davon aus, dass das Gerüst länger als ein Jahr stehen wird.

Auch das Eckhaus an der Mecklenburger Straße 1 hat ein Dach. Allerdings nur ein etwa 13 mal 18 Meter großes Blechdach. Dieses wurde im Januar ebenfalls als Provisorium von Mitarbeitern der Grevesmühlener Firma Gerüstbau Klein GmbH montiert. Das Dach dient als Wetterschutz und soll verhindern, dass die Bausubstanz weiteren Schaden nimmt.

Millionenschaden

Die beiden Häuser wurden bei dem Feuer - hier eine Aufnahme vom 28. April 2018 - nahezu komplett zerstört. Quelle: Kerstin Schröder

Die beiden denkmalgeschützten Häuser waren bei dem verheerenden Feuer Ende April 2018 erheblich zerstört worden. Schaden: mehrere Millionen Euro. Drei Tage lang schlugen Flammen aus den Gebäuden. Das Eckhaus war unbewohnt. Tragisch: Die Bauarbeiten standen kurz bevor, die Genehmigung war erteilt, so die Bauamtsleiterin.

Die verwertbaren Teile der jahrhundertealten Dachkonstruktion des Eckhauses wurden eingelagert. Sie sollen beim Wiederaufbau des Hauses erneut verwendet werden. Die Arbeiten an den Häusern werden von Statikern und Denkmalpflegern begleitet.

Zunächst waren die Häuser mit einer Holzkonstruktion gesichert worden. Später hat ein Stahlkorsett die Aufgabe übernommen. Die Mecklenburger Straße war bis zum 21. Dezember in Höhe Marktplatz eine Sackgasse. Seitdem wird der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt.

Die Polizei geht von Brandstiftung aus – der Täter ist noch nicht gefunden. Er oder sie soll Plastikplanen im Flur des Gebäudes angezündet haben – im Erdgeschoss des Imbisses.

Die Wismarer Berufsfeuerwehr war im letzten Jahr vom 27. April bis zum 2. Mai am Markt beschäftigt. Rückblickend sagte Ronny Bieschke, Leiter der Berufsfeuerwehr: „Das ist ein sehr schwerer Einsatz gewesen.“ Insgesamt 300 Einsatzkräfte von Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Einsatz, vier Drehleitern waren erforderlich.

Heiko Hoffmann

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