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Wismar Im Auto eingesperrt: Polizei und Feuerwehr retten Hund in Wismar vor Hitze
Mecklenburg Wismar Im Auto eingesperrt: Polizei und Feuerwehr retten Hund in Wismar vor Hitze
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12:48 26.07.2019
Die Polizei Wismar und die Berufsfeuerwehr haben einen Hund aus einem von der Hitze stark aufgeheizten Auto befreit. Quelle: Polizei Wismar
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Wismar

Unglaublich: Bei 32 Grad Celsius Außentemperatur hatte ein Hundebesitzer seinen Vierbeiner in einem Kleintransporter am Alten Hafen in Wismar gelassen. Wie die Polizei mitteilt, erhielten die Beamten einen Hinweis von einer Passantin, die das Tier in dem Auto beobachtet hatte.

Fenster war nur minimal geöffnet

Zusammen mit der Berufsfeuerwehr Wismar, die eigens ein Fahrzeug für die Tierrettung hat, haben die Einsatzkräfte den Hund aus dem Wagen befreit und versorgt. „Das Fenster war noch minimal geöffnet, aber mehr nicht“, bestätigt Polizeisprecher Axel Köppen der OZ – und das an einem der bisher heißesten Tage des Jahres.

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Der gesamte Einsatz, der bereits am Mittwochabend stattfand, habe 45 Minuten gedauert. Alarmiert wurde die Berufsfeuerwehr um 19.38 Uhr. Die Polizei hatte Hilfe angefordert. Das Tier selbst sei aber nach Ankunft seiner Retter schnell aus dem Kleintransporter befreit worden. Erst vier Stunden später wurde es von seinem Besitzer bei der Feuerwehr, die einen Zettel am Auto des Halters angebracht hatte und den Hund mit zur Wache nahm, abgeholt.

Auto heizt sich innerhalb weniger Minuten bis zu 50 Grad auf

Zur Warnung und Information hat die Polizeiinspektion Wismar ein Foto von dem stark hechelnden Vierbeiner bei Twitter gepostet.

Innerhalb kürzester Zeit kann ein Auto laut ADAC zur Hitzefalle für eingeschlossene Tiere und Kinder werden. Immer wieder sind Schreckensnachrichten von vollkommen dehydrierten Hunden zu hören. Schon bei einer Außentemperatur von 28 Grad Celsius kann sich der Innenraum eines Autos auf bis zu 50 Grad aufheizen – bei höheren Außentemperaturen entsprechend noch stärker.

Hunde leiden bei Hitze mehr als der Mensch

Auch im sozialen Netzwerk Facebook ärgern sich viele Nutzer über den Vorfall und können nicht verstehen, wie man so mit seinem Hund umgehen kann. „So langsam muss es doch jeder mitbekommen haben, dass es extrem warm ist und weder Kinder noch Tiere diesen Temperaturen im Auto ausgesetzt werden sollten“, kommentiert Anja Kühl. „Bei diesem Wetter? Man sollte den Hundehalter für 30 Minuten ins Auto sperren“, findet Anette Irmscher-Weise. Und Cornelia Neitzel warnt: „Bei diesen Temperaturen sollten Tiere im Haus bleiben und nur kurze Gassirunden machen. Sie leiden mehr als der Mensch.“

Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Solche Fälle kämen laut Wismars Polizeisprecher Axel Köppen immer mal wieder vor, aber inzwischen nicht mehr so häufig. „Durch die Medien wurde das Thema vielfach verbreitet“, sagt er. Viele Hundebesitzer seien sensibler geworden. Die Polizei Wismar ermittelt in dem aktuellen Fall nun allerdings wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Täter muss mit Geldbuße von bis zu 25 000 Euro rechnen

Laut Strafgesetzbuch muss der Täter, kommt es zur Verhandlung, mit einer Geldbuße von bis zu 25 000 Euro rechnen. Eine Strafe für den Hundehalter kommt dann in Betracht, wenn aufgrund der Hitze das Tier stirbt oder erhebliche Schmerzen erleidet und dem Täter es darauf ankam. In einem solchen Fall droht außerdem eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Außerdem kann auch ein Verbot der Hundehaltung ausgesprochen werden –zeitlich begrenzt oder für immer.

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Michaela Krohn