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Wismar Darum steht auf Poel jetzt eine Mitfahrbank
Mecklenburg Wismar Darum steht auf Poel jetzt eine Mitfahrbank
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17:00 10.07.2019
In Gollwitz auf der Insel Poel steht jetzt eine sogenannte Mitfahrbank. OZ-Mitarbeiterin Marie Nitsch hat schon einmal Platz genommen. Auch in Timmendorf und Am Schwarzen Busch sollen in der nächsten Woche solche Bänke installiert werden. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

Mobilität auf dem Land – für viele Gemeinden im Norden ein schwieriges Thema. Die Dörfer liegen weit auseinander, es fahren nur wenige Busse, Bahnhöfe sind erst recht weit weg. Die Insel Poel wagt nun einen ungewöhnlichen Versuch und stellt sogenannte Mitfahrbänke auf. Die Idee ist denkbar einfach: Auf der Bank Platz nehmen, warten, sich von Autofahrern mitnehmen lassen. Eine erste Bank hat die Gemeinde nun in Gollwitz aufstellen lassen.

Nur zwei direkte Busverbindungen von Gollwitz nach Wismar

Von dort fahren am Tag in der Woche nur zwei Busse direkt nach Wismar – einer früh am Morgen, einer spät am Abend. Alle anderen Verbindungen vom Nordosten der Insel bis in die Hansestadt sind mit Umstiegen in Kirchdorf oder Timmendorf verbunden. Und genau dort setzt das Prinzip der Mitfahrbank an. Für kurze Strecken können sich Menschen auf der Insel nun leichter zusammentun und sich ein Auto teilen.

Nahbus fragt die Fahrgäste

Weil viele Wismarer und Bewohner der Umlandgemeinden mit den öffentlichen Busverkehr unzufrieden sind, führt der Landkreis Nordwestmecklenburg zurzeit eine ÖPNV-Potenzialanalyse für Wismar und das Umland durch.

Die Umfrage ist auf der Internetseite des Landkreises unter www.nordwestmecklenburg.de/de/buergerumfrage-oepnv.html zu finden.

Wer keinen Internetzugang hat, kann sich eine Papiervariante der Umfrage beim Landkreis in der Rostocker Straße 76 in Wismar, bei der Nahbus direkt am ZOB oder in der Werftstraße 1 sowie im Wismarer Rathaus abholen.

Hinweise und Anregungen können bis 31. Juli an den Landkreis (Stichwort: Öffentlichkeitsbeteiligung ÖPNV, Postfach 1565, 23958 Wismar, per Mail an t.waldraff@nordwestmecklenburg.de oder direkt auf der Internetseite in der Umfrage) mitgeteilt werden.

„Die Idee dazu hatte eine Poelerin aus Timmendorf. das haben wir uns dann erst mal durch den Kopf gehen lassen“, berichtet Poels Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos). Dann habe sie selbst eine solche Bank auch in einer anderen Gemeinde gesehen. „Wir haben dann einfach ein bisschen im Internet recherchiert und wollten es dann auch mal ausprobieren.“

Richtung Wismar oder Richtung Kirchdorf

„Denn gerade die Strecke nach und von Gollwitz wird ja doch nicht so von Nahbus befahren“, kritisiert die Inselbürgermeisterin. Auch Urlauber wollen von dort auch mal zum Schwarzen Busch oder nach Timmendorf. „Mit der Mitfahrbank wäre das unkompliziert lösbar“, sagt sie.

Die Mitfahrbank in Gollwitz steht direkt zwischen Ortseingang und Dorfteich. Vor Ort nicken zwei Radfahrer anerkennend in Richtung Bank und rufen im Vorbeifahren lachend: „Auf dem Gepäckträger ist noch Platz.“ An der Bank befinden sich zwei Klappschilder. Je nachdem, wohin es gehen soll, kann das Schild „Richtung Wismar“ oder „Richtung Kirchdorf“ eingestellt werden.

Konzept muss sich erst herumsprechen

„Wir hoffen, dass es viele nutzen“, sagt Gabriele Richter. Es sei jedoch schlecht vorhersehbar und schlecht zählbar. Vielleicht müsse sich das Konzept erst einmal herumsprechen. Viele Insulaner und Urlauber begrüßen die Idee, die ersten Reaktionen im sozialen Netzwerk Facebook waren fast durchweg positiv.

Auf Poel gibt es jetzt eine Mitfahrbank. 🚗Hinsetzen, auf ein Auto warten, mitfahren. Was haltet ihr von der Idee? 🤔 Und würdet ihr jemanden mitnehmen?

Gepostet von Ostsee-Zeitung Wismar am Dienstag, 9. Juli 2019

„Auf jeden Fall würde ich jemanden mitnehmen, ich finde das super“, kommentiert zum Beispiel Andrea Lüthke. „Klar nehme ich denjenigen mit, der auf der Bank sitzt. In Hohen Wieschendorf brauchen wir auch so eine Bank“, regt Sandra Marie Fehrmann-Sinn an. Auch das Gut Manderow wolle nun überlegen, eine Mitfahrbank im Dorf zu platzieren.

Vorbilder gibt es in Vorpommern und Schleswig-Holstein

Das Prinzip Mitfahrbank ist zudem nicht neu. So gibt es diese Bänke unter anderem bereits auf der Insel Rügen. Auch andere Gemeinden in Vorpommern wollen mehr dieser Bänke installieren. In Schleswig-Holstein sind sie ebenfalls keine Seltenheit mehr. Viele Dörfer haben dort eine solche Bank an einer Straße stehen.

In der nächsten Woche will die Gemeinde Insel Poel noch zwei weitere Bänke in Timmendorf und Am Schwarzen Busch aufstellen. Ob sie viel genutzt werden – das sei laut Bürgermeisterin nicht vorhersehbar. Ein Zusatzangebot zum öffentlichen Nahverkehr seien sie aber allemal. Und zur Not könnten die Bänke einfach nur zur Rast, zum Sitzen genutzt werden.

Mehr zum Thema: Putbus bekommt Rügens erste Mitfahrbank

Die Einladung zum Mitnehmen

Trampen 2.0 auf der Mitfahrbank

Michaela Krohn

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