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Wismar „Klappe auf“: Wismarer Schüler drehen Kurzfilme für Festival
Mecklenburg Wismar „Klappe auf“: Wismarer Schüler drehen Kurzfilme für Festival
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17:21 30.09.2019
Filmcoach Marcus Wojatschke gibt den Kids technische Hilfestellung, Hedi Wigger (rechts im Bild) spielt eine der Hauptrollen. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Kamera läuft, Klappe und Action!“ – Kinder der fünften Klasse der Integrierten Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“ haben sich in einem Kurzfilmprojekt mit den Themen Kinderrechte und Demokratie beschäftigt. Sie machen beim bundesweiten Projekt „Klappe auf!“ mit, dabei wird Medienbildung mit politischer Bildung kombiniert.

Junge Filmcrew

Mit Tonangel, Kamera und Fotoapparaten stehen sie im Garten des Wismarer Filmbüros. Hermine Rosenberg (10) gibt mit ihrer Klappe immer wieder das Startsignal. „Wir brauchen absolute Ruhe beim Dreh!“, mahnt Filmcoach Marcus Wojatschke seine Crew. Die Kids sind leise.

Sie werden voll eingebunden, haben die Geschichte und das Drehbuch entwickelt, sorgen für Ton und ein gutes Bild und werden den Rohschnitt machen – dank professioneller Hilfe. Und sie schauspielern natürlich selbst.

Hedi Wigger muss ihren Text immer wieder sagen und gleichzeitig cool und locker rüberkommen, bis die Szene im Kasten ist. Sie spielt Shelly. „Shelly ist Youtuberin und spioniert Leute aus, sie macht sich richtig über andere lustig“, erzähl Amy Gundlack (11). Ein andere Jugendlicher verbuddelt was im Garten, Shelly filmt das und wird neugierig. „Sie bricht sogar bei ihm ein!“

Thema Privatsphäre

Das ist ganz kurz die Geschichte, die sich die Fünfklässler ausgedacht haben. Es geht um Grenzüberschreitungen, die Privatsphäre, um richtig oder falsch und die Frage, was man alles für Klicks und Aufmerksamkeit macht.

„Wir haben uns vorher intensiv im Unterricht mit den Kinderrechten beschäftigt“, erzählt Lehrerin Lisa Steckel. Ihre Schüler haben sich dann das Recht auf Privatsphäre aus dem Katalog der Kinderrechte als Thema ausgesucht und die Geschichte entwickelt.

Kinderrechte im Workshop

Artikel 16 der UN-Kinderrechtskonvention: „Kein Kind darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung oder seinen Schriftverkehr oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden.“

Darf Mama im Tagebuch lesen, darf Papa Gespräche belauschen? Natürlich nicht, so wie Shelly auch nicht anderen hinterherspionieren darf. Das Filmprojekt nutzt die Begeisterung von Kindern und Jugendlichen für Filme, das Internet und soziale Medien. Die Workshops vermitteln spielerisch und kreativ demokratische Grundwerte, die UN-Kinderrechtskonvention sowie einen fairen, bewussten Umgang miteinander – im Internet wie im echten Leben.

Als Klasse zusammenwachsen

Lehrerin Lisa Stickel ist begeistert: „Die Kinder lernen sich ja gerade in der neuen Klasse und der neuen Schule kennen. Da hilft so ein Projekt.“ Und auch das Bildungsziel kommt an, der ungewöhnliche Unterricht macht sichtlich Spaß.

Die Kids lernen Begriffe wie „subjektive Kamera“, Totale oder Halbtotale kennen, wenden die Tricks der Filmemacher bei Schnitten und Perspektive an und merken, wie viel Arbeit hinter so einem kleinen Film steckt.

„Lernen und Bildung sind ein wichtiges Kinderrecht, dass wir zur Schule gehen dürfen“, erzählt Schüler Mike Wehnhardt (10). „Dann hat man später als Erwachsener einen richtigen Beruf.“

Im November nach Berlin

Bis November müssen die Kinderrechtekurzfilme fertig werden. Der Höhepunkt von „Klappe auf!“ ist das Kinderrechte-Filmfestival, bei dem die jungen Filmemacher ihre Filme im Kino vor großem Publikum präsentieren und diskutieren. Dafür fahren auch die Wismarer Schüler Mitte November nach Berlin.

„Klappe auf! für Demokratie und Kinderrechte“ ist eine Veranstaltung des Landesverbands Kinder- und Jugendfilm Berlin (Kijufi). Auf dem Kijufi-Youtubekanal sind viele der bisherigen Filme des Projektes zu sehen.

Mehr Infos:

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Von Nicole Hollatz

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