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Wismar Es summt in und um Wismar – immer mehr Freizeitimker halten Bienen
Mecklenburg Wismar Es summt in und um Wismar – immer mehr Freizeitimker halten Bienen
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13:33 22.08.2019
Imker Maik Allert erntet Honig von den Bienen in seinem Garten in Karow bei Wismar. Der Freizeitimker vom Imkerverein Wismar hat den 2. Norddeutschen Honigmarkt vor St. Nikolai mitorganisiert. Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

Es summt leise und gleichmäßig im Garten von Maik Allert. Etwa 120 000 Bienen leben dort in zwei Kästen. Zu sehen sind sie kaum. Denn sie sind damit beschäftigt, in ihrem Kasten Honig zu produzieren, Bienenlarven aufzuziehen und auch mal Eindringlinge wie Wespen zu bekämpfen. So wie Maik Allert in Karow bei Wismar wollen immer mehr Freizeitimker ihren Honig selbst ernten und damit auch etwas gegen das Insektensterben tun.

Vereine zählen immer mehr Freizeitimker

Die Zahlen der Imkervereine bestätigen dies. Laut Imkerverband MV sind zurzeit 1747 Freizeitimker in 77 Vereinen im ganzen Land organisiert. Der Imkerverein in Wismar zählt aktuell 39 Mitglieder, im vergangenen Jahr waren es noch 35.

So sieht eine Wabe in einem Bienenkasten aus. In dem Kasten leben im Sommer bis zu 60 000 Bienen. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-WIS

Immer mehr Menschen wie Maik Allert interessieren sich für Bienen. Auch er ist erst seit zwei Jahren dabei. Das Thema „Insektensterben“ berührt ihn und viele andere Imker in der Region. Mit seinen vier Bienenvölkern will auch er so einen Betrag dazu leisten und etwas dagegen tun. Zwei seiner vier Kästen stehen nicht bei ihm im Garten, sondern immer dort, wo es ausreichend Nahrung für die Bienen gibt.

Wildbienen in MV sind stark gefährdet

Bedroht sind in der Natur aber vor allem die Wildbienen, die im Gegensatz zur Honigbiene nicht in Staaten leben, sondern Einzelgänger sind. Zu ihnen zählen zum Beispiel auch Hummeln. Von den mehr als 550 heimischen Wildbienenarten ist die Hälfte laut Naturschutzbund MV gefährdet und steht bereits auf der sogenannten Roten Liste. Wichtige Lebensräume der Wildbienen, wie beispielsweise Halbtrockenrasen, blütenreiche Ackerrandstreifen, Weiden, offene Bodenstellen und Abbruchkanten sowie Kiesgruben und Brachen, würden durch intensive Landwirtschaft verdrängt oder gar zerstört. Somit fehlen den Wildbienen Nistmöglichkeiten und Nahrungspflanzen und somit ihr Lebensraum und ihre Lebensgrundlage.

Norddeutscher Honigmarkt am Sonnabend in Wismar

Auf dieses Thema will der Imkerverband MV beim 2. Norddeutschen Honigmarkt aufmerksam machen. Der findet am Sonnabend, 24. August, von 10 bis 18 Uhr vor der Nikolaikirche in Wismar statt.

18 Stände mit Imkern aus ganz Norddeutschland werden dort zu finden sein. Sie bieten nicht nur ihren jeweils eigenen Honig an. Auch andere Bienenprodukte wie Kerzen, Seifen, Salben und anderes werden angeboten. Auch das Bienenzuchtzentrum Bantin stellt sich mit einem eigenen Stand vor, genauso wie der Imkerverband und der Imkerverein Wismar.

500 Gramm Honig passen in ein Glas. Maik Allert aus Karow bei Wismar hat ihn von seinen vier Bienenkästen geerntet. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-WIS

Minister kürt bienenfreundlichste Gemeinde in MV

Erwartet wird zur Eröffnung des Honigmarktes Torsten Ellmann, Vorsitzender des Imkerverbandes, und Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Er kürt vor Ort die bienenfreundlichste Gemeinde von ganz MV. Dafür gibt es ein Preisgeld über 3000 Euro.

Den Honig, den Maik Allert und die anderen Imker ernten, ist übrigens „echter deutscher Honig“, weist also die bundesweit einheitlichen Standards und Qualitätsmerkmale der in der sogenannten Honigverordnung gesetzlich festgeschriebenen Anforderungen auf.

Honigmarkt in Wismar

Der 2. Norddeutsche Honigmarkt findest am Sonnabend, 24. August, von 10 bis 18 Uhr vor St. Nikolai in Wismar statt. Regionale Imkereien präsentieren ihre verschiedenen Honigsorten und viele Produkte rund um die Biene. Auch Verkostungen sind möglich.

Gezeigt wird ein Bienenschaukasten. Besucher können die Insekten dort in ihrem Stock beobachten. Der Imkerverein Wismar sorgt für Verpflegung – unter anderem wird Honiglimonade angeboten.

Auch das Bienenzuchtzentrum Bantin stellt sich vor. Die bienenfreundlichste Gemeinde wird von Landwirtschaftsminister Till Backhaus bei der Eröffnung des Marktes ausgezeichnet.

Imker Maik Allert erntet Honig von den Bienen in seinem Garten in Karow bei Wismar. Der Freizeit-Imker vom Imker-Verein Wismar hat den 2. Norddeutschen Honigmarkt vor St. Nikolai mit organisiert. Quelle: Michaela Krohn

Bis zu 70 Gläser Honig pro Bienenvolk

„Das Honigjahr beginnt im August“, erklärt Maik Allert. Geerntet wird dann ab dem Frühjahr. Zuerst gibt es den besonders süßen und eher festen Rapshonig. Später werden dann die Sorten Sommerblüte mit Linde oder Sommerblüte geerntet. Pro Volk können bis zu 70 Gläser Honig herauskommen. Wie der süße Saft schmeckt, können Interessierte am Sonnabend in Wismar vor St. Nikolai erfahren.

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Von Michaela Krohn

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