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Wismar Eisbrecher Krasin auf Wismars neuem Stadtgeld
Mecklenburg Wismar Eisbrecher Krasin auf Wismars neuem Stadtgeld
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15:15 12.08.2019
Reinhard Sieg von den Wismarer Numismatikern mit der neuen Münze mit dem Eisbrecher "Krasin" auf der Vorderseite. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

Die Numismatiker bringen zum Schwedenfest am Wochenende ein neues Stadtgeld in Umlauf. Erhältlich ist es von Freitag, 16. August, bis Sonntag, 18. August, am Stand in der Straße Hinter dem Rathaus.

Nach drei Stadtgeld-Editionen mit der damaligen City-Initiative und danach den vier Stadtkirchen wird die Serie „Technische Leistungen der Hansestadt Wismar“ fortgesetzt. In diesem Jahr wird der Eisbrecher „Krasin“ abgebildet. Die beiden Ausgaben zuvor waren dem Pkw Podeus Landaulet von 1912 und dem als Schweineschnauze bezeichneten Schienenbus VT 133 101 aus den 1920er-Jahren gewidmet. Der Schienenbus wurde einst in der Waggonfabrik in Wismar gebaut. „Diese Ausgaben sollen an technische Leistungen in Wismar erinnern“, so Reinhard Sieg vom Verein der Wismarer Numismatiker.

Mit dem Eisbrecher Krasin wurde ein weltbekanntes Schiff, das nicht in Wismar gebaut, aber grundlegend umgebaut wurde, gewürdigt.

10 Taler und 40 Taler

Das neue Stadtgeld gibt es als 10-Taler- und als 40-Taler-Münzen. Quelle: Heiko Hoffmann

Die Prägung hat einen Durchmesser von 40 Millimeter. Erhältlich ist sie in zwei Varianten. Die 10-Taler-Variante ist versilbert und wird in den Läden „Wismars Lieblinge“, einem Zusammenschluss von 15 Läden in der Wismarer Altstadt, als 10-Euro-Gutschein akzeptiert. Die Auflage beträgt 350 Stück und gilt damit schon als eine interessant geringe Menge bei Sammlern. Als Sammlerobjekt gibt es auch 100 Stück der 40-Taler-Variante. Diese Taler sind aus massivem Feinsilber (999er Silber) und wiegen eine Unze. Alle Ausgaben haben ein Zertifikat und könnten im Etui erworben werden.

Besonderes Schiff

Auf den neuen Münzen der Wismarer Numismatiker ist der Eisbrecher "Krasin" zu sehen. Quelle: Heiko Hoffmann

Der Eisbrecher Krasin, 1916/17 gebaut, ist ein ehemaliger sowjetischer Eisbrecher, der nun als Museumsschiff in Sankt Petersburg liegt. Bis in die 1950er-Jahre war es das weltweit stärkste Schiff dieser Art und stellte in dieser Zeit einige Rekorde auf.

Das Schiff wurde durch die Rettung von Überlebenden der Nobile-Nordpol-Expedition und das Bergen des mit über 1800 Menschen an Bord in Seenot geratenen deutschen Passagierschiffs Monte Cervantes im Jahr 1928 bekannt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Krasin zum Schutz von Truppen- und Materialtransporten eingesetzt.

In Wismar modernisiert

In den Jahren 1953 bis 1960 wurde die Krasin in Wismar einer umfangreichen Modernisierung unterzogen. Unter anderem wurde die Dampfmaschine durch eine in der DDR gebaute neue Hauptmaschine ersetzt und der Antrieb von Kohle auf Öl umgestellt.

 Bis 1972 leistete die Krasin weiter als Eisbrecher ihren Dienst. Danach wurde sie bis 1989 in Spitzbergen als schwimmendes Elektrizitätswerk und Arbeiterbehausung eingesetzt.  Heute liegt sie als Museumsschiff in der Großen Newa am Ufer der Wassiljewski-Insel in Sankt Petersburg.

Wismarer Münzen-Serie seit 2008

Die Wismarer Münzen-Serie wurde 2008 mit der Wasserkunst und den Gebäuden von zwei Geldinstituten gestartet.

Der Auftakt „Technische Leistungen der Hansestadt Wismar“ wurde 2017 mit einem Auto gestartet. Im Jahr 1910 war der erste Pkw made in Wismar, ein „Podeus Landaulet“, auf den Straßen unterwegs gewesen. Der Preis des 24 PS-starken Wagens: 6550 Reichsmark – für die Allgemeinheit fast unerschwinglich. Heute gibt es nur noch ganz wenige Exemplare. Die „Podeus“-Münze ist auch nicht mehr zu bekommen.

Angelehnt ist die Aktion an das historische Stadtgeld, „dass es im Mittelalter gab und auch so genannt wurde“, so Reinhard Sieg. Der stellvertretende Vereinschef der Wismarer sagt weiter: „2008 hat die damalige City Initiative Wismar das Geld wieder belebt und gutscheinartige Prägungen ausgegeben. Sie sollten ein Stück Wismar zum Sammeln, Verschenken, Einkaufen und Bezahlen sein.“ Die Idee habe funktioniert: „Die Leute haben damals bei der Erstausgabe Schlange gestanden“, erinnert sich Sieg. Auch heute seien die Abbildungen von Gebäuden der Hansestadt und der technischen Leistungen gefragte Sammlerstücke.

Rollende Münze beim Schwedenweg

Die Wismarer Numismatiker beteiligen sich am Sonntag auch am Schwedenweg durch die Altstadt. Mit einer rollenden Münze sind die unterwegs. Außerdem organisiert der Verein am 13. Oktober von 10 bis 15.30 Uhr den 12. Mecklenburgischen Münztag im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar.

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Von Heiko Hoffmann

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