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Wismar Hilfe für Brustkrebs-Patientinnen
Mecklenburg Wismar Hilfe für Brustkrebs-Patientinnen
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06:00 10.12.2018
Frauen der DLRG-Brustkrebsgruppe bei Übungen mit der Badenudel im Außenbecken des Freizeitbades Wonnemar. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Diagnose: Brustkrebs. Viele Frauen sind von der Krankheit betroffen – auch die Wismarerin Heidi Prien erhält die schlimme Nachricht. „1992 das erste Mal, 2005 das zweite Mal“, erzählt sie. Die Angst, die Diagnose noch einmal zu bekommen, ist immer da. Doch Heidi Prien ist eine starke Frau und kämpft. Kraft tankt sie bei ihrer Familie und in einer Therapiegruppe für Frauen mit Brustkrebs. Die trifft sich jeden Mittwoch im Wonnemar zur Wassergymnastik. Möglich macht das die Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie kümmert sich um Betroffene. Denn das Risiko, wieder an Krebs zu erkranken, soll laut Studien durch Sport sinken.

Um 9 Uhr steigen die Frauen ins Außenbecken. Renate Moritz gibt den Takt vor und die Übungsgeräte. Trainiert wird mit dehnbaren Schaumstoffstangen, sogenannten Nudeln, aber auch mit Hanteln, Paddeln, Handschuhen. Mit ihnen kräftigen die Frauen ihre Muskulatur. „Im Wasser ist jede Bewegung leichter, da kann man viel mehr machen als in der Turnhalle“, erklärt Renate Moritz. Seit 2015 ist sie die Übungsleiterin der Gruppe. Damals hat sie die Aufgabe von Siegrid Kley übernommen. Beide Frauen sind ehemalige Schwimmlehrerinnen, die seit vielen Jahren mit der DLRG verbunden sind. Die Brustkrebs-Gruppe betreuen sie ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Siegrid Kley ist auch noch Trainerin – wenn Renate Moritz mal keine Zeit hat. „So fällt die Gymnastik niemals aus“, sagen sie.

Heidi Prien ist die Sprecherin der Gruppe. In den vergangenen 24 Jahren hat sie ein Fotoalbum gefüllt – mit Schnappschüssen von verschiedenen Veranstaltungen, die organisiert werden. Denn Wassergymnastik ist nur ein Teil der Therapie. Jeden ersten Montag im Monat treffen sich die elf Frauen zu Gesprächsrunden – unter anderem zu gesunder Ernährung. Auch gemeinsame Keramik- und Filzarbeiten werden angefertigt, Kerzen gezogen oder Ausflüge in Museen unternommen. Man lädt sich zu Geburtstagen ein oder zum Kaffeetrinken. Alle Treffen haben ein Ziel: die Gemeinschaft zu stärken und den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich untereinander auszutauschen – über ihre Krankheit, wie sie mit ihr leben und gegen sie kämpfen. Das tut der Psyche gut.

Blättern gemeinsam im Fotoalbum der Therapiegruppe für Brustkrebs (v.l.): die Übungsleiterinnen Renate Moritz und Siegrid Kley sowie die Sprecherin der Gruppe Heidi Prien. Quelle: Kerstin Schröder

„Zuerst wollte ich gar nicht mitmachen, weil ich ein zurückhaltender Mensch bin“, erzählt Heidi Prien. Eine Sozialarbeiterin habe sie am Krankenbett angesprochen – mehrere Male. Irgendwann gibt die Wismarerin nach und versucht es. Sie findet es gut und bleibt dabei. Mittlerweile möchte die 79-Jährige die Zeit mit den Frauen nicht mehr missen.

Auch der Tod gehört zur Gruppe dazu. Vier Mitglieder sind im Laufe der Jahre verstorben. An die Frauen wird im Fotoalbum ebenfalls erinnert. Das dicke Buch wird in den kommenden Wochen an alle Frauen der Gruppe herumgereicht – in Vorbereitung auf das 25-jährige Bestehen, das 2019 gefeiert wird.

Angefangen hat alles in der alten Schwimmhalle. Als die abgerissen wird, weicht die Therapiegruppe nach Gägelow aus – in ein Hotel mit Schwimmbecken. Dort bleibt sie solange, bis das Wonnemar entsteht. In dem Freizeitbad wollen die Frauen solange weitermachen, wie es geht. Möglich ist das nur mit ehrenamtlichen Übungsleitern. 25 Trainer und Ausbilder stehen jede Woche am Beckenrand – in ihrer Freizeit. Die diesjährige OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ unterstützt das ehrenamtliche Engagement. Denn der Wismarer Verein hat sich zu einem wichtigen Pfeiler im sozialen Bereich der Stadt entwickelt und ist auf Spenden angewiesen, um seine Arbeit fortführen zu können.

Die Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sorgt nicht nur dafür, dass im Sommer die Strände in der Region gut überwacht werden. Ihre Mitglieder kümmern sich auch um Kinder aus sozial schwachen Familien, um Erwachsene, die nicht schwimmen können, und helfen in Havarie- und Katastrophenfällen. Mit Ihren Spenden, liebe Leser, wollen wir Geld für Ausbildungskurse und -materialien sammeln. Immerhin kann – wie eine aktuelle Studie beweist – ein Viertel der Kinder zwischen neun und zwölf Jahren nicht schwimmen.

Spenden für zwei Vereine

Die OZ-Weihnachtsaktion unterstützt das ehrenamtliche Engagement - das der Rettungsschwimmer und des Vereins „Jauxi!Entertainment“. Die beiden Wismarer Vereine haben sich zu wichtigen Pfeilern im sozialen Bereich der Stadt entwickelt und sind auf Spenden angewiesen, um ihre großartige Arbeit fortführen zu können.

100 Jugendliche aus Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg stehen hinter „Jauxi!Entertainment“. Gemeinsam bringen sie in ihrer Freizeit Musicals auf die Bühne. Dafür proben sie oft stundenlang nach der Schule - mit riesigem Erfolg. Ihre ersten beiden Aufführungen haben für ausverkaufte Häuser in Wismar gesorgt und Hunderte Zuschauer begeistert. Das dritte Musical ist in Planung. Die Jugendlichen brauchen dringend Geld für weitere Produktionen - für Gesangsprofis, die sie unterrichten, Kostüme und Bühnenbilder.

Wenn auch Sie, liebe Leser, die OZ-Weihnachtsaktion unterstützen möchten, können Sie auf folgende Konten spenden – mit dem Kennwort „Helfen bringt Freude“:

Bei der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest: Empfänger DLRG Wismar, IBAN: DE98140510001006025185

Bei der Volks- und Raiffeisenbank: Empfänger Jauxi!Entertainment, IBAN: DE52140613080104132610

Die Namen der Spender werden in der OZ veröffentlicht. Wer das nicht möchte, gibt das bitte bei der Überweisung an.

Kerstin Schröder

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