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Wismar Kritik an Parkanlagen in Wismar
Mecklenburg Wismar Kritik an Parkanlagen in Wismar
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00:00 12.04.2018
Derzeit wird der Fußweg am Uferbereich des Lindengartens auf Vordermann gebracht. Quelle: Fotos: Heiko Hoffmann, Kerstin Schröder
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Wismar

„In Wismar ist der Pflegezustand in keiner Weise akzeptabel“, sagt Otfried Frank. Der langjährige Chef des Grünflächenamtes in Wismar führt dafür mehrere Beispiele an. „Der Bürgerpark hat viel Geld gekostet, doch das ist jetzt in den ungepflegten Pflanzungen fast wertlos, braucht dringend Erneuerung. Das betrifft die Stadtterrasse, den Garten Eden, den Rhododendrongarten, den Rosengarten, den weißen und den blauen sowie den Liliengarten und den Gräsergarten. Der Bibelgarten fehlt nun ganz.“ In den 1990er-Jahren seien in Wismar durch fachkompetentes Handeln einige Erfolge erreicht worden. Höhepunkt, so Frank, sei die 1. Landesgartenschau in MV im Jahr 2002 gewesen. Frank: „Danach ging es bergab, weil die erzwungenen Einsparungen und Reformen die Pflege des Grüns einschränkten.“

Früherer Grünflächen-Chef nennt als Beispiele Lindengarten, Bürgerpark und Park bei Hochschule

Auch der Wismarer Ronald Geisler (46) ist vom Zustand des Wismarer Bürgerparks entsetzt: „Überall liegen Scherben, leere Flaschen und Grillreste herum – nicht nur für Spaziergänger ist das eine Zumutung“, ärgert sich Geisler, der regelmäßig mit seiner Pudeldame „Luise“ im Bürgerpark unterwegs ist. Besonders nach den Wochenenden sei alles „verdreckt und vermüllt“. „Scherben sind für Hunde sehr gefährlich“, sagt Geisler. Hundebesitzer wie er würden oft in der Kritik stehen, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht wegmachen. „Ich mache sie aber weg, und deswegen ärgert mich dieser Anblick besonders – auch Menschen ohne Hunde dürfen nicht einfach ihren Dreck liegenlassen“, ergänzt Geisler.

Ähnlich traurig wie der Wismarer Bürgerpark sehe der Gehölzarten-Lehrgarten an der Hochschule aus, der den Architekturstudenten den Habitus der Baumarten näher bringen soll. Frank: „Die Mindestpflege fehlt. Die Schrifttafeln sind nicht aktualisiert, viele Pflanzen fehlen seit Jahren.“

Als drittes Negativbeispiel führt Otfried Frank den denkmalgeschützten Lindengarten neben dem Stadtzentrum an. Dieser sei in seinem Zustand einer Weltkulturerbe-Stadt „absolut unwürdig. Er wirkt schmutzig, düster, Ratten sind dort täglich anzutreffen, man fühlt sich unwohl und unsicher vor Fremden, die überraschend aus den zu dichten Gebüschgruppen auftauchen können.“

Frank wünscht sich eine denkmalgerechte Sanierung mit durchgreifender Gehölzpflege, eine Auflockerung und Transparenz der Parkräume sowie den Rückbau des Walls mit Blumenuhrbunker mit der Überleitung der Fußgängerzone in den vorderen großen Parkraum. Attraktive Blumen, Gartenplastiken, Sitzplätze und Kinderspielbereiche würden dazu beitragen, den Lindengarten aufzuwerten. Die Bürgerinitiative Lindengarten sei zur Säuberung dankenswert, könne aber die fachlich kompetente generelle Umgestaltung nicht ersetzen. Immerhin, Sitzbänke wurden aktuell erneuert und gegenwärtig werden einige Fußwege auf Vordermann gebracht.

Auch der Freiraum in der Claus-Jesup-Straße wirke, so Frank, unbefriedigend. Allerdings steht hier eine umfassende Sanierung der Straße und der Nebenanlagen an.

Die Tiefbauarbeiten sollen nach Angaben der Stadtverwaltung Ende dieses Jahres beginnen.

Dass es Nachholbedarf gibt, haben Verwaltung und Politik offenbar erkannt. Im Doppelhaushalt 2018/19 wurden jeweils 125000 Euro (vorher 25 000) für Spielgeräte (jeweils 50 000 Euro) und Stadtmobiliar (jeweils 75000 Euro) eingestellt.

Für den Bereich Grünpflege sind beim städtischen Entsorgungsbetrieb in diesem Jahr 389 500 Euro eingeplant, im nächsten Jahr 393000 Euro. Das ist einiges mehr als im Jahr 2017 (339 500 Euro).

Allerdings steigt mit den neuen Wohngebieten in Wismar auch der pflegerische Aufwand. Ob mit den zusätzlichen Ausgaben ein von Otfried Frank erhofftes „gut funktionierendes Grünflächenmanagement“

einhergeht, bleibt abzuwarten. Spaziergänger werden es beobachten.

Heiko Hoffmann und Kerstin Schröder

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