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Wismar Ungewöhnliches Angebot: Suche Feuerwehr-Chef – biete Bauplatz
Mecklenburg Wismar Ungewöhnliches Angebot: Suche Feuerwehr-Chef – biete Bauplatz
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16:23 23.11.2018
Die Gemeinde Passee sucht Feuerwehrleute und einen Wehrleiter. Quelle: Frank Söllner
Passee

Das Feuerwehrhaus feucht, die Truppe nicht mehr vollständig. Die Gemeinde Passee versucht einen Neuaufbau ihrer freiwilligen Feuerwehr. Dafür geht sie auch ungewöhnliche Wege. „Ein Verzicht kommt nicht infrage“, erklärt Bürgermeister Adolf Wittek (parteilos). „Die Sicherheit unserer Einwohner auf dem Lande ist nicht weniger wert als in der Stadt.“

Eine Pkw-Garage aus den 60er Jahren dient als Gerätehaus. Es ist feucht, die Elektronik gefährdet. Die Mitglieder nehmen ihre Feuerwehrkleidung zum Trocknen mit nach Hause. Wegen der schlechten Bedingungen haben drei Männer das Ehrenamt aufgegeben. Der kommissarisch tätige Wehrführer und sein Stellvertreter, beide wohnen nicht mehr in der Gemeinde, haben zu Jahresbeginn angekündigt, Ende Dezember aufhören zu wollen. „Auf Anraten des Amtswehrführers haben wir die Feuerwehr abgemeldet“, berichtet der Bürgermeister.

Mit Innenminister diskutiert

Seit 2015 gibt es den Bauantrag für einen Feuerwehranbau ans Gemeindehaus. Die Kosten: rund 200000 Euro. „Wir haben Fördermittel über den Kreis beim Land beantragt. Gesagt wurde, wir passen in keine Richtlinie“, berichtet Wittek. Laut Bürgermeister habe die Gemeinde seit elf Jahren keine investiven Fördermittel erhalten.

Deutliche Worte fanden er und seine Stellvertreterin Silke Boeck, als Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ihnen unlängst einen Fördermittelbescheid zur Straßensanierung überbrachte. Da versicherte der Minister: „Wir fördern die Feuerwehr, wenn garantiert werden kann, dass 24 Stunden an sieben Tagen die Woche eine Mannschaft zur Verfügung steht.“ Daran arbeitet die Gemeinde jetzt. Ihr Ziel ist es, den Personalbestand wieder zu einer einsatzfähigen Wehr zu formen.

Bauplatz oder mietfrei wohnen

Weil sie keine Führungskraft innerhalb der Gemeinde gefunden hat, soll nun ein Wehrleiter von außerhalb kommen. „Wir bieten ihm ein gemeindeeigenes Baugrundstück für ein Eigenheim an oder den Zuschuss für den Kauf eines privaten Bauplatzes“, erklärt der Bürgermeister. Hat der Bewerber kein Interesse, ein Haus zu bauen, dann gewährt ihm die Gemeinde, drei Jahre lang mietfrei in Passee zu wohnen. „Außerdem zahlen wir Prämien bei positivem Abschluss von Feuerwehrlehrgängen sowie für geleistete Dienstjahre. Der Aufwand für das Ehrenamt soll mit dem Höchstsatz entschädigt werden.“ Damit nicht genug will die Gemeinde den Interessenten bei der Arbeitssuche unterstützen.

2019 soll Feuerwehranbau entstehen

Nicht zuletzt sichert die Gemeindevertretung zu, im nächsten Jahr ein neues Feuerwehrgebäude zu errichten. Mit dem Verkauf des ehemaligen Haustierparks im Ortsteil Tüzen an die Rostocker Firma Voss Energy verfügt Passee über die erforderlichen Finanzen. Daher steht für die Gemeindevertreter fest: „Wir wollen den Bau nicht mehr von einer Förderung abhängig machen.“ Ein entsprechender Beschluss soll Anfang 2019 gefasst werden. Die Garage fürs Feuerwehrfahrzeug und die Ausrüstung ist als Anbau ans Gemeindehaus in Passee geplant. Dessen Einrichtungen wie Toiletten und Versammlungsraum sollen die Feuerwehrleute mitnutzen.

„Wir wollen den Feuerwehranbau nicht mehr von einer Förderung abhängig machen." Adolf Wittek, Bürgermeister Quelle: Nicole Buchmann

„Für unsere Kameraden und Bürger, die in die Feuerwehr eintreten wollen, zahlen wir ebenfalls Prämien, wenn sie die Grundausbildung und weitere Lehrgänge erfolgreich abschließen.“ Mit dieser Maßnahme möchte die Gemeinde nicht nur neue Mitglieder gewinnen, sondern auch den Ausbildungsstand der Wehr verbessern. Zu guter Letzt ist sie bereit, nach zehn Dienstjahren Treueprämien zu zahlen.

Der Bürgermeister ist zuversichtlich. „Ich habe schon von einigen Einwohnern gehört, dass sie bereit wären, in der Feuerwehr mitzuarbeiten.“ Wenn die Gemeinde mit all diesen Maßnahmen vernünftige Grundlagen schafft, ist es nach Witteks Ansicht vielleicht sogar möglich, „eine halbe Werksfeuerwehr“ bei Voss Energy und dem zu schaffenden Erlebnispark zu etablieren.

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