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Wismar Wismarer ist bester Eishockey-Neuling der Oberliga
Mecklenburg Wismar Wismarer ist bester Eishockey-Neuling der Oberliga
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18:06 22.03.2019
Fürs Foto aufs Laufband: Thore Weyrauch (20).
Fürs Foto aufs Laufband: Thore Weyrauch (20). Quelle: Haike Werfel
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Wismar/Hannover

 Er ist der Top-Youngster der Eishockey-Oberliga: Thore Weyrauch, Stürmer bei den EC Hannover Indians. Der gebürtige Wismarer freut sich über die Auszeichnung. Trainer und sportliche Leiter aller Oberligisten sowie die Mitarbeiter der Fachzeitschrift „Eishockey News“ haben sich für den Liga-Neuling entschieden.

Seit Ende August spielt der 20-Jährige für Hannovers Indianer. Er ist der Jüngste in der Mannschaft, die die Hauptrunde auf Platz 3 hinter den Hannover Scorpions beendet hat. „Wir haben von den letzten 15 Spielen nur eins verloren. Jetzt kämpfen wir in der Play-offs um den Aufstieg“, erzählt der junge Mann. Er nutzt einen freien Tag für einen Kurzbesuch bei seiner Familie in Wismar. Die Eltern Judith und Armin Weyrauch, die das Fitnessstudio Physio Domus betreiben, sind stolz auf ihren ältesten Sohn. Mit seiner Leidenschaft für den Sport, der Beharrlichkeit und Disziplin eifert er zweifelsohne dem Vater nach.

Der gebürtige Wismarer Thore Weyrauch ist Stürmer beim Eishockeyclub Hannover Indians. Quelle: privat

Der zweifache Ruder-Weltmeister weckt früh das sportliche Interesse seines Sohnes. „Mit zweieinhalb, drei Jahren fing ich an, Schlittschuh zu laufen. Auf einer großen Pfütze auf einem Feld bei Groß Strömkendorf“, erzählt Thore und grinst. „Mit vier Jahren hab ich in der Rostocker Eishalle trainiert. Mit fünf sind wir zweimal pro Woche nach Timmendorfer Strand gefahren. Da nahm ich am Spielbetrieb teil, bis ich zwölf war. Danach bin ich in die zweite Bundesliga der U 16 nach Hamburg gewechselt.“

Natürlich habe er wie die meisten Jungen Fußball gespielt, auch Leichtathletik und Tennis ausprobiert. „Ich fand all diese Sportarten nicht so faszinierend wie im Winter Eishockey“, erklärt Thore. „Der Sport ist zwar körperbetont, aber das Verletzungsrisiko nicht höher als in anderen Sportarten. Der zweite Platz der Deutschen bei Olympia in Sotschi war wichtig für das Eishockey. Das Interesse an dem Sport ist gewachsen, bei Kindern, aber auch bei Zuschauern.“

Die 7. Klasse beendet der Wismarer am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium und geht mit 13 Jahren aufs Sportinternat nach Krefeld. Hier spielt er in der ersten Bundesliga der U 16, wird in die Nationalmannschaft berufen. Mit der U-18-Mannschaft erkämpft er den zweiten Platz bei der Junioren-WM.

Für eine Saison in Denver/Colorado

Für die Saison 2017/2018 geht Thore Weyrauch in die USA. „Dort kann man Eishockey auf hohem Niveau spielen und gleichzeitig studieren. Beides miteinander bestmöglich verknüpfen, das war mir wichtig. In Deutschland ist das nur schwer oder gar nicht möglich, weil in beiden hohen Ligen morgens und abends trainiert wird. Ich möchte Medizin studieren, aber im Direktstudium“, erklärt er. In Denver/Colorado spielt Thore bei den Superior Rough Riders (deutsch: überlegene raue Reiter) in der Junioren-Liga. Danach bewirbt er sich mit 120 anderen auf 25 Plätze in einer Mannschaft der besten Nachwuchsliga der USA. „Es hat leider nicht geklappt. Da war ich ziemlich geknickt“, gesteht er. Im Nachhinein bleibt ihm die Freude, viel erlebt und gesehen zu haben – im Mittleren Westen durch Auswärtsspiele seines Teams und nach der Saison auf Reisen nach Boston, Texas und Kanada.

In der amerikanischen Junioren-Liga sammelt Thore Weyrauch in 56 Spielen 88 Scorerpunkte für Tore beziehungsweise Vorlagen. Der Trainer der Hannover Indians wird auf das Sturmtalent aufmerksam. „Anfangs wollte ich das Angebot nicht annehmen. Ich dachte, die Oberliga ist nicht professionell genug.“ Ein paar Freundschaftsspiele zu Saisonbeginn ließen sein Urteil aber schnell revidieren. „Die Liga ist extrem gut geworden. Ich bin ziemlich zufrieden, wie’s jetzt gekommen ist.“

Berufsausbildung zum Physiotherapeuten

Denn mit Hilfe des Laufbahnberaters am Olympiastützpunkt Rostock findet Thore eine für ihn akzeptable berufliche Entwicklungsmöglichkeit in der niedersächsischen Hauptstadt. Er macht jetzt eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. „Das klappt gut mit dem Training“, sagt er. Danach könne er, mit etwas Glück, an der Medizinischen Hochschule ein Studium beginnen. Orthopäde oder Sportmediziner möchte er werden.

Am 15. März hat die Finalrunde der Oberliga begonnen. Die Chancen für den Aufstieg seiner Hannover Indians in die zweithöchste deutsche Eishockey-Liga, die DEL 2, stehen gut, ist Thore zuversichtlich.

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Haike Werfel