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Wismar Ein Puppenhaus dreht sich als Buchtipp in Wismar
Mecklenburg Wismar

„Das Puppenhaus“: Wismarer Autorin schreibt Debütroman

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13:42 12.12.2019
Als Anna Hasenfuss hat die gebürtige Wismarerin Annekathrin Schmidt ihren ersten Roman veröffentlicht. Das Puppenhaus, das im Buch eine zentrale Rolle spielt, hat sie gleich selbst gebastelt. Hier dreht es sich in Lübeck. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Wismar/Lübeck

In der Schatterau dreht sich ein Puppenhaus. Nicht nur, aber gerade in der Dunkelheit ist es ein Hingucker. Das Puppenhaus steht im Zimmer des Wohnhauses von Rose-Marie Schmidt. Hier hat der bekannte Wismarer Ortschronist Detlef Schmidt bis zu seinem Tod im September 2018 Beiträge für Bücher und Zeitungen verfasst.

Lesezeichen zum Mitnehmen an der Fensterscheibe sind ein dezenter Hinweis, um was es sich hier dreht. Um den Debüt-Roman „Das Puppenhaus“, den die gebürtige Wismarerin Annekathrin Schmidt unter dem Pseudonym Anna Hasenfuss verfasst hat.

Dem interessierten Leser drängen sich Fragen auf: Was hat es mit den drei Raben auf sich? Wer ist die lila Frau mit den stechenden Augen und dem aufdringlichen Parfum? Und warum beginnt Omas Puppenhaus plötzlich nachts bläulich zu leuchten? Und wer oder was, bitteschön, sind Katzentrolle? Mysteriös und auch ein wenig gruselig geht es in dem Roman zu.

Vier Jahre Arbeit

„Das Puppenhaus“ ist nach vier Jahren Arbeit erschienen. Eigentlich, so die ursprünglich aus Wismar stammende Betriebswirtin, habe sie gar kein Buch schreiben wollen, sondern nur eine Geschichte für ihre Nichte, „für die ich die Fantasy-Schiene gewählt habe“. Doch aus einer einfachen Geschichte wurde immer mehr, entwickelte sich ein Roman. Vier Jahre habe es gedauert, „bis die Kapitel so standen“.

Zwischendrin hat sich die 51-Jährige ehrliche Urteile von „Viel-Lesern“ eingeholt, denn: „Meine Mutter hätte alles toll gefunden, was ich schreibe“, sagt sie schmunzelnd. Deshalb gab sie das Manuskript auch Schauspieler Peter Grünig.

Puppenhaus aus Pappkartons

Das Puppenhaus zum gleichnamigen Roman dreht sich in diesen Tagen im Fenster der Schatterau 8 in der Wismarer Altstadt. Quelle: Heiko Hoffmann

Weitere Testleserin war Katrin Bietz, Inhaberin der Lübecker Buchhandlung Prosa. „Mich hat’s mitgerissen“, sagt Bietz, „ich fand die Figuren sehr gut und die Geschichte spannend.“ Auch bei ihr starrten immer wieder Passanten ins Schaufenster, denn auch dort drehte sich das von Annekathrin Schmidt selbst gebaute und liebevoll ausgestattete Puppenhaus. Gleich nach dem Abi hatte die Autorin auf Wunsch ihrer Eltern eine Tischlerausbildung absolviert, die ihr dabei zugutekam.

Dunkle Kreaturen, merkwürdige Vorgänge

Das Puppenhaus spielt, sonst hätte die Autorin ihren Roman nicht so genannt, eine entscheidende Rolle in der Geschichte. Diese beginnt in London. Rose, eine von ihrem Job frustrierte junge Frau, erhält einen rätselhaften Brief von ihrer vor Jahren verstorbenen Großmutter. Sie macht sich auf ins Örtchen Holymoor im schottischen Hochmoor, bezieht das leer stehende Haus ihrer Großmutter und versucht, das Rätsel des Briefes zu lösen. Als das Puppenhaus zum Leben erwacht und dunkle Kreaturen auf der Bildfläche erscheinen, nimmt die Geschichte voller uralter Geheimnisse ihren Lauf.

Jeden Abend nach der Arbeit geschrieben

Vieles habe sich, sagt Autorin Anna Hasenfuss, automatisch ergeben, wenn sie abends nach der Arbeit am Schreibtisch saß. Fast assoziativ entwickelte sie den Plot und die Figuren, wobei zum Beispiel der 2016 verstorbene Schauspieler Otto Sawicki Pate stand für die Augen einer der Figuren. Auf der Suche nach einem Verlag – „ich habe von vielen namhaften Verlagen teils nette Absagen bekommen“ – erinnerte sie sich daran, dass sie Jahre zuvor bereits mit der Edition Winterwork zusammengearbeitet hatte. Und hier wurde sie fündig.

Neue Geschichte von Anna Hasenfuss in Aussicht

Die Geschichte um „Das Puppenhaus“ sei auserzählt, sagt Annekathrin Schmidt, aber schon jetzt hat sie etwas Neues in der Pipeline. Gut möglich, dass darin auch das schottische Hochmoor vorkommt. Denn die Autorin aus Lübeck liebt Schottland.

Erhältlich ist der Roman im Buchhandel (Artikelnummer 21010611) sowie per Bestellung bei der Edition Winterwork, ISBN: 978-3-96014-637-7, es kostet 14,90 Euro.

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