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Wismar Campus Open Air weiter heißes Thema
Mecklenburg Wismar Campus Open Air weiter heißes Thema
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10:41 29.03.2018
Stellten sich auf Einladung des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl vor (v. l.): Angelo Tewes (AfD), Horst Krumpen (Die Linke), Thomas Beyer (SPD) und Hans-Martin Helbig (FDP) im gut besuchten Hörsaal 101 der Hochschule Wismar.
Stellten sich auf Einladung des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl vor (v. l.): Angelo Tewes (AfD), Horst Krumpen (Die Linke), Thomas Beyer (SPD) und Hans-Martin Helbig (FDP) im gut besuchten Hörsaal 101 der Hochschule Wismar. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Gut 200 Interessierte sind der Einladung des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) zum Forum mit den Bürgermeister-Kandidaten gefolgt. Vor allem Studentinnen und Studenten. Sie dürfen den Chef der Stadtverwaltung am 15. April wählen, wenn Wismar ihr Hauptwohnsitz ist. Nach Angaben der Hochschule trifft dies „mit Bestimmtheit“ für 270 von den insgesamt 3461 Direktstudierenden zu.

Studierendenvertretung lud ein

„Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, die Kandidaten kennenzulernen“, sagt Patrick Wiegand vom Asta. Um den Job als Bürgermeister bewerben sich der Amtsinhaber Thomas Beyer (SPD), Hans-Martin Helbig (FDP), Horst Krumpen (Die Linke) und Angelo Tewes (AfD). Sie stellten zunächst ihren persönlichen und beruflichen Werdegang vor und wie sie sich, so sie die Wahl gewinnen, für die Hochschule und die Studierenden einsetzen wollen.

Wismar braucht mehr Nachtleben

Großen Raum in der anschließenden Diskussion nahm die Frage ein, wie Wismar als Lebensmittelpunkt für Studierende attraktiver und zum Beispiel das Nachtleben bereichert werden könnte. „Da geht noch was“, meinte eine junge Frau, die an der Hochschule studiert und gelehrt hat. Sie bedauerte, dass es in diesem Jahr kein Campus Open Air geben wird.

Veranstalter mit Ideen unterstützen

Thomas Beyer verwies auf attraktive Jobs, die die Unternehmen bieten, und dass sich eine Forschungsinfrastruktur entwickeln kann. Bezahlbarer Wohnraum sei ebenfalls wichtig. Durch die entstehenden Eigenheimgebiete würden Wohnungen frei. Zudem wolle die städtische Wohnungsgesellschaft auch wieder in Geschosswohnungsbau investieren. Veranstaltern mit Ideen und in Bezug aufs Campus Open Air bot Beyer die Hilfe der Veranstaltungszentrale an. „Der Asta hatte nicht genug Mitstreiter gefunden“, nannte er den Grund dafür, dass das beliebte Willkommenskonzert für die neuen Studenten in diesem Jahr ausfallen wird. Das bestätigte Lea Tombrink vom Asta. Zu den kritisierten Auflagen gegen die Lärmbelästigung sagte Beyer: „Die Stadt darf die rechtlichen Regelungen nicht aushebeln, aber ausreizen.“

Veranstaltungshallen fehlen

Das Nachtleben sei entscheidend, genauso, wie die anderen unterschiedlichen Probleme aus dem Weg zu räumen, meinte Hans-Martin Helbig. Wie, ließ er offen. Er wolle die kreativen Kräfte unterstützen. Die Stadt kritisierte er für die Fehlplanung der Alten Reithalle. Bei bezahlbarem Wohnraum sehe er einen Engpass. Woraufhin Beyer von Gesprächen mit den Umlandgemeinden berichtete, mit denen die Stadt an einem Siedlungskonzept arbeite.Horst Krumpen würde im Vorfeld des Campus Open Airs mit den Anwohnern sprechen und um Verständnis werben. Das Konzept der Markthalle würde er überdenken, sodass sie für regelmäßige Veranstaltungen genutzt werden könne. Das sei nicht möglich, stellte Beyer klar, weil die Markthalle verpachtet und gut ausgelastet sei.

Wenn größere Hallen für Veranstaltungen fehlen, würde er die Innenstadt beleben und hier mehr Kneipen ansiedeln, erklärte Angelo Tewes. Kleinere Konzerträume gäbe es genug, entgegnete Krumpen, im Filmbüro, Zeughaus, Technologie- und Gewerbezentrum. Beim Wohnraumbedarf sehe er nicht die Studenten als Bedürftige, sondern die Empfänger von Hartz IV und Grundsicherung im Alter.

Haike Werfel