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Wismar Fahrten zu Abgeordneten sind sehr gefragt
Mecklenburg Wismar Fahrten zu Abgeordneten sind sehr gefragt
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06:00 09.11.2018
Der Shanty-Chor Blänke aus Wismar besuchte am 14. September 2018 den Bundestagsabgeordneten Frank Junge. Quelle: Büro Frank Junge
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Wismar

Was machen die Bundestagsabgeordneten den ganzen Tag? Wie arbeitet es sich im Bundestag? Solchen und ähnlichen Fragen können die Teilnehmer der Berlin-Fahrten der Abgeordneten nachgehen. Auch Interessierte aus Wismar und Umgebung können ihre Vertreter in Berlin besuchen.

Dabei gibt es zwei Arten von Berlin-Fahrten. Die Abgeordneten können jährlich drei Besuche veranstalten, die das Bundespresseamt organisiert. An diesen zwei- bis dreitägigen Reisen können jeweils 50 Interessierte aus dem Wahlkreis teilnehmen. Die Fahrten sind für die Teilnehmer größtenteils kostenlos und entsprechend begehrt. Zusätzlich können die Bundestagsabgeordneten Gruppen zu eintägigen Besuchen einladen. Die Kosten, die für Aktionen neben dem Besuch im Reichstag entstehen, tragen die Teilnehmer dann jedoch selbst. Lediglich Zuschüsse können sie beantragen. Diese können dann das Essen im Besucherrestaurant und einen Beitrag zwischen fünf und zehn Euro pro Person für die Fahrt in Abhängigkeit von der Entfernung beinhalten.

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Die Nachfrage bei Frank Junge (SPD) und Karin Strenz (CDU), den Abgeordneten für Wismar und Umgebung, ist hoch. „Schon lange im Vorfeld werden wir angefragt“, sagt Karin Strenz. Für ihre aktuelle Fahrt, die am 9. November endet, gab es eine Warteliste. Doch sie beruhigt: „Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, sprechen wir diejenigen an, die auf der Warteliste stehen, um ihnen einen Platz für die nächste Fahrt anzubieten.“ Auch bei Frank Junge gibt es eine Warteliste für die Berlin-Fahrten, die durch das Bundespresseamt organisiert werden. Doch nicht nur die große Nachfrage ist eine Herausforderung, sondern auch die Organisation. „Bei einem so großen Wahlkreis müssen die Regionen für eine Fahrt logistisch sinnvoll gebündelt werden“, erklärt er. Die Fahrten werden, so Frank Junge, „gleichmäßig über das Jahr und über die Regionen“ verteilt.

In Berlin lernen die Teilnehmer dann nicht nur ihren Abgeordneten kennen, sondern auch die Stadt. „Die perfekte Mischung macht es“, erklärt Karin Strenz. Das heißt, neben einem Aufenthalt im Bundestag, einem Gang durch die Kuppel und einem Gespräch mit dem jeweiligen Abgeordneten, gibt es zum Beispiel auch Stadtrundfahrten, ein Mittagessen im Berliner Fernsehturm oder Museumsbesuche. Wieder weit über 1000 Bürger würden dieses Jahr den Abgeordneten Frank Junge besuchen, teilt sein Büro mit. Bei Karin Strenz seien es 70 Reisegruppen in der vergangenen Legislaturperiode, also in vier Jahren, gewesen. Das zeige deutlich, wie überwältigend die Nachfrage sei, findet die Abgeordnete der CDU. „Ich freue mich über jeden Besuch, denn es ist eine großartige Gelegenheit, um mit vielen Bürgerinnen und Bürgern meines Heimatwahlkreises direkt und persönlich ins Gespräch zu kommen“, so Karin Strenz.

Doch wer fährt bei solchen Fahrten mit? „Das ist ganz unterschiedlich“, sagt Karin Strenz. Bei ihren Fahrten seien unter den Besuchern Ehrenamtliche aus allen Bereichen, Vereinsmitglieder und Chöre. Sogar Mitglieder anderer Parteien seien schon bei ihr gewesen. Auch bei Frank Junge nimmt ein durchmischtes Publikum teil. „Ich erhalte Anfragen von Einzelpersonen, Seniorenvereinen, Sportvereinen, Unternehmen, Schulklassen“, sagt der Abgeordnete der SPD. Dabei werde bei ihm meist nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ entschieden, wer an einer vom Bundespresseamt organisierten Fahrt teilnehmen darf.

Ein Bewerbungsverfahren gibt es auch bei Karin Strenz nicht. Sie bemühe sich aufgrund des großen Wahlkreises, gerecht zu planen, wer an einer Fahrt teilnehmen kann. Bei der letzten Fahrt seien viele Teilnehmer aus dem Altkreis Parchim mitgekommen. An der kommenden Reise werden nun Interessierte aus dem Raum Nordwestmecklenburg und Landkreis Rostock teilnehmen. Bei Frank Junge startet im Dezember eine Besuchergruppe aus Kühlungsborn. Prinzipiell kann jeder Interessierte sich auf einen Platz bewerben. Die Gruppen werden dann nach logistischen Gesichtspunkten zusammen gestellt.

Christin Tute

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