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Wismar Kreuzfahrtschiff „Marco Polo“ kehrt nach Wismar zurück
Mecklenburg Wismar Kreuzfahrtschiff „Marco Polo“ kehrt nach Wismar zurück
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17:18 16.10.2018
Was für ein schöner Anblick im Wismarer Hafen - die „MS Marco Polo“. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

 Mit strahlendem Sonnenschein wurden am Dienstag die Kreuzfahrtgäste im Wismarer Hafen begrüßt. Die „MS Marco Polo“ machte Zwischenstopp im alten Heimathafen. Gut 580 größtenteils britische Passagiere machten Halt in der Hansestadt und hatten die Wahl zwischen Stadtbummel oder Ausflügen nach Schwerin, Lübeck beziehungsweise Bad Doberan.

Schon das Anlegemanöver beobachteten zahlreiche Zaungäste. „Der Kapitän hat das ganz gut gemacht“, kommentierte Dietrich Walter (84). Das „Einparken“ mit dem Schiff ist nicht ganz einfach – Dietrich Walter weiß, wovon er spricht. Er gehörte mit zum Konstruktionsteam des Schiffes auf der damaligen Wismarer Mathias-Thesen-Werft (MTW) und war sogar bei der Probefahrt dabei. Bis 1991 fuhr die „MS Marco Polo“ unter ihrem Namen „Aleksandr Pushkin“, im April 1964 ist sie auf der MTW vom Stapel gelaufen. Das Schiff war Teil der Ivan-Franko-Klasse. Die Serie mit fünf Fahrgast- und Kreuzfahrtschiffen wurde zwischen 1963 und 1972 für die UdSSR in Wismar gebaut. Nur die „Marco Polo“ ist noch im Einsatz. Und das macht Dietrich Walter ziemlich stolz.

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Mit strahlendem Sonnenschein wurden die gut 580 Kreuzfahrtgäste gestern im Wismarer Hafen begrüßt. Die „MS Marco Polo“ machte Zwischenstopp im alten Heimathafen, sie wurde 1964 in Wismar gebaut.

„Alles, was hinter dem Motor ist, haben wir entworfen“, so der ehemalige Konstrukteur. „Es gab ja nichts fertig zu kaufen, wir mussten das alles selber bauen!“ Er erklärt, wieso die Manöver im Hafen nicht „ohne“ sind: „Da sind noch immer zwei große Hauptmaschinen drin, Direktantrieb. Das heißt, Motor und Propeller sind starr miteinander verbunden.“ Moderne Schiffe können mit ihren Antrieben besser manövrieren. Bei Schiffen wie der Marco Polo braucht es besonders viel Fingerspitzengefühl auf der Brücke.

Spannend, was der ehemalige Wismarer Konstrukteur, der Leiter des Wismarer Shantychores und ein „Zaungast“ aus dem Harz zum Besuch der „MS Marco Polo“ zu erzählen haben.

Abends ging es für Schiff, Passagiere und Besatzung gleich weiter Richtung Rönne/ Dänemark. „Und wenn die Kreuzfahrttouristen dann mit ihren Bussen wieder am Hafen ankommen, verabschieden wir sie traditionell mit unserer Musik“, erzählt Peter Herchenbach vom Wismarer Shanty-Chor „Blänke“ und plaudert aus dem maritimen Nähkästchen. „Musiker haben ja immer Durst. Es kommt regelmäßig vor, dass jemand von der Mannschaft mit Bier oder Schnäpschen für alle von Bord kommt.“ Oder natürlich Wasser, wenn die Sänger in der prallen Sonne stehen. Peter Herchenbach lacht: „Die Kreuzfahrttouristen stellen sich auch regelmäßig einfach mit in den Chor für das Erinnerungsfoto, während wir singen. Oder sie singen mit!“

Die Wismarerin Gabi Wilcken ist regelmäßig als Kreuzfahrttouristin unterwegs. Auch diesmal beobachtete sie das Gewusel am Liegeplatz. „Es müsste doch jetzt jemand in der mecklenburgischen Tracht die Gäste begrüßen, schon allein für die Fotos. An anderen Häfen wird das so gemacht!“ Sie würde mitmachen und sich so über die Begegnungen am Hafen freuen.

Die „Marco Polo“ ist der siebte Kreuzfahrtanlauf in diesem Jahr in Wismar, zwei Anläufe waren im Laufe des Jahres ausgefallen. Drei weitere Kreuzfahrtschiffe werden noch im Dezember erwartet.

Nicole Hollatz

16.10.2018
16.10.2018
16.10.2018
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