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Wismar Ein Tänzchen zur eisernen Hochzeit in Wismar
Mecklenburg Wismar Ein Tänzchen zur eisernen Hochzeit in Wismar
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17:34 04.06.2019
Stoßen auf ihr Ehejubiläum an: Josef und Alexandra Palitschka aus Wismar. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Sie lächeln beide, als sie auf ihr Ehejubiläum anstoßen. Alexandra (84) und Josef Palitschka (86) sind seit 65 Jahren verheiratet. Zur eisernen Hochzeit nahm das Paar am Dienstag viele Glückwünsche entgegen. Zu den ersten Gratulanten gehörten ihre älteste Tochter Beate (64), die mit Mann und Sohn nach Wismar gekommen war, ehemalige Nachbarinnen aus der Rudolf-Breitscheid-Straße, Mitarbeiterinnen der Volkssolidarität und der stellvertretende Bürgermeister Michael Berkhahn. Er überbrachte die Glückwünsche von Wismars Bürgermeister Thomas Beyer und der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Am Abend feierten die Eheleute mit rund 30 Verwandten und Bekannten im Seglerhafen. Da wollten sie auch noch mal ein Tänzchen wagen.

Vor 67 Jahren lernten sich beide beim Tanz auf dem Kornspeicher in Hohen Pritz bei Dabel kennen. „Es war Liebe auf dem ersten Blick“, sagen sie. Und ihre Tochter bestätigt: „Das merkt man heute auch noch. Sie sind füreinander da.“

Seit Jahresbeginn muss Josef Palitschka dreimal in der Woche zur Dialyse. Das Gehen fällt dem 86-Jährigen sehr schwer. Die Treppen bis in den zweiten Stock in der Rudolf-Breitscheid-Straße 127 zu steigen ist jedes Mal eine Qual für ihn. Die Kinder kümmern sich um eine altersgerechte Wohnung. Am 8. Mai sind die Eheleute umgezogen in eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss in der Rudi-Arndt-Straße 17. Das Mehrfamilienhaus hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft unlängst saniert, einen Fahrstuhl eingebaut, aus kleinen größere Zimmer mit breiten Türen gemacht und Balkone angebaut. „Wir haben schwere Tage hinter uns. Aber wir sind sehr glücklich hier“, sagt Alexandra Palitschka. Ihr sei es sehr schwer gefallen, nach 56 Jahren die vertraute Wohngegend in Seebad Wendorf zu verlassen.

Auch ihren Kleingarten am Seeblick haben die Eheleute vor drei Jahren aufgegeben, weil ihnen die Arbeit zu schwer wurde. Ihren Haushalt bewerkstelligt die Seniorin aber allein, kocht und bäckt. „Meine Mutter hat noch viel Energie, sie muss immer was zu tun haben“, erzählt Tochter Beate. Deshalb strickt sie, meist Socken für die drei Enkel, oder sie näht an der Nähmaschine. Ihr Vater liest gerne oder schaut sich Dokumentationen im Fernsehen an. Gemeinsam spielen die Eltern Rummy. Fast jeden Tag.

Josef Palitschka ist im Sudetenland geboren. Das musste er 1947 als 14-Jähriger mit seiner Familie verlassen. „Vor fünf Jahren waren wir noch mal in meiner alten Heimat “, erzählt er und zeigt voller Freude auf ein Foto an der Wand. Tochter Beate und ihr Mann haben den Eltern den Wunsch erfüllt. Ihr Vater stammt aus Leitmeritz, heute Litoměřice auf Tschechisch.

Der junge Mann erlernte den Beruf des Maschinenschlossers auf der Werft in Wismar. Dort war er seit 1949 bis zur Wende tätig und hat unter anderem die Kabelkrananlage mit aufgebaut. Seine Frau ist Mecklenburgerin und in Hof Satow zu Hause. Zwei Jahre nachdem sich das Paar kennengelernt hat, heiratet es in Hohen Pritz – standesamtlich und kirchlich. Im gleichen Jahr wird Beate geboren, vier Jahre später Sigrid. Seit 1956 lebt die junge Familie in Wismar. „Wir hatten einen schweren Anfang“, erzählt Alexandra Palitschka. Die erste Wohnung bekamen sie in der Dahlmannstraße: ein Zimmer mit Alkoven und Küchenbenutzung.

Als Mitglied der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG), heute Wohnungsgenossenschaft Union, und nach etlichen Aufbaustunden erhält die Familie 1963 die Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in der Rudolf-Breitscheid-Straße.

Die Töchter schenken den Eltern zwei Enkelsöhne und eine Enkeltochter, die in Regensburg, Hannover und Gägelow leben. Auch ein Urenkel gehört zur Familie.

Alexandra Palitschka wurde als Erziehungshelferin im Fuchs-Kindergarten (heute Awo Freie Schule) wie ihr Mann vorzeitig in den Ruhestand geschickt. Beide haben es nicht bedauert, sagen sie, Frührentner gewesen zu sein. „Wir haben es genossen und sind gerne gereist.“ Beispielsweise an die Mosel, nach Thüringen und in den Harz. Die letzte Reise vor drei Jahren mit ihren Kindern führte sie ins polnische Ostseebad Kolberg.

Haike Werfel

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