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Wismar Dauerbaustelle Klein Woltersdorf: Firma in der Kritik
Mecklenburg Wismar Dauerbaustelle Klein Woltersdorf: Firma in der Kritik
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06:30 30.08.2019
Axel Beetz ärgert sich über die Baugrube am Eingang zu seinem Grundstück. Seit vier Wochen tut sich hier nichts. Quelle: Haike Werfel
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Klein Woltersdorf

Seit über zwei Jahren wird in Klein Woltersdorf, Gemeinde Barnekow, gebaut: Straßen werden aufgerissen und Rohre verlegt. Der Zweckverband Wismar lässt die Trinkwasserleitung modernisieren und den Schmutzwasserkanal vervollständigen. Doch immer wieder stocken die Arbeiten. Die Einwohner erdulden Dreck und Staub. Sie sind es leid.

Auch diese Rohre sollen vermutlich noch in die Erde. Quelle: Haike Werfel

„Die Bauarbeiten sollten das erste Mal Ende Oktober 2017 abgeschlossen sein. Dann wurde der zweite Termin genannt, das war Ende November 2018. Nun hat das dritte Jahr begonnen und die Firma ist noch lange nicht fertig“, beklagt Bodo Frere. „Im Dezember war ein Großteil der Straße asphaltiert worden. Danach war fünf Monate Winterpause“, berichtet er weiter. „Dann wurde die Straße wieder aufgefräst und mit den Bauarbeiten ging es endlich weiter. Da der Sommer wie letztes Jahr schön trocken war, haben wir Anwohner wieder mit Staub und Dreck zu leben.“

Vor gut zwei Wochen hat das neue Schuljahr begonnen und die Kinder fahren mit dem Schulbus. Da trat ein weiteres Problem zutage. „Die Bushaltestelle befindet sich genau in der Baustelle. Die Firma lagert dort Leitungen und Stahlplatten. Ein Abenteuerspielplatz für die Kinder“, schildert Bodo Frere. „Denn eine Baustellenabsicherung gibt es nicht.“

Der Bereich der Bushaltestelle. Das Baumaterial wird hinter und neben dem Wartehäuschen gelagert. Quelle: Haike Werfel

„Seit drei Wochen wird schon wieder nicht gearbeitet“, informiert ein anderer Bewohner. „Die Firma Goldberger Tief- und Wasserbau hat alle Geräte abgeholt.“

Grit Glanert, Vorsteherin des Zweckverbandes Wismar, gibt unumwunden zu: „Diese Baustelle, eigentlich überschaubar, ist unser Sorgenkind.“ Im Juni 2017 begonnen, sollten die Arbeiten Mitte Juli 2018 beendet sein. „Die Ursachen für die Verzögerungen liegen vor allem in der Baufirma. Sie ist personell schlecht aufgestellt und hat uns immer wieder im Stich gelassen.“

Es geht um Restarbeiten

Seit Monaten würde der Zweckverband als Auftraggeber mit der Firma über Restarbeiten verhandeln. Lediglich 30 Meter Schmutzwasserleitung sind noch zu verlegen und sechs Hausanschlüsse zu erneuern. „Wir haben’s im Guten versucht und mit Formalien. Auch unsere Geduld ist zu Ende. Jetzt hat die Firma mitgeteilt, dass sie Mitte Oktober fertig sein will“, informiert die Verbandsvorsteherin auf OZ-Anfrage. „Es ist mir so unangenehm gegenüber den Bürgern. Ich bin sehr unglücklich darüber.“

Baufirma bisher nicht negativ aufgefallen

Aber dem Zweckverband seien laut Glanert die Hände gebunden, weil er die Aufträge öffentlich ausschreiben muss. Bisher sei die Goldberger Firma nicht negativ aufgefallen, was die Leistungsfähigkeit betrifft. „Wir können nur eine Ersatzvornahme vornehmen, das heißt, ein neues Unternehmen beauftragen, wenn drei Monate lang auf der Baustelle nichts passiert. Das weiß die Firma auch.“ Im Frühjahr wäre es vielleicht möglich gewesen, aber da habe der Zweckverband Befriedungsgespräche mit dem Goldberger Firmenchef geführt. Auf jeden Fall will die Verbandsvorsteherin in der Abrechnung die Verzögerungen berücksichtigen, das heißt, „Schmerzensgeld“ von der Firma verlangen.

Die Unfallgefahr durch Stahlplatten im Bereich der Bushaltestelle wurde am Mittwoch beseitigt. Axel Beetz sieht am Haupteingang zu seinem Grundstück auch eine Gefahrenquelle. An der Gartenpforte befindet sich die Baugrube für den neuen Hausanschluss. „Vor vier Wochen hat die Firma die Arbeiten hier eingestellt“, sagt er.

Arbeiten stocken auch in Klüssendorf

Eckhard Rohde vom Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen und zugleich Vorsitzender der Verbandsversammlung des Zweckverbandes kennt die Probleme mit der Firma. Sie habe wohl zu viele Aufträge angenommen, vermutet er. Auch in Klüssendorf, Gemeinde Metelsdorf, würden die Arbeiten nicht vorangehen. „Das ist schon deprimierend“, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte. Er sichert zu, dass sich das Ordnungsamt die Baustelle ansehen wird.

Die betreffende Tiefbaufirma war am Donnerstag trotz mehrfacher Versuche nicht für eine telefonische Stellungnahme zu erreichen.

Von Haike Werfel

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