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Wismar Hohen Viecheln bekommt 750 000 Euro für Gemeinde- und Feuerwehrhaus
Mecklenburg Wismar Hohen Viecheln bekommt 750 000 Euro für Gemeinde- und Feuerwehrhaus
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18:42 01.05.2019
Im Beisein der fast kompletten Feuerwehr Hohen Viechelns überreichte Innenminister Lorenz Caffier (CDU, im Anzug) den Fördermittel-Scheck an Bürgermeister Lothar Glöde. Quelle: Peter Täufel
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Hohen Viecheln

Große Freude am Montagabend bei den Mitgliedern von Feuerwehr und Gemeinderat: Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat persönlich den Fördermittelbescheid für das neue, kombinierte Gemeinde- und Feuerwehrgebäude vorbeigebracht. 744 000 Euro steuert das Land für das sich bereits im Bau befindende Haus bei, welches mit insgesamt rund 2,2 Millionen Euro Bausumme geplant ist.

„Das sind nicht einmal 50 Prozent Förderung“, kann sich Hohen Viechelns Bürgermeister Lothar Glöde einen Kommentar nicht verkneifen, worauf Caffier antwortet: „Wir kommen gar nicht so schnell hinterher, wie momentan die Baupreise steigen.“ Allerdings stellt der Minister in Aussicht, dass, wenn die Baukosten am Ende tatsächlich der Planung entsprechen, das Hohen Viechler Objekt als Mustervorlage für künftige Projekte in anderen Kommunen dienen könnte. Was das für die Gemeinde bedeutet beziehungsweise welchen Nutzen das bringen würde, ließ er offen.

Nutzfläche ist 686 Quadratmeter groß

In dem 43,5 Meter langen, knapp 18 Meter breiten und bis zu 8,25 Meter hohen Gebäude befinden sich Fahrzeughalle, Geräteraum, Umkleide- und Sanitärräume für die Feuerwehr sowie Gemeinderaum mit entsprechenden, teils behindertengerechten Toiletten im Erdgeschoss unter einem Dach. Hinzu kommt im Obergeschoss ein Schulungsraum – insgesamt fast 686 Quadratmeter Nutzfläche. Im Außenbereich werden ein großzügiger Trainingsplatz sowie eine ausreichend große Parkfläche angelegt. „Hier im Ort wird das Engagement in der Feuerwehr großgeschrieben, das war auch am vergangenen Wochenende zu spüren, als Hohen Viecheln Gastgeber für gleich zwei Wettbewerbe war“, lobte Minister Caffier. Zum einen fand in Hohen Viecheln der Amtsausscheid Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen 2019 statt und zum anderen ein Wettkampftag um den MV-Cup im Feuerwehrsport.

Sicherung des Autobahnabschnittes

„Der Feuerwehrsport hält Körper und Geist fit, erhöht die Leistungsfähigkeit und fördert die kameradschaftlichen Kontakte und den Zusammenhalt innerhalb einer Feuerwehr und der Feuerwehren untereinander“, sagte der Minister und ergänzte: „Aber natürlich braucht eine Feuerwehr auch gute Technik und entsprechende Gebäude. Deshalb freue ich mich, dass wir den Bau des Feuerwehrhauses finanziell unterstützen können.“ Zumal die Freiwillige Feuerwehr Hohen Viecheln neben Aufgaben im eigenen Gemeindegebiet auch überörtliche Aufgaben im Auftrag des Landkreises Nordwestmecklenburg wahrnehme. Zum Beispiel die Absicherung eines Autobahnabschnittes der A 14 und eines Teils des Schweriner Sees. Zudem hat sie eine zentrale Funktion im überörtlichen Brandschutz und bei der Technischen Hilfeleistung im südlichen Amtsbereich.

Kein neues Haus – keine Feuerwehr mehr

Caffier lobte die Gemeindevertreter ob ihrer Weitsicht bei der Planung und ihren Mut bei der Umsetzung. „Heutzutage lockt man für das Ehrenamt niemanden mehr, vor allem nicht die jungen Menschen, mit alten Gebäuden und Oldtimern als Einsatzfahrzeuge hinter dem Ofen hervor. Deshalb gibt das Land im Bereich der Feuerwehren in den kommenden vier Jahren 50 Millionen Euro für die Beschaffung neuer Fahrzeuge aus“, so der Innenminister. Um diese so effektiv wie möglich einzusetzen, werde man von der Einzelbeschaffung ab- und zur Zentralbeschaffung übergehen. Er habe sich entsprechende Modelle in Hessen und Brandenburg in den zurückliegenden Wochen angesehen, so der CDU-Politiker.

Bürgermeister Glöde verdeutlichte den Anwesenden noch einmal, warum die Gemeinde gezwungen war, vor allem für die Feuerwehr einen Neubau zu initiieren. „Die Unfallkasse hat uns ganz einfach keine Wahl gelassen. Entweder, wir finden eine Lösung, oder wir lösen unsere Feuerwehr auf“, erklärte der Gemeindechef. Die Kinder und Jugendlichen mussten sich in der Fahrzeughalle umziehen, die Feuerwehrfrauen sich in einer freistehenden Dusche waschen, die Autos der zum Einsatz eilenden Kameraden standen gefährlich für andere Fahrzeugführer in der Kurve am alten Feuerwehrgerätehaus. „Das alles war wegen des Platzmangels dort einfach nicht änderbar“, resümiert Glöde. Er, die Gemeindevertreter, die Kameraden der Feuerwehr, letztendlich alle rund 600 Einwohner der Gemeinde hoffen, schon bald das neue Gebäude in Besitz nehmen zu können – avisiert ist der August dieses Jahres.

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