Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Holm soll AfD-Bundessprecher werden
Mecklenburg Wismar Holm soll AfD-Bundessprecher werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:59 12.11.2017
Der AfD-Landesparteichef Leif-Erik Holm in Gägelow.
Der AfD-Landesparteichef Leif-Erik Holm in Gägelow. Quelle: Jens Büttner/dpa
Anzeige
Gägelow

Leif-Erik Holm (47, Schwerin) ist bei der Alternative für Deutschland als einer der beiden künftigen Bundessprecher im Gespräch. Er bestätigte am Sonntag beim Landesparteitag in Gägelow bei Wismar, „dass dies an mich herangetragen wurde“. Er werde sich das überlegen, so Holm.

Würde er Bundeschef der AfD werden, wäre dies mit dem Doppelamt auf Landesebene „schwer vereinbar“. Mit der Anfrage werde er sich allerdings ernsthaft befassen, die Tendenz gehe aber dahin, nicht zu kandidieren. „Dies wäre mit der Familie schwer vereinbar.“

64 Prozent für Holm als Landessprecher

Holm wurde in Gägelow mit 64,2 Prozent der gültigen Stimmen zu einem der beiden gleichberechtigten Landessprecher gewählt. 106 der anwesenden 167 Parteimitglieder votierten für Holm, der - mit kurzer Unterbrechung - seit 2013 Vorstandssprecher ist. 40 Mitglieder gaben seinem Gegenkandidaten, dem Rostocker Juristen Heinrich Berkel, ihre Stimme, 3 enthielten sich, 16 stimmten mit Nein. Zwei Stimmen waren ungültig.

Seit Oktober sitzt Holm im Bundestag, ist dort stellvertretender Fraktionschef. Er wird dem gemäßigten Flügel der AfD zugerechnet . Holm hat zwei kleine Kinder, und war erst vor einigen Monaten nach Schwerin gezogen. Anfang Dezember wählt die AfD einen Bundesvorstand.

Zweiter Parteichef Augustin

Zweiter AfD-Landessprecher ist künftig Dennis Augustin aus Ludwigslust. Der 47-jährige Bauunternehmer setzte sich mit 94 zu 69 Stimmen gegen Enrico Komning (49, Neubrandenburg) durch. Augustin punktete beim Parteitag vor allem mit seiner Kritik an Holm und Komning, viele Ämter und Mandate auf sich vereinigen zu wollen. Er warnte davor, „dass sich eine reine Elite aus Berufspolitikern bildet“.  Hinter Augustin steht Philip Steinbeck. Ihm werden Verbindungen zur NPD nachgesagt.

Augustin ersetzt Bernhard Wildt, der die AfD zusammen mit drei weiteren Landtagsabgeordneten verlassen hatte. Wildt hatte der AfD mangelnde Abgrenzung gegen rechtsextreme Kräfte und Gewalt vorgeworfen.

Arppe unter Teilnehmern

Unter den rund 160 anwesenden Mitgliedern ist auch der Rostocker Landtagsabgeordnete Holger Arppe, gegen den wegen gewaltverherrlichender Äußerungen in Internet-Chats ein Parteiausschluss-Verfahren eingeleitet worden war. Er wurde zwar vorgeschlagen, lehnte eine neuerliche Kandidatur aber ab.

Frank Pubantz