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Wismar Großsegler „Mir“ kommt zum Schwedenfest nach Wismar
Mecklenburg Wismar Großsegler „Mir“ kommt zum Schwedenfest nach Wismar
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12:44 12.07.2019
Der russische Großsegler "Mir" sieht am schönsten aus, wenn er alle Segel gesetzt hat. Quelle: Adler-Schiffe GmbH & Co KG
Wismar

Das 20. Schwedenfest wird russisch – zumindest im Alten Hafen von Wismar. Denn die „Mir“ macht in knapp einem Monat wieder in der Hansestadt fest. Zum mittlerweile dritten Mal. Zu verdanken ist das Norbert Gelhart sowie Martina und Uwe Krimmling. Das „maritime Trio“ des Vereins „Licht am Horizont“ hat den Besuch des russischen Großseglers in den vergangenen Monaten vorbereitet – so wie bereits im letzten Jahr.

Firmen unterstützen das Vereinsprojekt

Sie holen die "MIR" wieder nach Wismar: Martina Krimmling und Norbert Gelhart vom Verein "Licht am Horizont". Quelle: Kerstin Schröder

Schon 2018 hatte die „Mir“ auf Einladung des Vereins Kurs auf Wismar genommen – nach damals 21-jähriger Pause. Nun scheint es fast so, als würde das 110 Meter lange Schiff künftig jedes Jahr nach Wismar kommen. „Das wäre schön, aber die ,Mir’ hierherzukriegen, ist ein ziemlicher Kraftakt“, berichtet der Vereinsvorsitzende Norbert Gelhart. Das größte Problem sei, einen Schlepper zu organisieren. Den braucht der Großsegler für ein sicheres An- und Ablegen im Alten Hafen. Und der Schlepper kostet eine Menge Geld. Deshalb hat Norbert Gelhart wieder bei vielen Firmen in der Stadt das Projekt vorgestellt und um finanzielle Unterstützung gebeten – mit Erfolg. Einige haben schon gespendet, einige Gespräche laufen noch. Der Schlepper kommt für die „Mir“ extra aus Rostock-Warnemünde. Er bugsiert den Großsegler nach dem Einlaufen sicher an die Kaikante.

Eine Ausfahrt ist am 17. August geplant

Die Ankunft der „Mir“ in Wismar erfolgt am 15. August. Die bleibt bis zum 19. August und fährt danach weiter in Richtung Binz auf der Insel Rügen. Während des Wismar-Aufenthaltes ist ein Auslaufen geplant und zwar am 17. August in der Zeit von 11 bis 17 Uhr. Dann sind auch 80 Kinder mit an Bord, die der Verein betreut. Seit zehn Jahren unterstützt „Licht am Horizont“ Mädchen und Jungen aus Familien mit geringem Einkommen oder die durch Krankheiten und Behinderungen benachteiligt sind. Viele von ihnen dürfen wie im vergangenen Jahr mit der russischen Besatzung umsonst einen Tag lang über die Ostsee segeln. Insgesamt können für die Tour 240 Passagiere an Bord. 120 Karten bekommt der Verein, die andere Hälfte geht in den freien Verkauf – an Leute aus der Umgebung, die auch mitsegeln möchten. 78 Euro kostet die Ausfahrt für Erwachsene, 58 Euro für Kinder. Der Verkauf soll am 22. Juli beginnen. Wo es die Karten gibt, wird noch bekanntgegeben.

80 Vereinskinder gehen für einen Tagestörn an Bord

Die Ausfahrt zu den Hafentagen 2018 ist bei den Vereinskindern sehr gut angekommen. Wie Gelhart berichtet, hätten sie ihn immer wieder gefragt: „Wann kommt die ‚Mir‘ zurück?“ Auch die Wismarer seien begeistert gewesen, als der Großsegler nach 21 Jahren endlich wieder ihre Hansestadt angesteuert hat. „Sie haben die Kadetten herzlich in der Stadt aufgenommen, manche hätten ihnen sogar den Einkauf bezahlt“, erzählt er. Die Besatzung hätte sich sehr wohlgefühlt und komme deshalb auch gerne wieder.“

Viel Unterstützung bei der Organisation hat er vom Ehepaar Krimmling erhalten. Uwe Krimmling hat sich um die Lotsen bemüht, seine Martina um schwedische Segler – immerhin ist es das 20. Schwedenfest, das gefeiert wird. Deshalb sollte auch ein großes skandinavisches Schiff dabei sein. Nachdem mehrere Eigner ziemlich viel Geld für ihr Erscheinen in Wismar verlangt hätten, habe sich der Verein über die Zusage eines Schiffes besonders gefreut. Die „Vega Gamleby“ kommt auch ohne finanziellen Mega-Anreiz nach Wismar. Sie ist 1909 im schwedischen Viken als Dreimast-Gaffelschoner gebaut worden. 1985 sollte das Schiff dann abgewrackt werden, aber schließlich ist von 1993 bis 2008 doch noch eine langwierige Restaurierung erfolgt. Dabei ist aus dem Gaffelschoner eine Barkentine geworden.

Schwedische Barkentine macht vor dem Großsegler fest

Die schwedische Barkentine "Vega Gamleby" kommt nach Wismar. Quelle: Sail Training International

Die „Vega Gamleby“ ist mit einer Länge von 30 Metern nicht so ein großes Schiff wie die „Mir“. „Aber auch sie ist wunderschön“, schwärmt Norbert Gelhart. Im Alten Hafen sollen beide Segler hintereinander liegen. Der kleine vorne, der große hinten. Das schwedische Schiff macht ebenfalls vom 15. bis 19. August in Wismar fest, es braucht keinen Schlepper. Vorgesehen hat die „Vega Gamleby“ vier Ausfahrten – eine Tour findet mit den Ehrengästen des Schwedenfestes statt und eine mit weiteren Kindern des Vereins „Licht am Horizont“.

Damit auf der „Mir“ viele Passagiere mitfahren können, bleiben viele Kadetten an Land. Die Zustimmung der Bundespolizei liegt dafür bereits vor, berichtet Gelhart. Er dankt allen Sponsoren für ihre Unterstützung.

Besichtigungen der Schiffe sind möglich

Zustande gekommen ist der Kontakt zur „Mir“ übrigens über Martina Krimmlings Ehemann Uwe, der auf der Elbe als Lotse arbeitet, das Schiff begleitet und dessen Agenten kennengelernt hat. Telefonnummern sind ausgetauscht worden. „Dann habe ich einfach mal angerufen und es hat geklappt“, freut sich die Wismarerin. Und der Kontakt ist seit dem vergangenen Jahr beibehalten worden. Schließlich soll der russische Großsegler nicht das letzte Mal in Wismar festmachen.

Vor 2018 ist das Ausbildungsschiff zuletzt 1997 in Wismar gewesen. Auch vor 22 Jahren hat es schon mit Passagieren die Wismarbucht erkundet – mit dabei sind auch Norbert Gelhart und seine Frau gewesen. Wer keine Karten für die Ausfahrt bekommt, kann trotzdem an Bord gehen. An den anderen Tagen lädt die Besatzung alle neugierigen zum „Open Ship“ – zu Besichtigungen – ein. Das will auch die schwedische Barkentine-Crew tun.

Mehr Infos:

Es ist „Mir“-Zeit in Wismar

Nach 21 Jahren: Die „MIR“ ist zurück in Wismar

Kerstin Schröder

Johannes Jahnke hilft national und international Jugendlichen bei Problemen. Schon als 15-Jähriger hat er seine Leidenschaft entdeckt, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten.

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