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Wismar Kommissar Ratte ermittelt in Wismar und auf Poel
Mecklenburg Wismar Kommissar Ratte ermittelt in Wismar und auf Poel
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13:00 05.11.2019
Bauchredner und Buchautor Benjamin Tomkins sitzt mit ‚‚Kommissar Ratte" am Alten Hafen in Wismar. Am 28. November liest er im Zeughaus aus seinem Buch ‚‚Tote Bauern melken nicht". Quelle: Michaela Krohn
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Wismar

Ein toter Bauer, mafiöse Möwen, eine gewiefte Ratte und die Geschichte steht. Was diese Figuren miteinander zu tun haben und warum der Wismarer Hafen und ein Bauernhof auf der Insel Poel vielleicht doch nicht die sichersten Orte sind – das steht im neuen Buch von Benjamin Tomkins.

Vielen ist der noch als Bauchredner bekannt, zum Beispiel mit solch abenteuerlichen Programmtiteln wie „King Kong und die weiße Barbie“ oder „Hörst du dir beim Reden zu?“ Schon auf der Bühne spielen sprechende Tiere bei ihm die Hauptrolle. Und das zieht Benjamin Tomkins auch in seinem am 25. Oktober erschienenen Krimi durch.

„Tiere kommen bei Menschen besser an als Menschen – das ist wie mit den Kuscheltieren, mit denen hat man als Kind doch auch gern gesprochen“, sagt der 45-Jährige. Und er ist sicher: Auch die Zuschauer bei seinen Shows wollen, dass die Tiere sprechen.

Alter Hafen: Lieblingsplatz und Ort für Inspiration

Mit einem war Benjamin Tomkins, der eine Weile auf Poel lebte, in den vergangenen Tagen auch in Wismar unterwegs: Kommissar Ede, die Ratte aus seinem neuen Buch. Viele seiner Puppen, die Tomkins als Bauchredner mit auf der Bühne hatte, „leben“ inzwischen im Keller. Von der Ratte konnte er sich aber nicht trennen. Unweigerlich ziehen beide ein paar Blicke am Alten Hafen in Wismar auf sich. Die Szenerie ist fast ganz wie auf den ersten Seiten im Buch: Möwen lauern von Masten und Laternen auf ein Fischbrötchen – oder vielleicht auch auf einen Menschen, der eine Ladung Möwenschiss verdient hat. „Möwen haben etwas Mafiöses an sich. Sie klauen von den Menschen und sie beklauen sich gegenseitig“, weiß Tomkins – und mit so einer bedrohlichen Szene steigt er eben auch in seinen Krimi ein.

Das Buch

Als Bauernhofratte Ede ein ADAC-Spielzeugmotorrad findet, befördert er sich kurzerhand selbst zum Pannenfahrer. Der erste Einsatz führt ausgerechnet in den Stall, in dem der tote Bauer liegt. Mord ist zwar keine Panne, doch die ehrgeizige Ratte übernimmt sofort die Beweisaufnahme und stürzt sich in ein actionreiches Abenteuer. Die schicksalhafte Begegnung mit dem haschischrauchenden Punk Theo aus der Pathologie führt die beiden zu krummen Immobiliengeschäften mit mafiösen Möwen und fulminanten Verfolgungsjagden, bevor Kommissar Ratte den verzwickten Fall aufklären kann.

„Tote Bauern melken nicht“ ist im Ullstein-Verlag erschienen und kostet 9,99 Euro.

Das Buch "Tote Bauern melken nicht" von Benjamin Tomkins ist am 25. Oktober erschienen. Quelle: Ullstein Verlag

Im wahren Leben macht Benjamin Tomkins aber ganz harmlose Spaziergänge am Alten Hafen – seinem Lieblingsplatz in Wismar. Er kennt ihn gut, sitzt gern in Cafés und beobachtet Menschen. Tomkins, der drei Jahre auf Poel gelebt hat, inzwischen aber wieder in der Nähe von Kiel wohnt, kommt immer noch gern ab und zu in die Hansestadt. Überhaupt verbindet er mit der Region eine besondere Geschichte.

Poel war für mich ein Glücksfall“

„Ich bin kurz nach der Wende vor Poel in Seenot geraten. Ein Fischer hat mich und mein Boot in den Hafen von Timmendorf geschleppt. Für mich war das ein Glücksfall“, sagt er. Denn die Insel Poel hatte er damals „gar nicht auf dem Schirm“. Nach der Rettung aus Seenot blieb er noch ein paar Tage, schließlich musste das Boot repariert werden. Später lebte er dann auch auf Poel – das offensichtlich ebenfalls eine perfekte Kulisse für den Tatort im Buch abgibt.

Damit ist für den Komiker und Puppenspieler auch ein Traum in Erfüllung gegangen: „Das Schreiben ist eigentlich mehr Passion für mich, als Bauchredner zu sein. Jetzt musste mal was Neues her“, sagt er. Die Charaktere – die sprechenden Tiere – sind zumindest gefunden. Und die will er auch so schnell nicht wieder hergeben. Die Reihe um Kommissar Ede wird weitergehen.

Lesung am 28. November im Zeughaus Wismar

Sein Buch „Tote Bauern melken nicht“ soll nach eigener Aussage eine waghalsige Mischung aus „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“, „Titanic“, „James Bond“ und „Bob, der Streuner“ sein. Wer das überprüfen möchte: Am Donnerstag, 28. November, liest Benjamin Tomkins um 19.30 Uhr im Wismarer Zeughaus aus seinem Buch. Karten für die Veranstaltung gibt es bei Hugendubel Hinter dem Rathaus.

Am 15. Februar ist Benjamin Tomkins zudem mit seinem Programm „Hörst du dir beim Reden zu?“ im Kolosseum Lübeck zu sehen.

Mehr lesen:
Benjamin Tomkins auf der Insel: „Auf Poel braucht man Zeit“

Von Michaela Krohn

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