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Wismar Kabelgigant produziert in Wismar
Mecklenburg Wismar Kabelgigant produziert in Wismar
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18:20 26.09.2019
Feiern die Eröffnung (v. l.): Joachim Czabanski, Vorstandsvorsitzender der Klaus Faber AG, Bürgermeister Thomas Beyer, Friesland Kabel-Geschäftsführer Klaus Moorlampen und Ehefrau Agnes sowie Wirtschaftsminister Harry Glawe. Quelle: Heiko Hoffmann
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Wismar

Das neue Logistikzentrum der Friesland Kabel GmbH ist am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen worden. Investiert wurden rund fünf Millionen Euro. Bis zu 45 Arbeitsplätze sollen entstehen. Mitarbeiter werden gesucht.

Bilder von der Einweihung und von der Produktion bei Friesland Kabel

Die deutsche Nummer eins bei der maritimen Kabelproduktion handelt weltweit mit Kabeln, Leitungen und Zubehör. „Die Friesland Kabel GmbH hat sich zu einem gefragten Spezialunternehmen entwickelt. Vor allem die engen Geschäftsbeziehungen mit den Werften in Mecklenburg-Vorpommern haben dazu beigetragen, dass die Friesland Kabel GmbH stärker bei uns im Land präsent ist“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Weltweit tätig

Beliefert werden unter anderem die maritime Industrie sowie Windkraftanlagen- und Kommunikationsgerätehersteller. Zu den Hauptabnehmern zählen Werften und Industriebetriebe im europäischen Raum, unter anderem in Polen, Dänemark, Norwegen und Kroatien, dazu kommen Kunden in Südamerika, Russland und Kasachstan, in Asien sind es Südkorea, Malaysia und China.

Geschäftsführer Klaus Moorlampen und der Vorstandsvorsitzende der Klaus Faber AG, Joachim Czabanski, stellten den Gästen der Einweihung den Firmensitz im Gewerbegebiet Dammhusen vor. In den Hallen lagern Schiffskabel für rund acht Millionen Euro.

In Wismar spielt die Musik

Die Ansiedlung steht im direkten Zusammenhang mit MV Werften. Friesland Kabel – das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Norderstedt (Schleswig-Holstein) – rüstet Schiffe aller Art mit Kabeln aus. Mit dem Großauftrag spielt die Musik aber in Wismar. Künftig soll von Dammhusen aus die komplette Belieferung der Kunden erfolgen.

Die Kabel werden geschnitten und portioniert. Bestimmt sind sie zum Beispiel für die neuen Kreuzfahrtschiffe, die auf den Werften in Wismar und Warnemünde entstehen. Rund 2000 verschiedene Kabel und Kabelquerschnitte kommen zum Einsatz. Etwa 7000 Kilometer Kabel werden in der Global Class verarbeitet. Zum Beispiel für Lautsprecher in den Schiffskabinen, andere für das Bugstrahlruder, das Feuermeldesystem oder die Kapitänsbrücke. Die Ansprüche sind höchst unterschiedlich und reichen von selbstverlöschend bis schwer entflammbar und feuerfest.

Richtfest für Friesland Kabel im Gewerbegebiet Dammhusen war im Dezember 2018. Seit Juni wird produziert, parallel wurde das Werk mit einem Gebäude für Büro-, Sozial- und Lagerräumen sowie eine Lagerhalle ausgebaut.

Das Angebot soll erweitert werden. Dabei geht es unter anderem um die Einlagerung, der durch die Werften bestellten Kabel, sowie das Zuschneiden und das Versiegeln.

Klaus Moorlampen hatte mit Friesland Kabel ganz klein angefangen. Da war er 50 Jahre. Voller Stolz sagte der heute 61-Jährige am Donnerstag: „Das ist mein Lebenswerk!“

Investition für Kabinenproduktion

Für Wismar gibt es weitere Pläne. Am Donnerstag wurde der Kauf eines 10 000 Quadratmeter großen Nachbargrundstücks notariell beurkundet. Zwei Kabelkonfektionshallen sollen errichtet werden. Baubeginn ist im nächsten Jahr, weitere 25 neue Arbeitsplätze kommen hinzu.

Wie Joachim Czabanski, Vorstandsvorsitzender der Klaus Faber AG, gegenüber der OZ sagte, laufen konkrete Gespräche mit der MV Werften Fertigmodule GmbH für die Kabinenproduktion. Kabelkonfektion bedeutet, den Grad der automatischen Vorfertigung mit Steckern für die Kabinen auf 70 bis 85 Prozent hochzufahren. Jetzt ist Handarbeit angesagt. Johannes Gößler, Geschäftsführer bei Fertigmodule, sagte auch im Namen von MV Werften: „Wir freuen uns auf eine langjährige Zusammenarbeit.“

Mit Wismar zur Nummer 1 in Europa

Czabanski, der im Sommer in Boltenhagen und Wismar Urlaub mit seiner Familie gemacht hat und von der Koggenfahrt und dem Koggenschnaps schwärmt, kündigte an, die Klaus Faber AG zur Nummer eins in Europa machen zu wollen. Die Unternehmensgruppe, jetzt die Nummer zwei bis drei der europäischen Kabelgroßhändler, hat ihren Hauptsitz in Saarbrücken. Zu diesem Ziel werde Friesland Kabel, seit Dezember 2018 Teil der Gruppe, beitragen.

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) freute sich über die Neuansiedlung und die Ausbaupläne. „Das beschreibt genau die Situation, die wir in Wismar haben. Wir wachsen.“ Im nächsten Jahr werde mit dem Bau der Werftstraße und der Erschließung der ersten Flächen am Autobahnkreuz begonnen, kündigte er weitere Schritte in den Ausbau der Infrastruktur an.

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Von Heiko Hoffmann

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