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Wismar Glawe vergisst die Werft
Mecklenburg Wismar Glawe vergisst die Werft
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09:35 26.02.2015
Neujahrsempfang der Mittwochsrunde und der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft mit Minister Harry Glawe (2. v. r.).
Neujahrsempfang der Mittwochsrunde und der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft mit Minister Harry Glawe (2. v. r.). Quelle: Haike Werfel
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Wismar

„Herr Minister, Sie haben nichts zu den Werften gesagt“, stellte die Wismarer Unternehmerin Ines Raum fest, nachdem Harry Glawe (CDU) seinen Vortrag über die wirtschaftliche Entwicklung im Land mit Ausblick auf dieses Jahr beendet hatte.

Der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus von Mecklenburg-Vorpommern war am Mittwochabend beim 24. Neujahrsempfang des Wirtschaftskreises „Die Mittwochsrunde zu Wismar“ und des Vereins Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft im Phantechnikum. Daran nahmen 110 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in Nordwestmecklenburg teil.

Ines Raum erwartete mit ihrer Feststellung eine Aussage vom Minister zur Situation der Nordic Yards-Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund. Glawe antwortete, die Geschäftsführung sei gefordert, neue Aufträge zu aquirieren. „Sie hat ein oder zwei Eisbrecher angekündigt. Diese Aufträge sind noch nicht da. Das Land ist nicht Besitzer der Werften“, erklärte der Minister.

Mit dieser Antwort gab sich Unternehmer Heinz Gluth nicht zufrieden. Er warf Glawe vor, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland absichtlich nicht erwähnt zu haben. „In Ihrer Rede vor zwei Jahren äußerten Sie sich aber sehr froh, dass ein Russe die Werften gekauft hat. Was ist Ihr persönlicher Beitrag gegen diese Sanktionspolitik“, wollte Gluth vom Minister wissen. Die Sanktionen spreche der Bund aus. „Dort tragen wir Dinge vor, die uns stören. Aber das muss man im europäischen Kontext sehen“, sagte Glawe. Auch Russland habe Sanktionen verhängt. Daher würden der Ministerpräsident und er nach Russland fahren.



Haike Werfel