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Wismar Holter führt Linke in den Landtagswahlkampf
Mecklenburg Wismar Holter führt Linke in den Landtagswahlkampf
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16:02 09.01.2016
Helmut Holter (62) ist Spitzenkandidat der Linken zur Landtagswahl im September. Der Parteitag wählte ihn in Gägelow mit 93 Prozent der Stimmen. Quelle: Cornelius Kettler
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Gägelow

Die Linke Mecklenburg-Vorpommerns wird mit dem Schweriner Helmut Holter (62) als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zur Landtagswahl im September 2016 ziehen. Die Landesdelegierten stimmten am Sonnabend in Gägelow (Nordwestmecklenburg) mit 93 Prozent für den aktuellen Fraktionschef der Landtagsfraktion.

Holter griff in seiner Rede SPD und CDU scharf an. In vielen Feldern verwalteten die Regierenden nur Stillstand beziehungsweise betrieben Kahlschlag. Beispiele: Breitbandausbau, Theater, Bildungspolitik, sozialer Wohnungsbau. Die Armut im Land sei unerträglich. Holter: „Zehn Jahre Große Koalition sind mehr als genug.“ Die Linke dagegen werde sich für eine Verbesserung von Lebensqualität aller einsetzen.

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Parteichefin Heidrun Bluhm hatte die Genossen zuvor auf ein wichtiges politische Jahr eingeschworen. Einstimmig beschloss die Partei ein Eckpunktepapier mit dem Titel „Aus Liebe zu MV“. Darin geht es unter anderem um soziale Gerechtigkeit im Land, gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West und die Stärkung der Demokratie. Konkret schlägt die Partei vor, die Ausbildung von 2500 dringend benötigten Pflegekräften im Land staatlich zu fördern. Das Wahlalter sollte auch bei Land- und Bundestagswahlen auf 16 Jahre gesenkt werden, so Bluhm.

Großes Thema auf dem Parteitag waren die Flüchtlingssituation im Land und die Übergriffe von Migranten in Köln und Hamburg. Dietmar Bartsch, Linken-Fraktionschef im Bundestag, warf der Bundesregierung von CDU und SPD „Totalversagen“ vor. Seine Kritik: Seit Jahren werde Polizei abgebaut; nun sei es endlich zeit umzusteuern.

Mit Spannung erwartet wird heute Abend und morgen die Besetzung weiterer Listenplätze zur Landtagswahl. Nach Holter gelten Simone Oldenburg (Wismar) und Eva-Maria Kröger (Rostock) für die Plätze zwei und drei als sichere Bank. Kampfkandidaturen werden dagegen danach erwartet: So hatte der Landesausschuss für manchen überraschend jüngere Genossen für vordere Plätze nominiert. Dagegen landeten gestandene Landespolitiker wie Barbara Borchardt (Parchim), Hikmat Al-Sabty (Rostock) und André Brie (Schwerin) auf fast aussichtslosen Plätzen.



Pubantz, Frank

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