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Wismar Alter Hafen wird Heimat der Kreativen
Mecklenburg Wismar Alter Hafen wird Heimat der Kreativen
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06:00 06.10.2018
Im früheren Werkstatt- und Sozialgebäude im Alten Hafen soll im Erdgeschoss das digitale Innovationszentrum eingerichtet werden. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Im Erdgeschoss des ehemaligen Werkstatt- und Sozialgebäudes im Alten Hafen soll ein digitales Innovationszentrum einziehen. Die Bürgerschaft hat der Einrichtung zugestimmt. Das Gebäude neben dem Kruse-Speicher steht seit vielen Jahren leer. Investoren haben den Kruse-Speicher samt Werkstatt- und Sozialgebäude erworben. Vor allem Eigentumswohnungen sollen entstehen, das Erdgeschoss in beiden Objekten ist für Gewerbe bestimmt. Der Bauantrag ist gestellt, das Vorhaben befindet sich in der Genehmigungsphase.

Fertigstellung Sommer 2020

Eine Gewerbeeinheit soll das digitale Innovationszentrum werden. Die Bürgerschaft befürwortet den Erwerb der Fläche durch die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wismar mbH. Investiert werden voraussichtlich 1,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Kaufpreis und die Ausstattung der Räumlichkeiten auf rund 400 Quadratmetern. Für Sommer 2020 ist die Fertigstellung geplant.

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Matthias Wißotzki, Professor an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Wismar. Quelle: Privat

Hochschule mit im Boot

Für das Projekt „digitales Innovationszentrum“ wurde vom Wirtschaftsministeriums MV der Hansestadt Wismar eine 90-prozentige Förderung zugesichert. Die anteiligen zehn Prozent der Stadt übernimmt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wismar mbH. Künftiger Betreiber des Zentrums wird die Forschungs-GmbH der Hochschule Wismar. Der Senat der Hochschule hat Vorhaben bewilligt.

Das Innovationszentrum soll ein Ort für Kreative, Freiberufler, Start-Up-Unternehmen und etablierte Unternehmen im Raum Wismar werden – ausgestattet mit schnellem Internet, Geschäftsräumen, offenen Büros und Gemeinschaftsräumen. Für sie soll es Kreativ- und Werkstatträume, Unterstützungsangebote, Möglichkeiten des Austauschs mit anderen und zur gemeinsamen Arbeit rund um das Thema Digitalisierung geben. Im Neudeutschen nennt man das Co-working.

Auch für Otto Normalverbraucher

Die Räumlichkeiten im ehemaligen Werkstatt- und Sozialgebäude werden im sanierten Zustand gekauft und mit einem langfristigen Mietvertrag an die Forschungs-GmbH der Hochschule Wismar als Betreiber übergeben. Die Forschungs-GmbH plant weiterhin eine Art Begegnungsstätte für Bürger, um sich hier über die digitale Zukunft auszutauschen und um das Thema überhaupt näher zu bringen.

Matthias Wißotzki, Professor an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Wismar, der für die inhaltliche Konzeption des Zentrums verantwortlich ist, sagt. „Wir können dort Studenten und Nachwuchswissenschaftler mit Unternehmen zusammenbringen, Technologien, von denen man heute noch nicht weiß, vorstellen und dieses Wissen gleich nutzbar machen.“ Der Professor, der die Digitalisierung als derzeit wichtigsten Grundbaustein für wirtschaftliches Wachstum ansieht, spricht von einem Talentförderprogramm: „Wir wollen mit dem Digitalen Innovationszentrum die kreativen Köpfe einfangen und bei der Geschäftsmodellumsetzung unterstützen.“

Brutstätte für Start-ups

In Zusammenarbeit mit dem Technologie- und Forschungszentrum im Alten Holzhafen können sich dann erfolgversprechende Unternehmen dort bis zu Marktreife weiterentwickeln. Die digitalen Innovationszentren dienen so auch als Brutstätte für Start-up-Unternehmen.

„Die Landesregierung verfolgt das Ziel, im Hinblick auf die neuen Herausforderungen der digitalen Transformation eine möglichst innovationsfreundliche Infrastruktur, angepasst an die Erfordernisse eines Flächenlands, zu schaffen“, so Renate Gundlach, Sprecherin des Infrastrukturministeriums MV.

Forschungs-GmbH

Die Forschungs-GmbH Wismar ist ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung. Sie wurde 2002 als 100-prozentige Tochter der Hochschule Wismar gegründet. Zu den Kompetenzen zählen neben der Auftragsforschung auch das komplette Dienstleistungspaket rund um die eigentliche Forschung. Hierzu gehören Projektmanagement, Förderberatung, Forschungsmarketing, Organisation nationaler und internationaler Veranstaltungen sowie Service und Information.

Kontakt: Forschungs-GmbH Wismar, Alter Holzhafen 19, 23966 Wismar, http://www.forschung-wismar.de/

Mit diesen Zentren „an den Hochschulstandorten in Rostock, Greifswald, Stralsund, Neubrandenburg und Wismar braucht niemand mehr nach Berlin oder Hamburg auszuweichen, um mit einer guten Idee ein Unternehmen zu gründen. Diese Zentren sollen aber auch kleine und mittelgroße Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation unterstützen. Sie sollen auch dazu beitragen, weitere nationale und internationale Unternehmen und Fachkräfte anzuziehen“, so Gundlach weiter.

Heiko Hoffmann

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