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Wismar In Dambeck entsteht eine Natur- und Wald-Kita
Mecklenburg Wismar In Dambeck entsteht eine Natur- und Wald-Kita
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15:41 07.06.2019
Die Wiese vorn soll ab Herbst für die Natur- und Wald-Kita gestaltet werden, unter anderem mit einem Märchen-Heckengarten, Bienenwiesen und einem Beet für einen Bauerngarten. Quelle: privat
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Dambeck

Im Januar dieses Jahres hat sich die Dörfergemeinschaft Dambecker Seen gegründet. Sie ist der gemeinnützige Trägerverein für eine Kindertagesstätte. Auf Initiative von Eltern soll eine Natur- und Wald-Kita entstehen. Sie möchte sie im kommenden Frühjahr, zum 1. April, eröffnen. Es ist dann die vierte Natur- und Wald-Kita im Landkreis Nordwestmecklenburg. Landesweit gibt es etwa sieben.

Alternatives Betreuungsangebot

„Es war unser Wunsch, ein alternatives Betreuungsangebot in der Region zu schaffen“, erläutert Martina Scheller, Vorstandsvorsitzende des Vereins. „In unserer Kita verbringen die Kinder die Zeit überwiegend im Freien. Dafür wollen wir die wunderschöne Natur nutzen, die Dambeck umgibt.“ Gemeint sind das Naturschutzgebiet Dambecker Seen mit dem großen und kleinen See, den vielen Wiesen, dem Aubach sowie dem Sandberg mit einem Wäldchen zwischen Bobitz und Dambeck.

„Wir haben bislang Konzepte geschrieben, Ämter kontaktiert, Mütter befragt, Förderanträge verfasst, ein Grundstück am Dambecker See gekauft“, berichtet Martina Scheller. „Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landkreises läuft vorbildlich.“ Er ist die Genehmigungsbehörde für Kindertagesstätten.

Schutzhütte wird gebaut

Auf dem 1800 Quadratmeter großen Grundstück soll eine moderne Schutzhütte entstehen. Zurzeit wartet der Verein auf die Baugenehmigung. „Die Hütte ist ganz einfach und dient tatsächlich nur als Schutzunterkunft. Tischler, ein Schmied und handwerklich begabte Menschen aus der Region sowie die Kirchengemeinde Dambeck-Beidendorf helfen uns beim Ausbau“, berichtet Martina Scheller, eine der drei Initiatorinnen des Kita-Projekts. Es wird eine Komposttoilette, Waschecke und Draußenküche auf einer überdachten Veranda geben. Natur und Garten – das wollen wir verbinden.“ So sind auf dem Grundstück ein Duft- und Tastgarten sowie Obststräucher und Gemüsebeete geplant.

Solch ein Spielregal mit Arbeitsplatz ist in der Wald-Kita vorgesehen. Quelle: Josefine Peters

„Für Kinder und deren Betreuer soll der Ort mit seinem Garten, der Landschaft ringsum und der Hütte ein Ort der Geborgenheit und des Wohlfühlens sein. Ein Ort, der Lust darauf macht, die Natur zu entdecken.“ Einen Teil der beantragten Fördergelder hat der Trägerverein bereits erhalten, beispielsweise 25 000 Euro von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Natur aus der Bingo Umweltlotterie.

Platz für maximal 18 Kinder

Die Natur- und Wald-Kita wird Platz für 15, maximal 18 Mädchen und Jungen im Alter ab drei Jahren bis zum Schuleintritt bieten. Vier Pädagogen sollen die Kinder in der Zeit zwischen 8 und 16 Uhr betreuen. Zwei von ihnen sind immer zeitgleich in der Gruppe. Als Schwerpunkte nennt der Verein das Lernen im freien Spiel und die Umweltbildung. Die Kinder werden einen Garten anlegen und pflegen. Pädagogische Ansätze für die Betreuung nutzen die Erzieher aus der Wald-, der Montessori-, der Reggio- und der Waldorfpädagogik. „Die Kinder werden mit Essen überwiegend in Bio-Qualität versorgt, auch mit Produkten aus dem eigenen Garten“, kündigt Martina Scheller an.

Produktdesignerin Josefine Peters hat die Inneneinrichtung der Wald-Kita skizziert. Hier ein Schlafpodest. Quelle: privat

Ferner plant der Kita-Trägerverein Kooperationen mit Partnern aus Umwelt, Natur, Landwirtschaft, Handwerk, Kultur und Kirche.

Sechs Kinder sind bereits für die neue Wald-Kita angemeldet. „Das Interesse und der Bedarf sind da, aber die Öffnungszeiten sind nicht pendlerfreundlich. Wir hatten leider immer wieder Absagen, weil die Kita erst um acht Uhr öffnet“, bedauert die Vereinsvorsitzende. „Aber wir arbeiten an einer anderen Lösung, damit wir eine Stunde früher öffnen können.“ Grundsätzlich dürfen Natur- und Wald-Kitas nur sechs Stunden geöffnet haben. Das ist laut Gesetz die zumutbare Zeit, die Kinder in der freien Natur verbringen dürfen. „Wir sind schon sehr glücklich über die Ausnahmegenehmigung, acht anstatt der sechs Stunden öffnen zu dürfen.“ Eltern, die ihre Tochter oder ihren Sohn in der Natur- und Wald-Kita in Dambeck betreuen lassen wollen, können sich per E-Mail an verein@dambecker-seen.de wenden.

Der Verein

Rund um den Großen und Kleinen Dambecker See, mitten in Nordwestmecklenburg, hat sich der Wunsch nach mehr Gemeinschaft entwickelt. Unterschiedlichste Menschen haben sich zusammengefunden, um ihre Ideen und Projekte gemeinsam umzusetzen, und den Verein Dörfergemeinschaft Dambecker Seen – Verein zur Förderung von Jugend- und Altenhilfe, Kultur und Umweltschutz gegründet. Dabei steht das Gemeinwohl an erster Stelle.

„Wir möchten Strukturen auf dem Land verbessern, nutzen und auch neue schaffen“, sagt Vereinsvorsitzende Martina Scheller. „Wir möchten unser Leben selbst gestalten und dabei so viele Menschen wie möglich mitnehmen und glücklich machen.“ Dazu gibt es auch ein interessantes Forum „Rund ums Dorf“: am 14. Juni im Technologie- und Forschungszentrum in Wismar.

„Wir haben die Ideen, die Energie, aber leider nicht das nötige Kleingeld“, wirbt der Verein um Unterstützung für sein erstes Projekt: die Natur- und Waldkita in Dambeck. „Wir freuen uns über jede Unterstützung, sei es mit technischem und fachlichem Wissen, mit Material- oder finanziellen Spenden.“

Das Vereinskonto hat folgende Bankverbindung: IBAN: DE41 1405 1000 1006 0261 14 und BIC: NOLADE21WIS

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