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Wismar Bürgerinitiative will mit Sandstrand-Projekt in Bürgerschaft
Mecklenburg Wismar Bürgerinitiative will mit Sandstrand-Projekt in Bürgerschaft
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12:02 16.01.2019
Hochwasser in Seebad Wendorf: Anfang des Jahres waren der Strand mit Spielplatz und Rettungsschwimmerstation zum wiederholten Male überflutet. Quelle: Manfred Wahls
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Wismar

Die BürgerinitiativeSandstrand Seebad Wendorf“ will über einen interfraktionellen Antrag in der Bürgerschaft erreichen, dass die Hansestadt Fördermittel für eine Machbarkeitsstudie beim Landeswirtschaftsministerium stellt. Sie sei notwendig, um „die Chancen und Risiken für die Durchführung von Investitionen mit der notwendigen Professionalität genauer einordnen zu können“, sagt Manfred Wahls von der Bürgerinitiative.

„Nach unseren Recherchen fördert das Wirtschaftsministerium eine Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur zu einem hohen Prozentsatz.“ Fördermittel kann aber nur die Hansestadt Wismar beantragen. Obendrein hat sie auch einen Eigenanteil an der Finanzierung der Machbarkeitsstudie zu leisten. Nach Auskunft von Stadtsprecher Marco Trunk habe es diesbezügliche Gespräche der Bürgerinitiative mit der Verwaltung bislang nicht gegeben.

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Die ersten beiden Sturmfluten in diesem Jahr haben die Uferzone im Seebad Wendorf unter Wasser gesetzt, ebenfalls Spielplatz und Bäume. „Der Ostseeradwanderweg war mit mehr als 100 Metern komplett überflutet. Das ist fast vergleichbar mit einem Dammbruch, denn das Hochwasser hat Teile des normal geschützten Bereiches des Küstenschutzwaldes mit überflutet“, berichtet Manfred Wahls. Nach Auffassung der Bürgerinitiative greife der Küschenschutz in der Wismarbucht nicht und die Maßnahmen nach den gravierenden Uferabgängen bei der Sturmflut vor zwei Jahren seien „reine Kosmetik“ gewesen.

Die Bürgerinitiative möchte eine nachhaltige Ufersicherung erreichen. Das sei mit der Herstellung eines Badesandstrandes möglich, erklärte sie auf einem Informationsabend Ende November und stellte interessierten Einwohnern ihr grobes Handlungskonzept vor (die OZ berichtete). Für die Realisierung sind allerdings Investitionen im Millionenbereich erforderlich. Deshalb ist laut Manfred Wahls eine Machbarkeitsstudie „sehr empfehlenswert“.

Sie bindet unter anderem solche Vorarbeiten mit ein wie ein Umwelt- und ein Artenschutzgutachten, die Prüfung der Wasserqualität und des Meeresbodens, Analyse der Uferveränderungen in den letzten Jahrzehnten, Vermessungsarbeiten, Bestandsanalyse zum Küstenschutzwald und der Parkanlage, Ermittlung der besonderen Effekte für die Naherholung der Einwohner und für den Tourismus sowie eine Aussage über die Schaffung neuer ganzjähriger Arbeitsplätze am Standort.

Sollte das Land wie vor zwei Jahren Sonderbedarfsmittel zur Beseitigung der Sturmschäden zur Verfügung stellen, dann sollten diese Mittel auf Vorschlag der Bürgerinitiative „gezielt für die Vorbereitung nachhaltiger Investitionsmaßnahmen zur dauerhaften Ufersicherung, verbunden mit einer besonderen Aufwertung des gesamten Areals in Seebad Wendorf, eingesetzt werden“.

Das soll erreicht werden

Mit der Herstellung des neuen Badesandstrandes will die Bürgerinitiative Folgendes erreichen: eine optimierte Uferneigung für eine größere Wehrhaftigkeit, eine optimale Wassertiefe für den Naturbadestrand, eine Ufererhöhung im jetzigen Flachwasserbereich als zusätzliche Sicherheitszone, einen sauberen Meeresboden und klares Wasser zum Baden durch eine Ostseesandaufspülung, Strandsandliegeflächen als Aufenthaltsfläche für Jung und Alt sowie als natürliche Auslauffläche bei Hochwasser.

Ziel sind ferner eine Brandungsmauer als Abgrenzung zum Badestrand und als zusätzlicher Hochwasserschutz, Brandungspontons oder Ähnliches als Uferschutz, eine befestigte Promenade landseitig von der Brandungsmauer sowie eine zusätzliche vegetationsfreie Fläche zwischen dem vorverlegten und dem alten Uferbereich. Mit der landseitigen Erhöhung der Promenade und einer entsprechenden Bepflanzung sei laut Bürgerinitiative ein zusätzlicher Uferschutz vor Hochwasser möglich.

Durch einen überdachten vorgelagerten Brandungsschutz auf Solarbasis kann die Badesaison im Ostseewasser verlängert werden.

Gegründet haben die Bürgerinitiative der Bauingenieur Manfred Wahls, Dr. Frank Wobschal vom Ingenieurbüro für Tiefbau, Landschaftsarchitekt Jan Rose und Dr. Olaf Niekamp, Professor für Wasserbau und Hydromechanik an der Hochschule Wismar.

Haike Werfel

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