Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Hochbrücke in Wismar bleibt heißes Thema
Mecklenburg Wismar Hochbrücke in Wismar bleibt heißes Thema
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:21 24.06.2019
Simulation der neuen Hochbrücke über den Mühlenteich in Wismar. Quelle: Heiko Hoffmann
Anzeige
Wismar

 Mehr Verkehr durch die Werft, die Eisenbahnüberführung in der Poeler Straße und Neubau der HochbrückeWismar steht in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen.

Dr. Wieland Kirchner, Vorsitzender der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft. Quelle: Heiko Hoffmann

„Vor uns liegen Großprojekte an neuralgischen Punkten“, sagt Dr. Wieland Kirchner, Chef der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft. Die WWG sowie die Industrie- und Handelskammer haben mit Vertretern der Wirtschaft drängende Themen diskutiert.

Zwei Vorzugsvarianten

Das Land will die verschlissene Hochbrücke durch einen Neubau ersetzen. Zwei Varianten sind noch im Rennen. Bei einer Brückenvariante (Nummer 4) müsste das Wismaria-Gebäude abgerissen werden, bei der anderen (Nummer 3) bleibt das Gebäude stehen. Dr. René Firgt, Leiter der Projektgruppe Großprojekte im Straßenbauamt Schwerin, hat eine Visualisierung vor 85 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Umwelt bei dem Forum erstmals vorgestellt.

Dr. René Firgt, Leiter der Projektgruppe Großprojekte im Straßenbauamt Schwerin. Quelle: Heiko Hoffmann

Bei täglich 19000 Fahrzeugen auf der Hochbrücke hält Firgt einen Neubau für unverzichtbar. 99 Prozent der Nutzer seien Wismarer. Ursprünglich seien zwölf Varianten untersucht worden, auch in der Tiefe. Mit dem Vorschlag der AG Baukultur habe man sich intensiv befasst. Letztlich sei die ins Spiel gebrachte Trogvariante, eine Unterführung, aus umweltverträglicher Sicht, wegen technologischer Risiken und aus Kostengründen verworfen worden.

Das Land geht von einer Bauzeit von drei Jahren aus und will während der Arbeiten die jetzige Hochbrücke nutzen, so Firgt. Anderenfalls würden Ausweichstrecken Kosten von jährlich 10,8 Millionen Euro verursachen. Das Ziel ist, mit der Planfeststellung ab 2020/2021 zu beginnen.

Dr. Sönke Reimann von der AG Baukultur ist gegen die Pläne. Die Aussage zu den Kosten ließen sich relativieren, die umweltfachliche Einschätzung sei nicht nachvollziehbar. Das Landschaftsschutzgebiet werde mit den beiden Vorzugsvarianten des Landes zerschnitten. Er kritisierte, dass vor der Kommunalwahl der Gesprächsfaden abgerissen sei und vermutet, dass dies politisch motiviert war. Reimann, der für die FDP kandidiert hat, will die Diskussion fortsetzen.

René Firgt äußerte den Eindruck, dass Fakten nur bis zu einem gewissen Punkt akzeptiert würden. Alle Unterlagen seien ab der zweiten Juli-Woche einsehbar.

Projekt Poeler Straße

Martin Hellwig, Projektleiter der Deutschen Bahn, für die Straßenunterführung in der Poeler Straße. Quelle: Heiko Hoffmann

In Papier und Tüten ist – was die Planung anbetrifft – die Eisenbahnüberführung in der Poeler Straße. Die Leitungen im Gleisbereich sind verlegt. Jetzt laufen Leitungsarbeiten entlang der Straße sowie Sicherung und Abriss von Häusern am Bahnübergang. Martin Hellwig, Projektleiter der Deutschen Bahn, erläuterte den weiteren Zeitplan. Der Baustart für die Straßenunterführung ist im Mai 2020. Die Vollsperrung werde etwa bis August 2021 andauern. Der Wismarer Ralf Riebschläger äußerte die Sorge, dass aus der Vollsperrung schnell 18 Monate bis zu zwei Jahren werden könnten. Aktuell benötige er 45 Minuten vom Ostseeblick bis zum Kagenmarkt statt ansonsten 15 Minuten. Riebschläger: „Der Nahverkehr muss schmackhaft gemacht werden, damit die Leute in den Bus kommen.“

Pläne von MV Werften

Dr. Detlef Lemke, Projektmanager Investitionen bei MV Werften in Wismar. Quelle: Heiko Hoffmann

Mit der Entwicklung der Werft nimmt der Autoverkehr zu. Die Stadt realisiert zusammen mit MV Werften die neue Straße. Sie führt von der Kreuzung Lübsche Straße/Lidl-Markt durch die Gärten zum Werftgelände und von dort weiter bis zum Wendorfer Weg. Baubeginn soll im Frühsommer 2020 sein. Dr. Detlef Lemke, Projektmanager Investitionen bei MV Werften in Wismar, stellte weitere Punkte des Mobilitätskonzeptes vor. Dazu zählen ein Pendlerbus bzw. eine Industrielinie zu einem Großparkplatz und Fahrräder. 60 Werfträder sollen für Fahrten auf dem Betriebsgelände genutzt werden, außerdem werden an verschiedenen Stellen auf der Werft rund 400 Abstellplätze geschaffen. Geplant sei ferner, dass mehr Stahltransporte über den Seeweg Wismar erreichen. Mit dem Wohnschiff „Libra“, das bis zu 1400 Beschäftigten eine Unterkunft bietet, werde aktuell ein Vorhaben realisiert.

Verkehrskonzept

Bausenator Michael Berkhahn stellt das Verkehrskonzept vor. Quelle: Heiko Hoffmann

Auch für Senator Michael Berkhahn (CDU) ist das Wohnschiff ein Teil des Verkehrskonzeptes. Weitere Maßnahmen sind der Ausbau der Fahrrinne und die neue Werftstraße. Wenn die fertig ist, seien die Kreisverkehre Lübsche Straße und Rothentor sowie die Kreuzung Lübsche Straße/Burgwall mit dem Ausbau an der Reihe. Zur Hochbrücke sagt der Senator mit dem Hinweis auf täglich 19000 Fahrzeuge: „Der Bedarf ist da, die kann man nicht wegnehmen.“ Eine Sperrung über die Zeit von drei Jahren sei nicht hinnehmbar. Dafür gab es Applaus. In Sachen ÖPNV prophezeite Berkhahn in fünf bis zehn Jahren kostenlose Busfahrten. Angesprochen auf den zunehmenden Radverkehr sagte der Senator. „Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, wo wir den Raum herbekommen.“

Wismar gut aufgestellt

Für WWG-Geschäftsführer Wieland Kirchner hat Wismar „eine gute Entwicklung genommen wie kaum eine andere Stadt in MV“. Die Perspektive sieht er weiter positiv.

Für Bürgermeister Thomas Beyer war die Stimme der Wirtschaft in der Verganhenheit zu leise. Quelle: Heiko Hoffmann

Für Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) war die Stimme der Wirtschaft in der Vergangenheit zu leise. Er hatte fast den Eindruck, dass die Meinungsführerschaft anderen überlassen worden sei. Beyer verwies darauf, dass Wismar im Bereich der 15- bis 25-Jährigen etwa 1000 Menschen in den nächsten Jahren dazu gewinnen werde. „Das ist ein gutes Zeichen.“

Heiko Hoffmann

Rostock Zu Kaisers Zeiten gab es viele Vorschriften für Seebrücken - Einmal Brücke für 20 Pfennige

Vor 105 Jahren wurden Vorschriften für das Nutzen von Seebrücken an der Ostsee erlassen. Mit Schiffen ankommende Gäste mussten zum Beispiel Brückengeld zahlen.

23.06.2019
Wismar Gymnasium Am Sonnenkamp - 44 strahlende Gesichter in Neukloster

Zwölf Schuljahre liegen hinter den 44 Abiturienten des Gymnasiums Am Sonnenkamp in Neukloster. Bei 19 von ihnen steht eine Eins vor dem Komma. Der Jahrgangsbeste studiert Physik in Greifswald.

23.06.2019

Der Trabant 601 hat das Baujahr 1988, der Wohnwagen stammt aus dem Jahr 1971. Mit dem Gespann haben Angelika und Matthias Schwarnowski auch in Wismar Station gemacht. Ein echter Hingucker.

23.06.2019