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Wismar „Drunter und Drüber“ in Wismarer Galerie
Mecklenburg Wismar „Drunter und Drüber“ in Wismarer Galerie
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11:49 12.08.2019
Rainer Ehrt zwischen seinen lebensgroßen "Traumtänzern". Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Das Künstlerpaar Julia und Rainer Ehrt aus Kleinmachnow zwischen Potsdam und Berlin stellt derzeit in der Wismarer Galerie Hinter dem Rathaus aus. Beide zeigen Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen unter dem Titel „Drunter und Drüber“.

Julia und Rainer Ehrt zeigen Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen in der Wismarer Galerie Hinter dem Rathaus. Bis zum 14. September sind die Werke zu sehen, der Eintritt ist frei.

Lebensgroße Druckstöcke

Die großformatigen, schwarz-roten Reliefs im Mittelgeschoss der Galerie fallen auf. “So ein fertiges Bild in der Größe, gerahmt hinter Glas, das ist nicht einfach zu transportieren“, lässt Künstler Rainer Ehrt die Gäste zur Ausstellungseröffnung lachen.

So zeigt er nicht die Bilder, sondern die hölzernen Druckstöcke. Rainer Ehrt arbeitet gerne in dieser Größe, schafft so lebensgroße Menschen. „Ich bräuchte mal einen großen Raum, eine große Kirche, um all diese Arbeiten zeigen zu können“, erzählt er weiter. Die Künstlerkollegen aus der Wismarer Galerie, viele kennen das Paar vom gemeinsamen Studium an der Burg Giebichenstein, nicken. St. Georgen wäre eine Idee.

Kunst und Karikatur

Erst hat er einen so riesigen Totentanz geschaffen, nun sind seine Menschen lebendiger, tanzen Tango und Salsa, eng umschlungen und liebevoll, leicht frivol dargestellt. „Traumtänzer“ heißt die Serie an der Wismarer Galeriewand. Auf die Frage einer Ausstellungsbesucherin, wieso gerade seine Damen immer „oben ohne“ darstellt werden, schmunzelt er. „Komisch, das ergibt sich so!“

Zarter seine Radierungen, oft mit ironischem Unterton wie seine Hommage an den verstorbenen Modezar Karl Lagerfeld mit fliegenden Hunden und spindeldürren Modells. Oder die Warnung seiner „Leuchttürme im Labyrinth“. Ein Mensch im Wald voller Leuchttürme, die eigentlich die Richtung weisen sollen, aber bei der heutigen Informationsflut das Denken einsperren. Rainer Ehrt arbeitet in den Bereichen Grafik, Illustration, Cartoon und Karikatur.

Köpfe in Kisten

Im Dachgeschoss stolpert der Ausstellungsgast über die „Köpfe in Kisten“ von Julia Ehrt. „Die Eiche sollte eigentlich in den Ofen, aber sie war zu lang“, nimmt die Künstlerin den ehemaligen Scheit in die Hände. Nun ist es ein Männerkopf. „Die Haare waren schon da, nur das Gesicht hat gefehlt“, erzählt sie weiter und steckt die Skulptur wieder in ihre Kiste.

„Jeder hat seinen Platz im Leben, aber nicht jeder ist damit zufrieden“, kommentiert sie. „Ihre“ Köpfe sind in Schubladen. Meist alleine, manchmal zu zweit. Die Königin mit dem Goldbecher statt der Krone auf dem Kopf schiebt sie weiter nach hinten in ihrer aufrecht gekippten Schublade. Schon verändert sich die Aussage. Ein spannendes Spiel mit der Wahrnehmung.

Wolkenschafe und mehr

Eine Wand gehört den Wolkenbildern von Julia Ehrt. „Die Tiere, die man in den Wolken sieht, wenn man auf der Wiese liegt“, erklärt die Künstlerin und lädt zum Blick in ihre Bilder und ihre Wolken ein. Ein flauschiger Bär wartet auf seine Artgenossen in den noch zu weit entfernten Wölkchen.

Fische schweben durch die Wolken, ein witziges, nicht wirklich bedrohliches „Monster“ schiebt sich durch die hellen Tupfen auf Himmelblau. Die Bilder lassen schmunzeln. Man merkt, Julia Ehrt ist nicht nur Künstlerin, sie entwirft auch Spielzeuge und Spielplätze. Verspielt sind auch ihre Fledermäuse, Fische und Vögel, die als Skulpturen und Mobiles die Galerie in Beschlag genommen haben. Sie gaben der Ausstellung den Titel.

Künstlerehepaar aus Kleinmachnow

Julia Ehrt, 1959 in Kleinmachnow geboren, studierte an der Hochschule für Kunst und Design Halle/Burg Giebichenstein (Fachrichtung Produktdesign für Spielzeug) und ist seit 1984 freischaffend in ihrer eigener Werkstatt in Kleinmachnow zwischen Berlin und Potsdam. Sie gestaltet unikale Holzobjekte, Kunst am Bau, Designspielzeug und ganze Spielplätze.

Rainer Ehrt, 1960 in Elbingerode (Harz) geboren, studierte ebenfalls an der Burg Giebichenstein. Er ist freiberuflich als Karikaturist, Maler und Grafiker tätig, gestaltet Illustrationen und ganze Künstlerbücher, Figuren, Druckgrafiken, und Malereien.

Noch bis zum 14. September sind die Werke des Künstlerpaares zu sehen, die Galerie Hinter dem Rathaus hat jeweils mittwochs bis freitags von 12 bis 18, samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Nicole Hollatz

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