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Wismar Ehrenamtsnetzwerk entsteht in Wismar
Mecklenburg Wismar Ehrenamtsnetzwerk entsteht in Wismar
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06:01 27.07.2018
Anett Helm, Leiterin der Mitmachzentrale, und Carol Scherlipp, Ehrenamtskoordinator, bauen ein Netzwerk für Vereine auf. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Carol, kannst du helfen? Wir brauchen noch Leute zum Beladen der Lkw“, bat der Christliche Hilfsverein Wismar den Ehrenamtskoordinator Carol Scherlipp um Unterstützung. Solche Anfragen von Vereinen sind kein Einzelfall, sagt der Mitarbeiter im Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes. Seit Jahresbeginn plant und koordiniert er die ehrenamtliche Arbeit im Landkreis, berät und unterstützt Vereine bei der Entwicklung von Projekten oder der Beantragung von finanziellen Mitteln. Schon bei seinem ersten Projekt, der Ehrenamtsmesse auf der Hanseschau im März in Wismar, fiel dem 56-Jährigen auf: Jeder Verein kocht sein eigenes Süppchen. „Diese Sicht müssen wir überwinden und das Ehrenamt in Nordwestmecklenburg, speziell in Wismar als der größten Stadt im Landkreis stärken und ein Netzwerk aufbauen“, sagt Carol Scherlipp. „Dann können sich die Vereine untereinander helfen und Ressourcen gemeinsam nutzen.“

Homepage und Broschüre geplant

Mit Anett Helm, Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus des DRK in Wismar und Leiterin der Mitmachzentrale NWM hier, ist der Ehrenamtskoordinator dabei, das Netzwerk zu schaffen. Sie werden eine Internetseite erstellen sowie eine Broschüre – einerseits für die Vereine und andererseits für alle, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und eine Aufgabe suchen. „Wir verstärken die Präsenz der Vereine und interessieren Menschen für das Ehrenamt“, sagt Anett Helm.Bei dem Netzwerk gehe es auch darum, gegenseitig von den Erfahrungen zu lernen und zu profitieren. Nachhaltigkeit sei ebenfalls ein Thema. Für ihre Feste zum Beispiel müssen die Vereine nicht alles selbst anschaffen. Outdoorspiele etwa können sie austauschen. Das spart Geld, das bei Vereinen knapp ist. Auch mit personellen Ressourcen sollen sie sich helfen.Zudem kann jeder Verein im Netzwerk für den anderen Werbung machen. Denn die meisten haben das gleiche Problem, dass die Mitglieder älter werden und junge Leute als Mitstreiter schwer zu finden sind.

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Fest der Generationen am Friedenshof

Das neue Netzwerk wird sich auf dem Fest der Generationen am 24. August auf dem Gelände des DRK hinter seinem Mehrgenerationenhaus vorstellen. Anlass ist das zehnjährige Bestehen des Hauses in der Hans-Grundig-Straße 34, das von Stadt und Landkreis gefördert wird. Die im Netzwerk beteiligten Vereine können sich präsentieren. Es wird Mitmachangebote geben, so kommen die Besucher nicht umhin, Kontakt zu den Vereinen aufzunehmen. Diese können die Möglichkeit nutzen, um Ehrenamtliche zu gewinnen.Das Fest soll die Generationen zusammenbringen – von Kindern aus den Kitas und den Schulen über Jugendliche und Eltern bis hin zu Senioren, die im Mehrgenerationenhaus Sport treiben. „Nicht zuletzt wollen wir auch was für die Integration tun“, kündigt Anett Helm an. Russische Sänger und eine Bauchtänzerin werden auftreten, es gibt russische und arabische Häppchen. „Wir bereiten ein buntes, abwechslungsreiches Programm vor mit Musik, Tanz, Aktionen und Spielen“, informiert Anett Helm.

Ehrenamtliche Mitstreiter für Medical Task Force gesucht

Ehrenamtler sucht der DRK-Kreisverband unter anderem für seine Medical Task Force in Grevesmühlen, die Eingreiftruppe für Katastrophenfälle wie Massenunfälle auf der Autobahn. Der Ehrenamtskoordinator hat als Zielgruppe erwerbslose Frauen und Männer im Blick. Ein Anreiz könnte für sie sein, wenn das DRK den Lkw-Führerschein oder die Rettungssanitäterausbildung finanziert. „Auch Migranten suchen eine gute Beschäftigung, zum Beispiel die jungen Leute, die auf ihren Studienplatz warten“, weiß Scherlipp und berichtet von einem Syrer, der für den Bundesfreiwilligendienst gewonnen wurde. Eine weitere Aufgabe sei, in Wismar ein Katastrophenauskunftsbüro aufzubauen. Dafür werden laut Scherlipp noch Leute gesucht. „Vielleicht bilden wir auch eine Wassergefahrengruppe in Wismar“, so eine weitere Überlegung. Es gibt bisher eine in Gadebusch.„Das Ehrenamt soll vor allem Spaß machen“, erklärt Anett Helm. „Das haben in einer Umfrage die meisten Menschen als Grund genannt, warum sie sich engagieren. Es sind nicht vordergründig soziale Motive zu helfen.“

Kontakte: Carol Scherlipp, Telefon 03881/75950 oder c.scherlipp@drk-nwm.de;Anett Helm, Telefon 03841/712316 oder a.helm@drk-nwm.de

Haike Werfel

27.07.2018
27.07.2018