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Wismar In Mecklenburg entsteht ein neuer Weinberg
Mecklenburg Wismar In Mecklenburg entsteht ein neuer Weinberg
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06:22 29.04.2019
Wolfgang (29) und Juliane Dähn (30) haben in Dorf Mecklenburg einen Weinberg angelegt und am Wochenende 2000 Reben gepflanzt. Quelle: Kerstin Schröder
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Dorf Mecklenburg

Die Reben sind in der Erde. Am Wochenende ist Mecklenburgs neuer Weinberg mit insgesamt 2000 Pflanzen bestückt worden. Die sollen in drei Jahren die ersten Trauben produzieren – in Dorf Mecklenburg. Dort haben Landwirt Wolfgang Dähn und seine Frau Juliane eine 0,5 Hektar große Fläche mit kleinem Hang gepachtet und richten diese seit Oktober 2018 für den Weinanbau her.

Familie und Freunde packen mit an

„Damit die Wurzeln gut ausschlagen können, haben wir den Boden bis in eine Tiefe von 60 Zentimetern gelockert“, berichtet Wolfgang Dähn (29). Er ist wie seine Frau in Dorf Mecklenburg aufgewachsen. Beide arbeiten mittlerweile in Schleswig-Holstein. An den Wochenenden sind sie aber meist in der alten Heimat. Denn hier wohnt ihre Familie und die gibt den Dähns auch Rückendeckung bei ihrem Projekt – allen voran Sönke Pahl. Der Stiefvater von Mecklenburgs neuem Weinbauer ist ebenfalls Landwirt. Er hat die Fläche zur Verfügung gestellt und hilft, wo er kann.

Beim Aufbau der Pfähle. Die werden mit Drähten verbunden, die denen dann die Reben hochwachsen. Quelle: privat

Auch viele Freunde haben in den vergangenen Wochen mitangepackt, Zäune gebaut, Pfähle gesetzt und nach Südwesten ausgerichtet. „So haben die Pflanzen länger was von der Morgensonne“, erklärt Wolfgang Dähn. Mit seiner Frau, die er seit der Jugend kennt, verfolgt er seit langem den Traum, selber Wein herzustellen. Denn beide lieben und genießen das Getränk. „Früher haben wir herumgealbert, dass wir uns mal einen Weinberg in Frankreich kaufen“, erzählt Juliane Dähn (30). Aber: „Wein anbauen – das kann man auch in Mecklenburg“, haben sie sich gedacht und den Plan jetzt umgesetzt. Meist mit dabei: Tochter Miriam und Zwergdackeldame Frieda.

In anderen Anbau-Gebieten umgeschaut

Um auf ihren künftigen Nebenerwerb gut vorbereitet zu sein, hat sich das Ehepaar in anderen Anbau-Gebieten umgeschaut. Auch auf der 4,75 Hektar großen Rebfläche in Rattey. Zusammen mit Burg Stargard (0,25 Hektar; beide Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) bilden beide das größte Weinbaugebiet im deutschen Nordosten, das Stargarder Land. „Dort haben wir auch von unserem Projekt erzählt“, berichtet Wolfgang Dähn. Der Zusammenhalt der Winzer im Norden sei groß. „Hier gibt es ja nicht so viele wie im Süden Deutschlands“, lacht er.

Etwa 1,70 Meter hoch sollen die Reben in diesem Jahr wachsen. Sie müssen bis zur ersten Lese im Jahr 2021 gut gepflegt werden. Eine Bewässerungsanlage soll sie vor Trockenheit bewahren. Außerdem sind vor jeder dritten Reihe Rosen gepflanzt worden – um mögliche Krankheiten und Läusebefall schnell zu erkennen. Und der Boden braucht Kalk. „Deshalb werden regelmäßig Proben entnommen“, erklärt der Agrarwirt.

Gute Ernte im vergangenen Jahr

Die Deutschen trinken im Jahr rund 20 Liter Wein pro Kopf. Fast die Hälfte aller gekauften Weine stammt aus deutschem Anbau. Mehr als 140 unterschiedliche Rebsorten werden in den 13 deutschen Weinregionen angebaut.

Die bundesweite Weinmosternte des Jahrgangs 2018 beläuft sich auf 10,386 Millionen Hektoliter (hl). Damit ist 2018 der größte Jahrgang des Jahrhunderts nach 2007, teilt das Deutsche Weininstitut mit. Am größten ist die Ernte mit 2,91 Millionen hl in Rheinhessen ausgefallen, die Pfalz folgt mit 2,5 Millionen hl. Auch Baden und Württemberg knackten mit 1,5 bzw. 1,15 Millionen hl die Millionengrenze.

Fünf Sorten für die nördlichen Gefilde

Der Weinberg Dähn, wie er offiziell heißt, besteht aus drei roten und zwei weißen Rebsorten. Da die klimatischen Bedingungen in Mecklenburg anders sind als die in Süddeutschland, sind die ausgewählten Gewächse spezialisiert für die nördlichen Gefilde, die oft rau und windig sein können. Deshalb ist die Entscheidung gefallen auf Regent, Cabernet Cortis, Rondo, Solaris und Souvignier Gris. Ihre Trauben wollen die Dorf Mecklenburger auch selber zu Wein machen. Dafür soll bis 2021 eine Kelterei und eine Abfüll-Anlage gebaut werden. Die ersten 30 Bestellungen liegen bereits vor. Weitere können im Internet (www.wein-mv.de) aufgegeben werden. Mit etwa 3500 Flaschen rechnen die Winzer bei der ersten Lese.

Um überhaupt Wein anbauen zu dürfen, haben die Dähns beim Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung einen Antrag gestellt. „In Mecklenburg-Vorpommern werden pro Jahr nur fünf Hektar dafür vergeben“, erklären sie. Die Dorf Mecklenburger würden sich freuen, wenn weitere Weinbauer hinzukommen: „Damit man sich austauschen und voneinander lernen kann“, betonen sie.

Lange Tradition in Mecklenburg-Vorpommern

Neu ist der Weinanbau in Mecklenburg nicht. Zisterziensermönche haben ihn bereits im 13. Jahrhundert praktiziert. In Schwerin, Güstrow und Neukloster sind damals Reben kultiviert worden. Burg Stargard ist der Ort in Mecklenburg-Vorpommern, in dem am Längsten durchgängig Weinbau betrieben wurde, nämlich von 1508 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und seit 2002 wieder. Erst im Jahr 1855 ist der gewerbliche Weinbau eingestellt, als der Weinberg von Crivitz bei Schwerin gerodet wurde.

Kerstin Schröder

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