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Wismar Hafenfest in Wismar: Die ersten Schiffe sind da
Mecklenburg Wismar Hafenfest in Wismar: Die ersten Schiffe sind da
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19:51 13.06.2019
Tom Hartmann, Skipper der "Hanne Marie", freut sich auf Mitsegler und ein paar interessante Tage beim Wismarer Hafenfest. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

„Willkommen in Wismar!“ Die ersten Gastschiffe zu den Hafentagen haben bereits am Donnerstagvormittag für neugierige Blicke und gezückte Fotoapparate im Alten Hafen gesorgt. Während auf der Landseite die bekannten Händler und Gastronomen aufbauen, ist es auf dem Wasser aber noch deutlich ruhiger. Einige Schiffe haben Wismar erstmals angesteuert.

„Open Ship“ für ein Meer ohne Plastik

Beispielsweise das ehemalige Peil- und Vermessungsschiff mit dem klangvollen Namen „Seebiene“. „Unterwegs war richtig was los“, erzählt Holger Plaumann. Schiff und Crew sind Dienstagnacht von Hamburg aus losgefahren, eine Nacht später kamen sie in Wismar an. „Zwischen Fehmarnsund und Wismar hat es ordentlich gerollt. Aber das bleibt nicht aus, man hat ja keinen Asphalt unterm Schiff“, sagt Plaumann und lacht.

Die ersten Gastlieger sind am Donnerstagvormittag angekommen und laden zu Schiffsbesichtungen ein. Es gibt sogar noch Mitsegelmöglichkeiten, beispielsweise auf der „Atalanta“ und der „Hanne Marie“.

Die „Seebiene“ kann natürlich besichtigt werden, es gibt sogar Getränke für den guten Zweck an Bord. Und viele Informationen und Gespräche zur Mission des Schiffes. „Wir kämpfen gegen den Plastikmüll im Meer“, erzählt Kapitän Jens-Oliver Wermter.

Er ist Vorsitzender von „Sea Clean“ (sauberes Meer). Die Idee des Vereins ist einfach: Plastikmüll wird von Schiffen aufgesammelt und gleich an Bord wieder in Diesel verwandelt für den eigenen Antrieb. Ein als Prototyp ausgerüstetes Schiff des Vereins ist bei Malta erfolgreich unterwegs. Nun werden Spenden, Sponsoren und Unterstützer für die weitere Arbeit gesammelt.

Mitsegeln auf der „Hanne Marie

Der Haikutter „Hanne Marie“ ist ebenfalls erstmals in Wismar. „Ein Freund hatte vom Hafenfest geschwärmt, bisher hat es auf dem Weg zur Kieler Woche aber nie gepasst“, erzählt Skipper Tom Hartmann.

Nun passte es, der Haikutter mit Heimathafen Greifswald liegt im Wismarer Hafen und wartet auf Mitsegler. „Einfach unter 0157-85079055 oder direkt am Schiff anmelden“, wirbt Hartmann. Das Segelschiff wird über einen Trägerverein am Leben gehalten und feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag.

„Das waren die ersten mit Hilfsmaschine“, stellt Tom Hartmann den Zweimaster vor. Genutzt wurden die Schiffe für den Fischfang. „Dank Hilfsmaschine waren sie schneller als die anderen vor Ort und sind wie ein Hai auf die Fischschwärme losgegangen!“ So war „Haikutter“ ein Schimpfwort.

Törns mit „Amalur“ und „Albatros“

Erstmals ist auch die Hochseeyacht „Amalur“ nach Wismar gekommen. Sie hat hinter der „Seebiene“ festgemacht. Das zwölf Meter lange Schiff bietet von Freitag bis Sonntag jeweils drei Mitsegelfahrten für insgesamt zehn Gäste an. „Wir sind bis zu drei Stunden unterwegs“, sagt Skipper Michael Hehmke. Er nimmt Anmeldungen unter 0151-20120021 entgegen.

Der 3-Mast-Topsegelschoner „Albatros“ ist Stammgast beim Hafenfest. Er hat noch freie Kapazitäten für einen Törn am Sonntag von 10 bis 15 Uhr. „Wir sind alles Ehrenamtler. Das Geld der Mitsegler setzen wir zum Erhalt des Schiffes ein“, sagt Jörn Kallas. Anmeldung unter 0160-4753230.

Der letzte Wismarer

„Wir sind wohl der einzige Wismarer Traditionssegler bei den Hafentagen“, meint Jürgen Wolsing. Er genießt seine Pfeife an Bord des Lotsenschoners „Atalanta“. „Veranstaltungen wie die Hafentage sind immer ein Höhepunkt“, erzählt der Ehrenamtler, der als „Deckshand“ zu den Aktiven im Verein gehört. Gäste können den 36 Meter langen Schoner besichtigen und mit Glück sogar für eine der Ausfahrten an Bord kommen. Für Freitag und Sonntag gibt es noch Kapazitäten.

Staunen auf der „Bottsand

Auch das ÖlauffangschiffBottsand“ ist erstmals in Wismar und liegt am Kreuzfahrtterminal. Ein Besuch an Bord lohnt nicht nur wegen des schönen Ausblicks auf St. Nikolai, sondern auch wegen der Technik auf dem Schiff. „Es gibt weltweit nur zwei solche Schiffe“, erzählt Kapitän Jens Kaeding. „Wir wurden gefragt, ob wir kommen können“, erzählt er weiter und beschreibt das Besondere des über 46 Meter langen Schiffes.

„Wir können das Schiff aufklappen und einen Ölteppich nach einer Havarie auffangen.“ Über ein Gelenk am Schiffsheck werden beide Rumpfhälften bis zum Winkel von zirka 65 Grad geöffnet, der Ölteppich wird in diesem Dreieick zusammengeschoben und aufgenommen. Wasser und Öl werden getrennt, bis das Öl nur noch fünf Prozent Wasser enthält. Das so gereinigte Wasser geht zurück ins Meer.

Die „Bottsand“ war jahrelang auf dem Marinestützpunkt Rostock/Hohe Düne zu Hause, nun ist der Heimathafen Kiel.

Das ist los beim Hafenfest

Am Freitag gibt es bereits ab 11 Uhr Musik auf der Bühne am Thormann-Speicher, ab 12 Uhr auf der am Baumhaus. Hier spielt ab 15 Uhr das Landespolizeiorchester. Um 16 Uhr wird das Hafenfest mit Ende des Fassumzuges offiziell eröffnet.

Auf der Waterkant-Bühne an der Stockholmer Straße beginnt das Programm um 18 Uhr unter anderem mit DJ Rayder und Ramba Zamba. Auf den beiden Nachbarbühnen spielt die Cocktail-Happy-Party-Band beziehungsweise sind Hits der 1950er und 60er zu hören.

Die Friday Night Party steigt ab 21.30 Uhr auf der Bühne am Baumhaus. Mit dabei DJ Eddy und die Coverband „Coverdeal“.

Nicole Hollatz

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