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Wismar Für-Wismar-Forum will Ordnungsdienst ausweiten
Mecklenburg Wismar Für-Wismar-Forum will Ordnungsdienst ausweiten
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14:01 21.05.2019
Sabine Mönch-Kalina möchte mit dem Für-Wismar-Forum erneut in die Bürgerschaft einziehen. Drei bis fünf Plätze rechnet sich die Wählergemeinschaft aus. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Am 26. Mai wird eine neue Bürgerschaft gewählt. Die Wählergemeinschaft Für-Wismar-Forum will erneut ins Parlament. Hochschul-Professorin Sabine Mönch-Kalina (60), stellvertretende Vorsitzende der Für-Wismar-Fraktion, hat sich den Fragen der OSTSEE-ZEITUNG gestellt.

Auf der Notenskala von eins bis fünf: Welche Zensur geben Sie der Stadt?

Zwei bis Drei.

Fallen Ihnen drei Beispiele ein, wo Wismar Ihrer Meinung nach zulegen sollte?

Steigerungspotenzial sehen wir definitiv im Bereich Bürgernähe. Außerdem müssen wir mehr die Entwicklung der Lebensumgebung der Bürger berücksichtigen.

Was meinen Sie damit?

Viele Entscheidungen und Diskussionen drehen sich um Wirtschaft, Tourismus, Welterbe und die Altstadt. Das reicht uns nicht. Wir reden zu wenig über das Leben in den anderen Stadtteilen, wobei es am Kagenmarkt eine gute Entwicklung gibt. Ein Beispiel: Was bedeutet die Parkplatzregelung im Altstadtbereich für die Anwohner aus Wendorf, vom Friedenshof und Kagenmarkt, die angesichts des ÖPNV oft auf Autos angewiesen sind. Was heißt das, wenn sie ihre Angelegenheiten in der Altstadt erledigen, zur Bank, einkaufen oder in ein Café gehen wollen. Sie sind genauso Einwohner der Hansestadt, werden aber beim Parken benachteiligt. Sie werden behandelt wie Touristen, wo man sagt, die können ruhig 50 Cent pro 20 Minuten bezahlen.

Und ein drittes Beispiel?

Ich würde mir wünschen, dass Touristen, die mit dem Auto in die Stadt kommen, anders und früher an die Hand genommen werden. Sie müssen früh erfahren, wo sie parken können. Sie müssen nicht erst bis zum Marktplatz in die Altstadt reinfahren. Ideal wäre eine Anlaufstelle mit Stadtplan und Toilette, einer Getränkestation und Informationen, wie sie zu Fuß die Stadt erkunden können.

Wo sollte diese Anlaufstelle sein?

Zum Beispiel an den großen Parkplätzen am Altstadtring oder dort, wo Aldi an der Bürgermeister-Haupt-Straße demnächst wegfallen wird.

Das kostet Geld?

Das darf auch Geld kosten und ist eine Frage der Prioritäten. Am liebsten wäre uns, man würde das eine oder andere beenden oder ändern können, was viel Geld kostet.

Zum Beispiel?

Das Theater. Es wird nicht so angenommen, wie es angenommen werden könnte. Die Markthalle ist auch so ein Thema. Man muss gucken: Lohnt es sich, auf diesem Weg weiterzumachen oder gibt es bessere Alternativen?

Das Thema Hochbrücke bewegt viele Wismarer. Sind Sie für eine neue Brücke oder für eine Troglösung?

Wenn es sich realisieren ließe, auf jeden Fall für die Trogvariante. Es darf umweltmäßig nicht schlechter sein und hinsichtlich der Mehrkosten müssen wir die Frage beantworten, was uns eine Erhöhung der Lebensqualität und eine Aufwertung des Bereiches wert ist.

Frau Mönch-Kalina, wann sind Sie das letzte Mal Bus gefahren?

Oh, ich denke, vor zwei Jahren nach Grevesmühlen.

Der ÖPNV wird aktuell diskutiert. Ist Ihre Fraktion bereit, für einen besseren Nahverkehr in Wismar mehr Geld auszugeben?

Natürlich muss tiefer in die Tasche gegriffen werden, wenn wir weniger Autoverkehr und mehr Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen wollen. Wir können uns zum Beispiel mehr kleine Busse mit zehn oder 20 Plätzen mit enger Taktung vorstellen. Beispielsweise ein Bus ohne Fahrplan, der permanent um den Altstadtring fährt und einmal die Altstadt in der Breiten Straße kreuzt. Das wäre ein Traum.

Ist das Für-Wismar-Forum für oder gegen eine fahrradfreie Fußgängerzone?

Fahrradfrei. Ein Mix geht nur, wenn sich alle an die Regeln halten. Wenn nicht, und das ist leider zu beobachten, kann man nur mit Verboten arbeiten. Das betrifft auch das Thema Müll. Ich will nicht sagen, dass Wismar die superdreckige Stadt ist. Absolut nicht. Aber es gibt ein paar neuralgische Stellen. Wie kann es sein, dass jemand mit einer Essenkiste in den Bürgerpark geht, aber zu faul ist, den Müll wieder mitzunehmen?

Was wollen Sie tun?

Entweder wir schaffen es, dass die Bürger ihre Verantwortlichkeit sehen und wahrnehmen oder man muss Regeln einziehen und die dann auch kontrollieren. Im Bürgerpark gibt es seit April wieder einen Ordnungsdienst. Wir müssen darüber reden, ob wir den auch in der Altstadt beziehungsweise in der gesamten Stadt brauchen.

Sind Sie dafür?

Ja, der könnte zum Beispiel auch auf Radfahrer achten, auf die Hundekotproblematik und auf Menschen, die achtlos ihre Kippen oder ihren sonstigen Kleinmüll wegschmeißen.

Finden sie es gut, dass Wismarer Schüler während der Schulzeit für einen besseren Klimaschutz demonstrieren?

Klar finde ich das gut. Vielleicht ist das der Startschuss für ein insgesamt stärkeres Engagement. Das gilt nicht nur für Jugendliche. Bürger wollen sich einbringen, aber dann auch ernst genommen werden und Erfolge sehen. Beispiel Brötchentaste. Davon kann man halten, was man will. Was aber ist daran so schwer, das einfach auszuprobieren. Dann wird ausgewertet, wie die Erfahrungen sind und ob es Missbrauch gibt. Und dann werden die Bürger die getroffenen Entscheidungen besser akzeptieren. Davon sind wir überzeugt.

Wie schätzen Sie den Zustand der Wismarer Sportanlagen ein?

Da gibt es noch viel zu tun, einige Sportanlagen machen mich fassungslos. Das wird lange dauern, bis Wismar auf eine Überholspur kommt. Wir wünschen uns eine stringente Prioritätenliste, die nicht von Co-Finanzierungsmitteln abhängig ist, und endlich absehbare Realisierungszeiträume.

Bei der letzten Wahl hat das Für-Forum-Forum 9,9 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen. Das sind vier Plätze in der Bürgerschaft. Was rechnen Sie sich am 26. Mai aus?

Zwischen acht und zwölf Prozent und drei und fünf Plätzen.

Wahl in Wismar

Neun Parteien und eine Wählergemeinschaft treten mit ihren Bewerbern bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai an.

Die Reihenfolge auf den Stimmzetteln ist wie folgt: CDU, Die Linke, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, AfD, FDP, NPD, Freie Wähler, Piraten, Für-Wismar-Forum.

In Wismar geht es um 37 Plätze in der Bürgerschaft. Die jetzige Sitzverteilung: SPD 11, CDU 8, Die Linke 7, Für-Wismar-Fraktion 4, Grüne 2, FDP 2, Piraten 1, AfD 1, NPD 1.

 Am 26. Mai finden außerdem die Europa- und Kreistagswahlen statt.

Heiko Hoffmann

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