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Wismar Granate und Panzermine in Wismar gefunden
Mecklenburg Wismar Granate und Panzermine in Wismar gefunden
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15:19 05.04.2019
Auf einer Brachfläche am Bürgerpark in Wismar wurden am Freitag eine Flugabwehrgranate und eine Panzermine gefunden.
Auf einer Brachfläche am Bürgerpark in Wismar wurden am Freitag eine Flugabwehrgranate und eine Panzermine gefunden. Quelle: Polizeiinspektion Wismar
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Wismar

Nachdem in der vergangenen Woche gerade erst in Rostock mit riesigem Aufwand eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft wurde, musste der Munitionsbergungsdienst nun in Wismar aktiv werden. Am Freitagvormittag wurden eine Panzermine und eine Flak-Granate in der Nähe des Bürgerparks gefunden. Um 9.19 Uhr hatte die Polizeiinspektion Wismar einen Hinweis erhalten und rief die Bombenentschärfer des Landes dazu.

„Wir haben die Fundstelle mit Streifenbeamten abgesperrt, bis der Munitionsbergungsdienst kam“, bestätigt Polizeisprecher Axel Köppen. Wo genau, die Granate und die Mine gefunden wurden, ist bislang nicht bekannt gegeben worden. Vonseiten der Polizei heißt es nur: „auf einer Brachfläche am Bürgerpark“. Die Beamten seien da gewesen, bis der Munitionsbergungsdienst übernommen hatte. Der hat die gefährlichen Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg abtransportiert.

Sprengstoff bleibt über Jahrzehnte stabil und gefährlich

Robert Mollitor, Leiter des Munitionsbergungsdienstes MV, erklärt, wie seine Kollegen in so einem Fall vorgehen: „Üblicherweise ist der Sprengstoff TNT in Granaten und Bomben aus dem Krieg enthalten. Und der ist bis heute gefährlich. TNT bleibt über viele Jahre chemisch stabil. Die Sprengwirkung bliebt dieselbe. Wenn wir da eine Sprengung durchführen müssen, ist das Loch genauso groß wie 1945.“

„Wenn wir da eine Sprengung durchführen müssen, ist das Loch genauso groß wie 1945“, sagt Robert Mollitor, Leiter des Munitionsberungsdienstes MV Quelle: Udo Burwitz

Sorgen machen dem Munitionsbergungsdienst dabei vor allem die Zünder. Mollitor: „Die werden im Laufe der Zeit immer empfindlicher. Da muss der Kollege dann immer gucken, ob er da noch rangehen kann. Die Sicherungseinrichtung, die ursprünglich mal in so einer Granate vorhanden waren, sind heute in einem nicht mehr nachvollziehbarem Zustand. Und das könnte dazu führen, dass wir die Granate sprengen müssen.“

Munition wird in Niedersachsen bei Spezialfirma entsorgt

In Wismar war das zum Glück nicht der Fall. Granate und Mine konnten von zwei Leuten des Munitionsbergungsdienstes abtransportiert werden. Das Material wird nun zusammen mit anderen Munitionen zu einer Firma nach Niedersachsen gebracht – einer Munitionsentsorgungsanlage mit Abgasreinigung. Dort wird die Munition dann „thermisch vernichtet“ – also verbrannt und so unschädlich gemacht. „Wenn sie nicht transportfähig ist, dann muss vor Ort entschärft werden. Das kann man bei Granaten aber eigentlich nicht, weil der Zünder zu fest sitzt. Dann müsste man sie sprengen und so vernichten – aber das war in Wismar nicht der Fall“, sagt Robert Mollitor.

Im November gab es einen ähnlichen Fund bei Dassow. Ein Sammler mit Metalldetektor hatte eine gefährliche Granate an einem Feldweg bei Prieschendorf in Nordwestmecklenburg gefunden. Nach Angaben von Fachleuten stammte die mit TNT-Sprengstoff gefüllte Granate ebenfalls aus dem Zweiten Weltkrieg und hatte nichts an Gefährlichkeit eingebüßt. Auch diese konnte aber Munitionsbergungsdienst unschädlich gemacht werden.

Mehr lesen: Bilder von der Bombenentschärfung in Rostock

Michaela Krohn