Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Einsatz in Ausländerbehörde beendet – Polizei sperrte Gebäude stundenlang ab
Mecklenburg Wismar Einsatz in Ausländerbehörde beendet – Polizei sperrte Gebäude stundenlang ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:46 19.09.2019
Sondereinsatzkräfte fahren mit einem dunklen VW-Transporter vor und betreten das Landratsamt Wismar. Quelle: Heiko Hoffmann
Anzeige
Wismar

Blaulicht vor dem Landratsamt in Wismar: Ein Geflüchter Afrikaner, vermutlich aus Ghana, hielt seit dem frühen Nachmittag einen Säugling in der Ausländerbehörde der Kreisverwaltung als Geisel. Was genau passiert ist,lesen Sie hier.

Die Polizei hat gegen 18 Uhr die Einfahrt in die Rostocker Straße, in der sich das Landratsamt befindet, wieder freigegeben. Das Kreisgebäude jedoch bis zum Abend abgeriegelt. Zunächst war nur von einer sogenannten Bedrohungslage in in der Ausländerbehörde die Rede. Mehr Einzelheiten wollte die Polizei erst nach Abschluss des Einsatzes bekanntgeben – „aus taktischen Gründen“. Das sagt ein Sprecher des Polzeipräsidiums Rostock, das auch für Wismar zuständig ist.

Landrätin war nicht im Gebäude

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) befand sich während des Einsatzes nicht im Gebäude. Gegenüber der OZ bestätigte sie aber am Telefon schnell, dass es einen Einsatz im Zusammenhang mit der Ausländerbehörde gibt. „Wir haben dort aktuell eine Gefährdungssituation. Alle Mitarbeiter – bis auf einen – haben zunächst das Gebäude verlassen“, sagte sie gegen 16 Uhr. Sie selbst sei zur Tatzeit in Grevesmühlen gewesen. Zu dieser Zeit sind die meisten Mitarbeiter auch schon nach Hause gegangen oder durften zurück ins Gebäude.

Gegen 17.45 Uhr traf Kerstin Weiss dann auch selbst in ihrem offiziellen Amtssitz ein, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

Bildergalerie: Polizeieinsatz im Landratsamt Wismar

Gefährdungssituation in der Ausländerbehörde

Die Ausländerbehörde befindet sich im Erdgeschoss des Neubaus. Am Donnerstag ist Sprechtag – ein Tag, an dem dort generell viel Betrieb ist. Und: An Sprechtagen werden dort auch private Sicherheitsfirmen eingesetzt.

Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) kommt am Donnerstag gegen 17.45 Uhr aus Grevesmühlen zum Landratsamt nach Wismar, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Seit 14.30 Uhr gibt es dort eine Bedrohungslage in der Ausländebehörde. Quelle: Heiko Hoffmann

Stellvertretender Landrat spricht mit Polizei

Vor dem Gebäude stand zunächst Mathias Diederich (CDU), der erste Stellvertreter der Landrätin, und besprach die Lage augenscheinlich mit Sibylle Hofmann, der Leiterin der Polizeiinspektion Wismar. Auch Zurows Bürgermeiser Eckhardt Stelbrink (Linke) befand sich im Gebäude, ist inzwischen aber wieder draußen. Was er dort erlebt hat, dazu schweigt auch er bislang.

Vor dem Gebäude standen mehrere Polizisten, die für die Absperrungen sorgten. Mitarbeiter, die zu ihren Fahrrädern gehen wollten, um nach Hause zu fahren, wurden jeweils einzeln von einem Polizisten zum Fahrradständer begleitet.

Bedrohung richtet sich nicht gegen Mitarbeiter

Gegen 16.40 Uhr betrat eine Frau, begleitet von zwei Polizisten, das Landratsamt. Es könnte sich um eine Dolmetscherin handeln. Dass sich die Bedrohungslage nicht gegen einen Mitarbeiter reichtete, war schnell klar. Die Polizei versuchte weiter, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen und deeskalierend auf die Situation einzuwirken. Erst gegen 19.45 kam es zum Zugriff und das Kind und die Familie wurden ins Polizeirevier ein paar Meter neben dem Landratsamt gefahren.

Kein Einzelfall im Landratsamt

Einen ähnlichen Fall hat es im Februar 2018 gegeben. Damals schrie ein 29-Jähriger im Jugendamt: „Ich werde euch alle töten.“ Der Mann aus Wismar beleidigte und bedrohte erst eine Mitarbeiterin des Jugendamtes. Später setzte er Pfefferspray gegen einen ihrer Kollegen ein und versetzte ihm einen Faustschlag. Der Tatverdächtige kam in Untersuchungshaft.

Der aktuelle Einsatz dauert zurzeit noch an.

Mehr zum Thema:
Im Landratsamt Wismar: 29-Jähriger droht: „Ich werde alle töten“

Von Heiko Hoffmann und Michaela Krohn

Nach einem Ausweichmanöver ist eine 36-Jährige mit ihrem Fahrrad in Wismar gegen ein parkendes Auto geprallt und verletzt worden. Die Frau war zuvor einem anderem Fahrradfahrer ausgewichen.

19.09.2019

Die Polizei Wismar sucht nun nach Hinweisen von Zeugen. Die Autoteile lagen einfach im Gebüsch.

19.09.2019

Die Hundebesitzerin aus Wendorf hofft, den Vorfall schnell vergessen zu können. Die Polizei hat ihn an das Ordnungsamt gemeldet. Das entscheidet nun, ob es Konsequenzen für die Halterin geben wird.

19.09.2019