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Wismar Ergebnis der Wismarer Bürgerschaft ist da: SPD bleibt vorne, AfD erreicht Fraktionsstärke, CDU verliert
Mecklenburg Wismar Ergebnis der Wismarer Bürgerschaft ist da: SPD bleibt vorne, AfD erreicht Fraktionsstärke, CDU verliert
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16:01 27.05.2019
Wahlhelfer sortieren im Wismarer Rathaus Stimmzettel. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

Die Wismarer Bürgerschaft ist gewählt: Nach einer Verzögerung bei der Auszählung der Briefwahl steht seit Montag gegen 9 Uhr endlich das vorläufige Ergebnis des Wismarer Stadtparlaments fest.

Diese Politiker sind in der Bürgerschaft

Nach derzeitigem Stand gehen die 37 Sitze an folgende Frauen und Männer: Für die SPD sind im Stadtparlament Tilo Gundlack, Frieder Bohacek, Ronny Keßler, Sabine Matthiesen, Michael Tiedke, Karin Lechner, Eberhard Müller, Sybille Runge, Ronny Ortland und Joachim Winkler vertreten. Das wäre ein Platz weniger als bei der letzten Wahl.

Die Sitze der CDU gehen an: Siegfried Ballentin, Tom Brüggert, Hans-Martin Helbig, Hannes Nadrowitz, Sigfried Rakow und Frieder Weinhold. Damit haben die Christdemokraten zwei Sitze weniger als bei der letzten Bürgerschaftswahl.

So sieht die Stimmverteilung in Wismar aus

Wahlsieger sind die Sozialdemokraten. Die SPD holt 14 239 Stimmen, damit 26,6 Prozent und 10 Sitze in der Wismarer Bürgerschaft. Die CDU kommt auf 8839 Stimmen, 16,5 Prozent und 6 Sitze. Die Grünen ziehen mit 6343 Stimmen ins Parlament. Das sind 11,8 Prozent und damit 4 Sitze. Die AfD erhält 5964 Stimmen, 11,1 Prozent und ebenfalls 4 Sitze. Drei Sitze bekommt die FDP mit 3725 Stimmen (6,9 Prozent). Die Freien Wähler (768 Stimmen) und die Piraten (1137 Stimmen) holen jeweils einen Sitz. Das Für Wismar Forum zieht mit drei Sitzen ins Stadtparlament ein – dank 4155 Stimmen (7,8 Prozent).

Ebenfalls zwei Sitze weniger bekommt die Linke. Für sie Crista Hagemann, Horst Krumpen, Renate Lüders, Reinhard Sieg und Marion Wienecke im neuen Stadtparlament. „Für uns ist das ein herber Schlag, aber angesichts der Gesamtverteilung waren die Verluste fast zu erwarten“, sagt Horst Krumpen. Jetzt komme es darauf an, wie sich die Mehrheiten in der Bürgerschaft verhalten. „Wir werden klare Oppositionsarbeit leisten, sind aber auch zur konstruktiven Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften bereit“, ergänzt der Linken-Politiker, der damit eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt.

Für die Grünen sind dabei: René Fuhrwerk, Petra Seidenberg, Britta Fust und Claudia Tamm. Sie haben zwei Plätze mehr als 2014 erobert und können in Fraktionsstärke einziehen. Das bisherige Bürgerschaftsmitglied Tino Schwarzrock hat es nicht geschafft, trotzdem freut er sich: „Wir haben zum ersten Mal die Fraktionsstärke erreicht, das ist ein großartiges Ergebnis.“

Die Fraktionsstärke hat auch die AfD. Sie hat drei Sitze mehr als bislang und schickt ein Quartett ins Parlament: Jens Holger Schneider, seine Mutter Brigitte Schneider, Angelo Tewes und Andreas Schöning.

Ebenfalls Fraktionsstärke und damit einen Platz mehr hat jetzt die FDP: René Domke, Klaus Tilsen und Peter Manthey sind für die Liberalen in der Bürgerschaft. Domke ist begeistert. Er freut sich auf eine ganz neue politische Zusammenarbeit und darüber, dass die bisherigen Fraktionspartner von den Grünen ebenfalls Plätze dazugewonnen haben. „Das ist ein schönes Signal in Richtung der kleinen Parteien“, findet Domke. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließe er nicht aus, „wenn es um gute Sachthemen geht“.

Einziger Pirat war und ist Bernhard Schubach, einziger Freier Wähler in der Bürgerschaft ist Torsten Born. Das Für-Wismar-Forum vertreten künftig Marcel Schröder, Kathrin Gründemann und Gerd Zielenkiewitz. Sabina Mönch-Kalina, die bislang im Stadtparlament saß, ist nicht mehr dabei. Das Forum hat im Vergleich zur letzten Wahl einen Platz eingebüßt.

Tilo Gundlack holt die meisten Stimmen

Mit Abstand die meisten Stimmen – nach Stand von Montagfrüh um 5 Uhr mehr als 6300 – hat Stadtpräsident Tilo Gundlack (SPD) geholt. Bei der letzten Wahl sind es „nur“ 3990 Stimmen gewesen und auch damals die meisten. „Ich bin sehr zufrieden und glücklich“, freut sich Tilo Gundlack über das Vertrauen der Wähler. Die ganze Arbeit der vergangenen Jahren hätten sich ausgezahlt. „Ich kann den Wählern nur ein ganz großes Dankeschön sagen.“

Auch die AfD hat fröhlich den Rathaussaal verlassen: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Wahlausgang und gedenken, das Vertrauen der Wähler nicht zu enttäuschen“, sagt André Jortzik. Und sein Parteikollege Jens Holger Schneider ergänzt: „Der Einsatz hat sich gelohnt.“ Er hoffe auf einen sachlichen Umgang, um Wismar weiter voranzubringen. Zudem gäbe es jetzt familiäre Bande in der Bürgerschaft – denn Tom und Tony Brüggert „sind meine Cousins“, erzählt Jens Holger Schneider. Auch seine Mutter hat es ins Stadtparlament geschafft. Allerdings nicht sein Cousin Tony Büggert, der für die CDU kandidiert hat.

Enttäuschung bei den Christdemokraten

Bei der CDU herrscht Enttäuschung. Die Christdemokraten wollten die stärkste Fraktion in der Bürgerschaft werden. Doch sie haben zwei Sitze verloren. „Das Wahlziel haben wir gnadenlos verfehlt“, gesteht Tom Brüggert ein. Wahrscheinlich hätten die Themen, die in den vergangenen Jahren von seiner Partei angesprochen worden seien, die Wähler nicht überzeugt. Brüggert hofft weiterhin auf stabile Verhältnisse im Stadtparlament. Denn: Die neue Zusammensetzung sei ziemlich gemischt.

Bürgermeister Thomas Beyer freut sich als Mitglied der SPD über den Erfolg der Sozialdemokraten. Mit Blick auf die AfD-Ergebnisse sagt er: „Jetzt kommt es darauf an, dass sich die anderen Parteien mit der AfD auseinandersetzen.“ In der Kommunalpolitik gehe es aber weniger um Ideologie, sondern vielmehr um praktische Projekte wie Straßen- und Schulsanierungen, die Förderung von Vereinen und eine gute Stadtentwicklung.

Die Wahlbeteiligung lag bei 53,4 Prozent, 54 482 Stimmen wurden abgegeben, 872 davon waren ungültig.

Langes Warten im Rathaussaal

Wer wissen wollte, wer dem neuen Stadtparlament angehört, musste sich lange gedulden – um 5 Uhr morgens wurde die Auszählung am Montag schließlich abgebrochen. Die hatte sich ohnehin schon ziemlich hingezogen. Denn erst waren die EU- und Kreistagswahlen an der Reihe. Außerdem konnten die Ergebnisse aus technischen Grünen nicht online gestellt werden. Stattdessen wurden nacheinander die Ergebniszettel der ausgezählten Wismarer Wahllokale ausgedruckt und im Rathaussaal präsentiert. In dem hatten sich etwa 50 Neugierige – vor allem viele Kandidaten eingefunden, um die neuesten Entwicklungen zu beobachten. Doch mit einem vorläufigen Endergebnis konnten sie nicht nach Hause gehen. Doch nun liegt es vor.

Die Sitzverteilung der Bürgerschaft in den vergangenen fünf Jahren sah so aus: SPD 11, CDU 8, Die Linke 7, Für-Wismar-Fraktion 4, Grüne 2, FDP 2, Piraten 1, AfD 1, NPD 1.

Kerstin Schröder

Das vorläufige Endergebnis der Kreistagswahlen ist da. Die CDU holt die meisten Sitze – insgesamt 14. Die SPD gewinnt 13 Sitze.

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