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Wismar Jeder vierte Lehrling bricht seine Ausbildung ab
Mecklenburg Wismar Jeder vierte Lehrling bricht seine Ausbildung ab
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00:00 20.03.2014
Jeder vierte Lehrling sucht sich eine andere Ausbildung. Quelle: OZ
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Wismar

Fast jeder vierte Auszubildende in Nordwestmecklenburg bricht seine Lehre ab. Nahezu die Hälfte aller Verträge werden laut Handwerkskammer Schwerin schon im ersten Lehrjahr gelöst. Im Bereich der Handwerkskammer bedeutete das für 2012 eine Abbruchrate von 170 Stück bei 680 Neuverträgen. Im Vorjahr sah es ähnlich aus. Fehlende soziale Kompetenz und schlechte schulische Leistungen sind der Hauptgrund. Trotzdem haben die Abbrecher eine gute Chance, eine neue Lehrstelle zu finden oder in einem anderen Betrieb übernommen zu werden.

Hilfe bietet neben der Handwerkskammer Schwerin und der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar auch die Agentur für Arbeit in Schwerin an. Eine ausbildungsbegleitende Hilfe (abH) soll die jungen Frauen und Männer besser auf den beruflichen Alltag vorbereiten. Was konkret gefördert wird, hängt von den „Lücken“ des Lehrlings ab. Nachdem sich Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abgestimmt haben, schnürt die Agentur für Arbeit ein individuelles Hilfspaket. Gerade in Nordwestmecklenburg ist die Chance auf einen Neueinstieg übermäßig gut. Das sagt Petra Gansen, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit bei der Handwerkskammer Schwerin. „2013 hatten wir etwa 28 Prozent Lehrabbrecher im ersten Lehrjahr. Jeder Fünfte wird in anderen Ausbildungsbetrieben aufgenommen. Es ist davon auszugehen, dass viele andere Abbrecher eine neue Lehre in einem anderen Wirtschaftszweig aufnehmen“, erklärt Petra Gansen. „Aufgrund niedriger Schulabgängerzahlen sind die Bewerber knapp und werden umworben. Sie haben heutzutage die Quahl der Wahl“, sagt sie.

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Um Konflikte zwischen Arbeitgeber und Lehrling zu schlichten, stellt die Handwerkskammer Ausbildungsberater zur Verfügung. „In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit bieten wir ausbildungsbegleitende Hilfen an, eine Art Nachhilfeunterricht für leistungsschwächere Lehrlinge“, sagt Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. Gleichzeitig fordert er:

„Die Berufsorientierung für Schüler muss früher einsetzen und stetig verbessert werden.“ Ähnliche Erfahrungen hat auch Rüdiger Kamps von der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar gemacht.

Der 62-Jährige arbeitet als Vermittler Auszubildender und hat in den vergangenen Jahren einen Negativtrend ausgemacht. „Die Jugendlichen haben in dieser Zeit eine grundsätzliche Anstrengungsunlust entwickelt. Sie sind es nicht gewohnt, nach der Schulzeit ab 7 Uhr zu arbeiten und das noch bis zum späten Nachmittag durchzuhalten“, sagt er. Problematisch sieht Rüdiger Kamps auch die berufsorientierten Praktika während der Schulzeit. „Was machen die Schüler denn? Die gehen zum Supermarkt und packen. Kaum jemand geht wirklich in die Berufswelt und schnuppert mal rein“, weiß Kamps aus seiner langjährigen Erfahrung. „Das Wollen ist nicht sonderlich ausgeprägt. Ich erwarte da viel mehr Initiative von den Schulen“, sagt der Vermittler.

„Mit all der angebotenen Hilfe wird die Lösungsquote von Lehrverträgen in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Davon bin ich überzeugt“, sagt Petra Gansen von der Handwerkskammer und gibt damit einen positiven Ausblick.



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