Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Diese 38 Straßen will Wismar ausbauen
Mecklenburg Wismar Diese 38 Straßen will Wismar ausbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 12.09.2019
Die Rabenstraße befindet sich in einem schlechten Zustand. Um eine Sperrung der Fahrbahn bzw. der Brücke zu vermeiden, soll die Straße nach der Baumaßnahme Bahnüberführung Poeler Straße saniert werden. Quelle: Heiko Hoffmann
Anzeige
Wismar

In Wismars Straßen wird in den nächsten Jahren kräftig gebaut. Auf der Prioritätenliste stehen 38 Vorhaben. Zwölf davon hat die Stadtverwaltung der Priorität eins zugeordnet, 14 Projekte zählen zur Kategorie zwei, weitere zwölf Vorhaben gehören in die Priorität drei. Die ersten beiden Prioritäten sind für die Jahre 2020 bis 2023, die dritte für den Zeitraum nach 2023.

„Bei vielen Straßen geht es auch um Versorgungsleitungen. Die müssen funktionieren. Es geht nicht immer in erster Linie um den Oberbau.“ Nadine Domschat-Jahnke, Bauamtsleiterin Wismar Quelle: Nicole Hollatz

Grünen-Politikerin Lysann Schmidt-Blaahs ist das zu viel. Sie fragte im Bauausschuss nach einem vorgeschalteten Mobilitätskonzept und plädierte dafür, Straßen in der Priorität weiter nach hinten zu schieben. Bauamtsleiterin Nadine Domschat-Jahnke entgegnete: „Bei vielen Straßen geht es auch um Versorgungsleitungen. Die müssen funktionieren. Es geht nicht immer in erster Linie um den Oberbau.“

Politik muss noch entscheiden

Auf der Prioritätenliste für Investitionen der Hansestadt stehen rund 150 Vorhaben. Diese kosten nach jetzigem Stand rund 185 Millionen Euro. Etwa 80 Millionen müsste die Stadt selbst aufbringen, zum Teil über Kredite.

Die Bürgerschaft soll auf der Sitzung am 26. September entscheiden, ob sie den Vorschlägen der Verwaltung folgt oder nicht. Der Bauausschuss hat den Plänen mit fünf Ja-Stimmen und drei Enthaltungen zugestimmt.

Zwölf Vorhaben der Priorität eins

Von Wartezeiten und Staus am Bahnübergang Poeler Straße sind viele genervt. Das Projekt Bahnüberführung genießt oberste Priorität. Künftig sollen sich Bahn und Autos nicht mehr kreuzen. Quelle: Heiko Hoffmann

Wie die OZ berichtete, steht das
Kreuzungsvorhaben in der Poeler Straße ganz oben auf der Liste. Bei dem Projekt der Deutschen Bahn sitzt die Stadt durch das Eisenbahnkreuzungsgesetz mit im Boot. Das bedeutet, dass sich Bahn, Land und Stadt zu je einem Drittel die Kosten teilen. Auf die Stadt entfallen 17,5 Millionen Euro, nach Abzug der Förderung muss Wismar noch 2,3 Millionen Euro aufbringen.

Durch das Trogbauwerk (kurzer Tunnel) werden sich Bahn und Autos nicht mehr kreuzen. Der eigentliche Baubeginn soll im Mai 2020 sein. Dann ist die Straße für mindestens ein Jahr komplett gesperrt. Einschließlich der Kreuzung Poeler Tor rechnet die Verwaltung mit einer Bauzeit bis 2023.

Die neue Werftstraße steht auf Platz zwei der Prioritätenliste. Diese führt von der Kreuzung Lübsche Straße/Lidl-Markt durch die Gartenanlage zum Gelände von MV Werften und bis zum Gewerbegebiet West. Im Sommer 2020 sollen die Arbeiten beginnen.

Der Neubau der Brücke über den Wallensteingraben in der Poeler Straße steht im Zusammenhang mit dem Trogbauwerk in der Poeler Straße. Um eine zusätzliche Sperrung zu vermeiden, soll die verschlissene Brücke zeitlich mit der Bahnüberführung neu gebaut werden.

Bei der Claus-Jesup-Straße handelt es sich um ein laufendes Bauvorhaben. Ende April haben die Arbeiten begonnen. Der komplette Um- und Ausbau wird sich über drei Jahre erstrecken.

Voll im Gange sind auch die Arbeiten im Bahnhofsbereich.Ende des Jahres soll das Vorhaben (neuer Zugang zum Bahnhof, neuer Parkplatz, Fahrradstellplätze, Taxizufahrt) fertig sein.

In der Mecklenburger Straßewird ebenfalls seit längerer Zeit gebaut. Der Teilabschnitt zwischen Dr.-Leber-Straße und Katersteig ist fertig, beim Abschnitt bis zur Kreuzung Kleinschmiedestraße/Bei der Klosterkirche gibt es Verzögerungen. Hinter der Fertigstellung bis Jahresende steht ein dickes Fragezeichen.

In der Bürgermeister-Haupt- und der Lübschen Straße werden die Deckschichten saniert. Kosten: eine Million Euro. Das, so Bauamtsleiterin Nadine Domschat-Jahnke, geschehe vorsorglich, ehe die Straßen zerfahren sind und für noch mehr Geld erneuert werden müssten.

Der Angelweg in Redentin ist eine neue Straße, die sich im Bau befindet. Beim Lembkenhof geht es um den Um- und Ausbau der Straße bis 2020. Die Wollenweberstraße in der Altstadt soll 2020 im Zusammenhang mit der Claus-Jesup-Straße um- und ausgebaut werden. Arbeiten Am Poeler Tor sind für 2022 vorgesehen. Diese sind Teil der Kreuzungsbaumaßnahme in der Poeler Straße (Straßenunterführung).

14 Vorhaben der Priorität zwei

Die Rabenstraße, einschließlich der Brücke, soll von 2022 bis 2024 auf Vordermann gebracht werden. Während der Vollsperrung der Poeler Straße wird die Rabenstraße noch stärker beansprucht werden. Der Zustand der Brücke gilt schon jetzt als geschwächt. „Somit ist die Maßnahme nach Fertigstellung der Straßenunterführung schnellstmöglich umzusetzen, um eine Sperrung der Verkehrsanlagen bzw. der Brücke zu verhindern“, so die Stadt. Kosten: rund 3,8 Millionen Euro.

Die Straße Am Köppernitztal ist eine wichtige Verkehrsachse, auch im Zusammenhang mit der Werft. Arbeiten sind von 2023 bis 2025 geplant.

Der Zustand der Breiten Straße in der Altstadt wird als schlecht bis sehr schlecht eingestuft. Die Sanierung war eigentlich schon früher vorgesehen und soll nun zwischen 2022 bis 2024 erfolgen. Auf alle Fälle nach der Maßnahme Poeler Tor, damit es nicht zu einer zweiten Sperrung am Altstadtring kommt, so das Bauamt.

Bei der Zierower Landstraße ist ein Urteil zur Baulastträgerschaft noch nicht ergangen. Sollte Wismar verlieren, muss die Stadt handeln. Der Zustand der Straße ist schlecht bis sehr schlecht, die Schulwegsicherung ungenügend.

Die Frische Grube (Zeitraum 2023 bis 2025) ist Teil eines Hochwasserschutzkonzeptes. Die Hochschule Bremen arbeitet in Kooperation mit Wismar an einem Forschungsprojekt. Aus dem Projekt soll eine Vorplanung entwickelt werden, um dann Fördermittel beim Land zu beantragen.

Der Ausbau der Philipp-Müller-Straße ist schon lange im Gespräch. Jetzt ist er für 2020 bis 2022 vorgesehen.

Die Kurze Baustraße und Am Schilde(Altstadt) sollen 2022/2023 saniert werden. Die beiden Altstadt-Straßen Bei der Klosterkirche und Turnerweg sind für 2022/2023 vorgesehen.

Schatterau/Bergstraße: Der Altstadtzugang soll im Anschluss an die Neugestaltung des Parkplatzes Dr.-Leber-Straße/Turmstraße und den Neubau der Wobau in der Turmstraße realisiert werden. Geplanter Zeitraum: 2021 bis 2023.

Die Kleinschmiedestraße verbindet die Dankwart- und die Mecklenburger Straße und ist für 2020 eingetaktet.

Am Bahnübergang Haffeldsollen Sicherheitsprobleme beseitigt werden. Arbeiten sind für 2020/2021 vorgesehen.

Zwölf Vorhaben der Priorität drei

Für den Zeitraum nach 2023 stehen zwölf Straßenbauvorhaben in der Prioritätenliste: Baustraße/Badstaven, Kreuzungsbereich Bürgermeister-Haupt-/Philipp-Müller-Straße, Wallstraße/Neue Wall- und Stavenstraße, Am Lohberg/Runde Grube, St. Georgen-Kirchhof/Glatter Aal, Weberstraße sowie die Dr.-Leber-Straße nach Fertigstellung der Hochbrücke. Für den Neubau ist das Land zuständig.

Lesen Sie auch:

Die Top 10 der Wismarer Investitionen

Wismars große Baustellen

Über den Autor

Von Heiko Hoffmann

Der Heimattierpark hat wieder Gäste auf Zeit bekommen – auch Wildtiere werden immer wieder abgegeben. Für deren Pflege fehlt allerdings Geld und Personal.

12.09.2019

In einem Supermarkt hat ein Dieb eine 75-jährige Rentnerin bestohlen. Die Frau hatte ihre Geldbörse in den Einkaufswagen gelegt. Im Sommer hat es mehrere solcher Diebstähle gegeben.

12.09.2019

Wolfgang Lüdtke war der erste Amtsvorsteher in Dorf Mecklenburg. Seit 1992 übte er das Ehrenamt aus, nach der Fusion 2004 auch für das Amt Bad Kleinen. Jetzt hat der 64-Jährige nicht wieder kandidiert.

12.09.2019