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Wismar Hervorragende Ausbilder: Wismarer Maschinenbauer ausgezeichnet
Mecklenburg Wismar Hervorragende Ausbilder: Wismarer Maschinenbauer ausgezeichnet
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08:04 04.12.2019
In einer Halle wird gerade an einer S-Bahn-Treppe für Hamburg gebaut. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

124 Meter hoch ist das neue Prestigeobjekt der Wismarer Firma KIS. Der Mega-Kran ist vom Firmengelände aus gut zu sehen. Mitarbeiter Marcel Lauck freut sich, wenn er den Giganten sieht. Er hat in den vergangenen Monaten mitgeholfen, ihn aufzubauen. „Das war meine bislang spannendste Arbeit“, sagt der Wismarer. Unzählige Male ist er ganz oben gewesen, um XXL-Teile zusammenzusetzen. Mulmig wird ihm dabei nicht. „Ich liebe die Aussicht“, sagt er. 2009 hat Lauck bei der KIS Kran- und Industrieservice GmbH eine Lehre angefangen. Mittlerweile ist er Vorarbeiter und zufrieden mit seinem Job. „Er ist sehr abwechslungsreich“, betont der Industriemechaniker.

Maschinen und Anlagen werden aufgebaut

KIS hat viele Mitarbeiter, die schon von Anfang an dabei sind. Das liegt daran, dass Geschäftsführer René Wenzel und sein Bruder André (Prokurist) sehr viel Wert auf die Ausbildung legen. Damit versuchen sie, gegen den Fachkräftemangel anzukämpfen, den es in vielen Branchen gibt. Den Brüdern gelingt das sehr gut. Sie haben die Firma von ihren Großeltern übernommen und das Aufgabenfeld stetig erweitert. Das liegt vor allem in der Holz- und in der maritimen Industrie. Maschinen und Anlagen werden aufgebaut, gewartet und instand gesetzt.

Die Chemie muss stimmen

Zehn ihrer zurzeit 65 Angestellten sind Azubis. Auch ein dualer Student ist dabei: Hagen Eilmann hat bereits eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker hinter sich. „Jetzt werde ich richtiger Mechatroniker“, lacht er. Verantwortlich für die Azubis ist Uwe Bierschenk. Ihm macht es Spaß, „junge Menschen für einen Beruf zu begeistern“. Das würde gelingen, wenn man ihnen Aufgaben und Verantwortung überträgt. „Meist stecke ich unsere Azubis mit erfahrenen Vorarbeitern zusammen, so lernen sie am besten“, betont Bierschenk. Dabei dürften die Charaktere nicht zu unterschiedlich sein. Die Chemie sollte stimmen. „Ein schüchterner Azubi braucht eher einen ruhigen Vorarbeiter“, erklärt der Ausbilder.

Der Königsweg gegen den Fachkräftemangel

Wie viele junge Leute er im Laufe der Jahre betreut hat, weiß der Wismarer nicht genau. Doch die Arbeit zahlt sich aus: KIS ist am Dienstag für die beispielhafte Ausbildung junger Menschen von der Agentur für Arbeit ausgezeichnet worden. Das, was in Wismar praktiziert werde, sei „der Königsweg gegen den Fachkräftemangel“, betont Guntram Sydow, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Schwerin. Azubis würden zu Vorarbeitern. Der eine oder andere ist danach auch zum Studium gegangen und mit einem weiteren Abschluss zur Firma zurückgekehrt.

Meist sind es Männer, die für KIS arbeiten – auf Montage oder in den beiden Hallen in Wismar. „Eine ist für den Maschinenbau, die andere für den Stahlbau“, erklärt René Wenzel. Darin werden gerade unter anderem eine S-Bahn-Treppe für Hamburg und Wärmetauscher montiert.

Betrieb von Großeltern übernommen

Angefangen hat das Familienunternehmen 1991. Damals ist die Abteilung Instandhaltung der Wismarer Werft mit 44 Mitarbeitern ausgegliedert worden. Sechs Jahre später kommt es zur Gründung von KIS. 1999/2000 werden die Geschäftsfelder um den Energiesektor, die Holz- und Nahrungsmittelindustrie erweitert. Langjährige Kunden sitzen im Holzcluster in Wismar. Mittlerweile werden auch noch Offshore-Anlagen gewartet. Auch die Werften sind Auftraggeber: So werden alle Anlagen der Wismarer Werft instand gehalten oder bei Bedarf modernisiert, um den bekannten zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Für die Neptunwerft in Rostock ist KIS der Instandhalter unter anderem für Krane verschiedener Bauarten, auch Rohrbrücken für Tanker wurden in der Vergangenheit gefertigt und montiert. Und 2018 nach einem Hochwasserschaden die Musical-Bühnen-Brücke für „König der Löwen“ instand gesetzt.

Die Ausbildung soll fortgesetzt werden. „Unser Ziel ist es, jedes Jahr drei bis vier Azubis neu einzustellen“, sagt René Wenzel. Für 2020 werden noch Bewerber für eine Ausbildung zum Mechatroniker bzw. Industriemechaniker gesucht. Auch Frauen können sich bewerben.

Mehr Infos:

Mega-Kran ist fertig: So sieht es auf Wismars höchstem Arbeitsplatz aus

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Kerstin Schröder

Von Kerstin Schröder

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