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Wismar Wismar: Graffiti machen Schule bunter
Mecklenburg Wismar Wismar: Graffiti machen Schule bunter
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16:08 27.09.2019
Fachmann Christian Pursch und Amir Balouchi (14) planen das nächste Werk. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

„No Racism“ – kein Rassismus. Buchstabe für Buchstabe sprayt Nele Römhildt (14) ihren Entwurf an die Wand der Schulturnhalle. Mit Erlaubnis – sie nimmt an einem Graffiti-Workshop der Schule teil.

„Die Botschaft ist mir wichtig, viele denken aber nicht so. Und dann läuft das aus dem Ruder“, sagt die Schülerin. Sie freut sich über das Projekt, über die Entwürfe der anderen und den Austausch. Immerhin bekommt sie Tipps vom Wismarer Graffitiprofi Christian Pursch. Nele: „In Wismar gibt es ja nicht so viele Chancen, irgendwo legal zu sprayen. Und illegal ist ja doof.“

Nele Römhildt (14) überträgt ihren Entwurf auf die Turnhallenwand. Quelle: HWI

Wichtige Botschaft

Multikulti, Respekt, Frieden – die Botschaft des Projektes ist wichtig. „20 Prozent unserer Schüler haben Migrationshintergrund“, sagt Schulleiterin Beate Brindle. Übrigens gilt das auch für 15 Prozent des Lehrerteams. Um Problemen vorzubeugen, unternimmt die Schule einiges. „Davon profitieren alle Kinder“, stellt Beate Brindle klar.

Die Sozialpädagogin Dr. Tünde Lovász ist als Respekt-Coach an der Schule, bringt Theaterstücke in die Turnhalle, lässt die Schüler mit Profis rappen oder nun die Grundlagen der Graffitikunst lernen. Vor einem Jahr fand die Auftaktveranstaltung des Bundesvorhabens „Jugendsozialarbeit an Schulen“ an der Ostsee-Schule Wismar statt.

Das Herz von Amir Balouchi (14) aus dem Iran zeigt, wie verschiedene Puzzleteile zusammen kommen müssen, damit alles stimmt. Quelle: HWI

Ein Respekt-Coach im Landkreis

Ziel des Projekts des Jugendmigrationsdienstes mit dem CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.) als Träger ist eine Radikalisierungsprävention, egal in welche Richtung. In Nordwestmecklenburg nimmt nur die Wismarer Schule an diesem Bundesprogramm mit insgesamt 189 Standorten teil.

Dr. Tünde Lovász freut sich: „Die Schüler haben das Thema Frieden sehr gerne aufgegriffen. Das Graffitiprojekt ist ein willkommener Anlass, sich mit der eigenen Welt auseinanderzusetzen. Und das in einer Sprache, die die Jugendlichen cool finden.“

Mit dem Herzen dabei

So wie Amir Balouchi, der 14-Jährige kommt aus dem Iran, vor acht Jahren ist er nach Deutschland gekommen. Er sprayt ein Herz aus bunten einzelnen Puzzleteilen an die Turnhallenwand. „Meine Familie, meine Freunde, alles, was mir wichtig ist“, erklärt er die einzelnen Teile. „Wenn da oben die rote Ecke fehlt, dann ist das Herz ja nicht vollständig.“ Recht hat er.

Ziemlich cool sind die bisherigen Arbeiten der Schüler zum Thema Toleranz, Frieden und dem Miteinander. Quelle: HWI

„Das ist mal was anderes“, erzählt er und freut sich: „So einen Workshop gibt es bestimmt sonst in Wismar nicht.“ Dank Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde er möglich.

„Wir haben noch viele leere Flächen hier“, kommentiert Schulleiterin Beate Brindle die etwas trostlosen grauen Wände, die mitunter illegale Sprayer einladen. Auch davor sollen die Kunstwerke der Schüler hoffentlich schützen. Und das auch für die nächsten Schülergenerationen.

Von Nicole Hollatz

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