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Wismar Die Sand-Baumeister 2019 von Poel und Zierow
Mecklenburg Wismar Die Sand-Baumeister 2019 von Poel und Zierow
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21:47 04.05.2019
Eine Ritterburg baut Frank Kühn aus Salzwedel mit seiner Familie beim Sandburgen-Wettbewerb auf der Insel Poel.
Eine Ritterburg baut Frank Kühn aus Salzwedel mit seiner Familie beim Sandburgen-Wettbewerb auf der Insel Poel. Quelle: Kerstin Schröder
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Kirchdorf/Zierow/Boltenhagen

Gina Pudschun drückt vorsichtig zwei Büschel Seegras in den Sand – das wird so zu großen Augen von einem Hai. Der liegt am Strand von Kirchdorf – genau wie ein frisch vermähltes Ehepaar, ein großes Krokodil und ein Segelboot. Die Bauwerke sind Teil des Sandburgen-Wettbewerbs, der am Sonnabend Hunderte Buddelfreunde an die Ostsee gelockt hat. Trotz eisigem Wind und kleineren Regenschauern.

Seenotretter sind zum ersten Mal dabei

Die Seenotretter der Insel Poel sind raues Wetter gewohnt. Auch bei Sturm fahren sie hinaus aufs Meer, wenn Segler oder Wassersportler Hilfe brauchen. Seit kurzem gehört die 18-jährige Gina Pudschun zum Team. Das feiert Wettbewerbspremiere. „Wir wollen zeigen, dass es uns gibt und dass man mit uns Spaß haben kann“, sagt Andreas Lembcke. Der Poeler ist eigentlich Schiffsführer, aber „heute bin ich Wasserträger und Sandschaufler“, lacht er. Neben dem Hai entsteht noch ein Rettungsboot, das von einem Kraken in die Tiefe gezogen wird. So wird das fünf mal fünf Meter große Baufeld fast komplett ausgefüllt.

Kleine Figuren für die Ritterburg

19 Teams buddeln auf Poel um die Wette. Sie haben jede Menge Bauwerkzeug dabei – Schaufel, Eimer, Maurerkellen und Gießkannen. Frank Kühn kniet mit Gabel und Messer im Sand. Mit seiner Frau Petra und den Kindern Benjamin (8) und Philipp (5) arbeitet der Tourist aus Salzwedel an einer Ritterburg – samt hohem Turm, steiler Treppe und kleinen Figuren mit Rüstung und Lanze. Mühelos schafft es die Familie ihre Sandskulpturen in den vorgegebenen zwei Stunden fertigzustellen. „Wir machen schon seit sieben Jahren Urlaub auf der Insel Poel. So konnten wir unsere Bau-Technik immer weiter verbessern“, erzählt Petra Kühn.

Zierow feiert Wettbewerbspremiere

In zehn Orten Mecklenburgs wird der Wettbewerb ausgetragen. Sie starten damit in die Strandsaison. Zierow macht zum ersten Mal mit. Neun Teams buddeln dort im Sand und holen Wasser aus dem Meer. Zehn Kinder der heimischen Jugendfeuerwehr bauen aufgeteilt in zwei Gruppen eine Burg und ein Feuerwehrauto. Drei Stunden brauchen sie dafür. Ihre Betreuer Vincent Dombrowski, Andreas Wulff und Hans-Günter Sellmann sind zufrieden: „Wir haben Spaß – das ist die Hauptsache.“

Eine Jury entscheidet vor Ort, wer gewinnt. Sie schaut sich nicht nur das Ergebnis an, sondern auch die Kreativität und den Teamgeist.

Wismarer holen sich den Sieg

Ein paar Felder liegt ein Krokodil – erschaffen aus Kinderhand. Die Geschwister Leo (7), Mara (6) und Ian (10) aus Grevesmühlen haben sich für das Motiv entschieden – und nicht nur auf die Höcker auf dem Rücken gedacht, sondern auch Steine gesucht für die Zähne. Sie sind stolz auf das Ergebnis und werden mit dem dritten Platz belohnt. Der Sieg geht an „Die fitten Schippen“ – ein Team aus Wismarern und Schwerinern. Sie haben eine große Burg gebaut – mit einem Pferd im Inneren und dem Wappen von Zierow.

Jeder Teilnehmer bekommt eine Medaille

Jeder, der mitmacht, bekommt am Ende eine Medaille – unter anderem von Sabine Stöckmann, Tourismusbeauftragte der Gemeinde Zierow. Sie freut sich über die gelungene Premiere und dass die Teilnehmer dem Wetter getrotzt haben. „Nächstes Jahr sind wir wieder mit dabei“, verspricht sie.

Im wenige Kilometer entfernten Boltenhagen geht das Team „Stiddelmädt“ aus Wismar ans Werk. Frank Middelstädt, sein Sohn Emil und Andre Pielka wissen genau, was sie zu tun haben. „Wir haben vorher nicht geübt“, betonen die Vorjahressieger und freuen sich am Ende wieder über den ersten Platz. Obwohl sie improvisiert haben. „Eigentlich sollte es eine richtige Kugel werden, aber das Gerüst hat das Gewicht nicht gehalten und ist eingestürzt, so wurde es am Ende eine Halbkugel.“ Und war für eine! Unter dem Motto „friday for future“, das sich Sohn Emil ausgedacht hat, ist eine farblich („Keine Sorge, das ist ökologisch abbaubare Kreide.“) beeindruckend gestaltete Halbkugel und eine Skulptur mit Aufrufen zum Klimaschutz entstanden.

So wurde auf Poel und in Zierow gebuddelt

Kerstin Schröder