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Wismar Hunderte beim Festumzug: Neukloster feiert sich selbst
Mecklenburg Wismar Hunderte beim Festumzug: Neukloster feiert sich selbst
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07:53 02.06.2019
Neukloster hat am 1. Juni mit einem großen Festumzug sein 800-jähriges Stadtjubiläum gefeiert. 700 Kinder und Erwachsene haben sich beteiligt. Quelle: Kerstin Schröder
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Neukloster

Drei, zwei, eins.... Punkt 14 Uhr verwandelt sich Neukloster am Sonnabend in ein lebendiges Geschichtsbuch. Nonnen, Bauern, Sportler, Edelmänner und Ritter ziehen durch die Stadt. Vom Straßenrand aus winken ihnen Hunderte Menschen dabei zu. Sie applaudieren und machen viele Fotos von dem bunten Festumzug. Der ist der Höhepunkt des diesjährigen Stadtjubiläums: Neukloster wird 800 Jahre alt.

Großer Festumzug in Neukloster

Bank-Mitarbeiter in schicken Kostümen

Zu den kostümierten Laiendarstellern gehören auch zwölf Damen und Herren der örtlichen Sparkasse. Sie tragen schicke Reifenkleider, Frack und Zylinder. Im Schlepptau haben sie einen großen, grauen Tresor. Außerdem verteilen sie Bonbons und Fähnchen. Auch einige ehemalige Kollegen, die mittlerweile den Ruhestand genießen, sind für kurze Zeit noch einmal in die Betriebsmannschaft zurückgekehrt – wie Johanna Theiß. Sie hat von 1961 bis 1995 in der Bankfiliale gearbeitet – zuletzt viele Jahre als Chefin.

„Als junge Frau bin ich damals nur von Leipzig nach Neukloster gezogen, weil es einen Bahnhof in Stadt gab“, erzählt sie. Züge halten mittlerweile nicht mehr hier an, aber die Seniorin ist der Stadt treu geblieben und ihrem Betrieb. „Wir pflegen auch mit unseren ehemaligen Mitarbeitern ein gutes Verhältnis“, freut sich die jetzige Bank-Leiterin Kristin Bockholdt über die Bereitschaft der ehemaligen Kollegen, beim Umzug mitzumachen.

Eine blumige 800 auf der Baggerschaufel

Viele Firmen aus der Stadt beteiligen sich am Umzug. Mehr als 50 Themenfelder gibt es. Die 750 Teilnehmer sollen hintereinander zwei Stunden lang vom Clara-Zetkin-Platz durch das Zentrum und wieder zurück laufen. Das Mannschaft vom Blumenstübchen am Markt hat es etwas bequemer. Sie sitzt auf einem Anhänger und wird von einem Bagger gezogen. Dessen Schaufel ist mit roten und weißen Pflanzen hübsch geschmückt – passend zum Jubiläum zeigen sie eine große 800 an. Auch auf dem Wagen gibt es jede Menge Blumen – die werden an die Zuschauer verschenkt.

Madlen Otto schaut sich den Umzug an und ist begeistert, „wie schön sich alle zurecht gemacht und die Wagen geschmückt haben“, schwärmt sie. Auf dem Weg zum Clara-Zetkin-Platz hätte sie noch einige Neuklosteraner dabei beobachtet, wie sie Unkraut zupfen und ihre Vorgärten herausputzen. Auch bunte Wimpel und Luftballons schmücken etliche Gartenzäune. Vor einigen Häusern sind sogar Puppen-Familien aufgestellt und Schilder mit Sprüchen wie „Willkommen in unserer schönen Stadt“.

Feuerwehr hat eine alte Handdruckspritze dabei

Besonders schön ist an diesem Tag nicht nur die Stadt. Auch die Sonne könnte nicht schöner scheinen zum Jubiläum. Um die 26 Grad treiben einigen Umzugsteilnehmern schon vor dem Start die Schweißtropfen auf die Stirn. Die zur Unterstützung gekommenen Feuerwehrleute aus Bützow tragen dunkle, dicke Uniformen und Pickelhauben. Und sie haben eine historische und noch funktionstüchtige Handdruckspritze aus dem Jahr 1879 mitgebracht. „Sie wiegt um die 500 bis 600 Kilogramm“, erzählen die Männer, die das Gerät hinter sich herziehen. Auch die Wismarer Schützen haben ihre dicken Uniformen an. Aber: „Wir sind geübt durch das Schwedenfest im Sommer“, sagen sie.

Kathrin Bieske präsentiert mit ihren Kollegen das Friseur-Handwerk. Dafür haben sie eine Schere und einen Kamm in XXL-Format gebastelt. „Ein paar Stunden hat das gedauert“, erzählt die Friseurmeisterin.

Sportler und Schüler haben die größten Gruppen

Die größten Gruppe sind die Sportler vom VfL Blau-Weiß Neukloster, die natürlich in den Vereinsfarben durch die Straßen ziehen, sowie die Schulen und die Kita. Die Kinder werden von ihren Eltern und Großeltern bejubelt.

Der Reit- und Fahrverein Strameuß hat Pferde mitgebracht. Durch die Kostüme verwandeln sich ihre zehn Reiter in Ritter, Burgfräuleins und Bauern. Schon nach einer Stunde kommt der bunte Konvoi wieder am Clara-Zetkin-Platz an – vermutlich hat die Hitze die Teilnehmer schneller die drei Kilometer lange Strecke absolvieren lassen als geplant. Denn eigentlich sollte er gemütlich zwei Stunden lang bis zum Ziel laufen.

Nach dem Umzug wird im Klosterhof weitergefeiert. Auf der Hüpfburg toben viele Kinder, vor der Bühne zeigen die Mädchen und Jungen vom Tanzatelier „Buratino“, wie sie ihre Hüften bewegen können. Danach spielt die Gruppe „Störtebeker“ Lieder von „Santiano“ und anschließend wird getanzt bis in die Nacht.

Kerstin Schröder

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