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Wismar Erfolg für kranke Klara: Schule in Neuburg bekommt im Oktober einen Lift
Mecklenburg Wismar Erfolg für kranke Klara: Schule in Neuburg bekommt im Oktober einen Lift
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16:59 30.08.2019
Klara (10) und ihre Mutter Julia Erpen (l.) freuen sich über die Spende in Höhe von 1000 Euro von den Wismarer Stadtwerken. Der Geschäftsführer Andreas Grzesko und seine Mitarbeiter haben das Geld aus der Förderherzen-Aktion zur Verfügung gestellt. Quelle: Kerstin Schröder
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Neuburg

Es ist geschafft: Die unheilbar kranke Klara aus Neuburg bekommt einen Lift – nicht sie persönlich, sondern die Schule Neuburg. In der wird das Mädchen seit der ersten Klasse unterrichtet. Mittlerweile braucht sie einen Rollstuhl. Doch das Gebäude ist nicht barrierefrei. Und weil sich der Gesundheitszustand von Klara extrem verschlechtert hat, könnte sie ohne Lift dort nicht weiter zur Schule gehen.

Noch vor vier Wochen sah es danach aus, dass die Zehnjährige ihre gewohnte Umgebung und ihre Freunde verlassen muss: Die Gemeinde könne die 42 000 Euro für den Umbau nicht aufbringen, erklärte Bürgermeister Bernd Hartwig (CDU). Doch Klaras Mutter wollte nicht aufgeben und hat gemeinsam mit der OSTSEE-ZEITUNG auf das Schicksal ihrer Tochter aufmerksam gemacht und eine Spendenaktion gestartet. Mit Erfolg! Viele Menschen und Firmen haben für Klaras Herzenswunsch, weiterhin die Schule in ihrem Heimatort besuchen zu können, Geld gespendet. Und jetzt gibt es auch Hilfe aus Schwerin: Bildungsministerin Bettina Martin und Energieminister Christian Pegel (beide SPD) haben nach möglichen Fördertöpfen gesucht – und die auch gefunden.

Förderbescheid soll bald übergeben werden

„Die Landesregierung hat der Gemeinde Geld zugesichert und wird den Förderbescheid demnächst übergeben“, verspricht der SPD-Landtagsabgeordnete Tilo Gundlack. Zusammen mit den Spenden wird die notwendige Summe für Einbau des Liftes erreicht. Vermutlich schon im Oktober sollen die Arbeiten an der Neuburger Schule beginnen – inklusive einer Rampe und eines Behinderten-WCs.

Auf dem Spendenkonto für Klara sind bislang 20 000 Euro eingegangen. Am Mittwoch haben die Stadtwerke Wismar eine größere Summe von 1000 Euro an das Mädchen und ihre Mutter Julia Erpen übergeben. Die beiden sind überglücklich, dass nach monatelanger Ungewissheit doch noch eine Lösung, vor allem eine schnelle, gefunden wurde. „Es ist toll, dass ich in Neuburg bleiben kann“, freut sich Klara bei der Scheckübergabe. Seit sie ein Jahr alt ist, leidet das Mädchen an einer seltenen, unheilbaren Muskelentzündung, die ihr sehr große Schmerzen bereitet. Nur 150 Menschen in Deutschland haben die Krankheit, die Muskel- in Fettgewebe umwandelt. Für Klara bedeutet das, sie darf keine langen Strecken zu Fuß gehen, keinen Sport machen. Und Treppensteigen ist für sie eine Qual.

Viele Menschen und Firmen wollen helfen

Eigentlich sollte sie mit Beginn des neuen Schuljahres eine Integrationshelferin an ihrer Seite haben, die ihren Ranzen trägt, wenn sie keine Kraft mehr dazu hat oder für sie mitschreibt, wenn die Finger zu sehr schmerzen. Doch die Integrationshelferin habe schon nach einem Tag wieder gekündigt, berichtet ihre Mutter Julia Erpen. Es sähe aber gut aus, dass Klara bald neue Unterstützung bekommt. Der Neuburgerin ist es sehr schwer gefallen, das Schicksal ihrer Tochter öffentlich zu machen. Doch sie hat es nicht bereut: „Mit solcher Hilfsbereitschaft habe ich nicht gerechnet, es ist Wahnsinn, wie viele Menschen Klara helfen wollen.“

Klara ist froh, dass sie in Neuburg bleiben kann

Auch Andreas Grzesko, Geschäftsführer der Stadtwerke, und seine Mitarbeiter haben nicht lange gezögert, Geld zur Verfügung zu stellen. Das stammt aus der Förderherzen-Aktion, mit der jedes Jahr gemeinnützige Projekte unterstützt werden. Meist welche aus Wismar. „Aber Klara hat unsere Herzen berührt und wir wollten ihr helfen“, erklärt Andreas Grzesko.

Zusätzlich zu den 1000 Euro hat Klara noch einen Büchergutschein bekommen. Der hat ihr ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. „Ich lese sehr gerne, am liebsten Gregs Tagebuch“, erzählt sie. Auch die Schule mache viel Spaß. Informatik und Biologie sind in diesem Jahr neu. Runter auf den Pausenhof schafft es Klara schon länger nicht. Sie hat jetzt den Pflegegrad 2. Aber sie hat Lehrer, die sie mag, und Freunde, die sie von klein auf kennt und mit denen sie dank des neuen Liftes auch weiterhin die Schulzeit erleben darf – und das macht Klara glücklich.

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Kerstin Schröder

Von Kerstin Schröder

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