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Wismar Künstler beleben Hinterhof
Mecklenburg Wismar Künstler beleben Hinterhof
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00:00 16.02.2018
Sich in Stärken und Schwächen ergänzen wollen Maren Klußmann-Fricke, Ilka Rosenmüller, Kathrin Lauckner, Lina-Maria Köhn, Stefan Pejunk und Ralf Froese (v.l.) im Gemeinschaftsatelier in der Neustadt 40. FOTOS (2): NICOLE BUCHMANN
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Wismar

Der Tee, der serviert wird, ist weiß, gewürzt mit Cassis. Die Umarmungen, die ausgetauscht werden im Hinterhof der Neustadt 40 sind innig. Das Lachen ist froh.

Denn das Gröbste ist geschafft. Kathrin Lauckner, Stefan Pejunk, Ilka Rosenmüller, Lina-Maria Köhn und Maren Klußmann-Fricke haben gefunden, wonach sie lange gesucht haben: einen Ort, an dem sie sich gegenseitig inspirieren, austauschen und leben lassen können.

Noch riecht es nach Farbe in der einstigen Limonadenfabrik. Wartet das Verkaufslädchen auf mit Schmuck, Grafiken und Illustrationen bestückte Regale, der große Raum im Obergeschoss auf einen Teppich.

Workshops soll es dort später geben – Goldschmiedekurse, in denen die Teilnehmer beispielsweise ihre Eheringe selbst herstellen, Kurse in Kalligraphie, Kurse in Lebenskunst.

So unterschiedlich das Angebot, so unterschiedlich die Künstler, die sich im „Neustadt-Kollektiv“zusammengefunden haben. „Das ist der Wismar-Geist – jeder kennt jeden, und so haben wir uns gefunden“, sagt Stefan Pejunk. Sie kommen aus Kassel, Oldenburg, Pritzwalk, Potsdam, Gifhorn. „Dass wir alle hier geblieben sind, hängt mit der Lebensqualität zusammen.“

Einen Lebenstraum – wie sie es nennt – hat sich mit den gemeinsamen Räumen Kathrin Lauckner erfüllt. Lange habe sie gesucht, sich den Mund fusselig geredet. „Jeder von uns ist frisch in die Selbstständigkeit gestartet, das musste also auch finanziell machbar sein“, erzählt die 33-Jährige.

Der „Wismar-Geist“ brachte Lauckner mit Ralf Froese zusammen. „Ich weiß ja selbst, wie ich damals angefangen habe“, sagt der Metallrestaurator und Gelbgießer. Der Anfang sei immer das Schwerste.

Froese ließ den Künstlern Zeit, die Räume nach und nach herzurichten. Die Miete – fällig erst ab Nutzung. „Das ist wie eine Privatförderung – allein und ohne diese Unterstützung hätte ich mich das nicht getraut“, sagt Maren Klußmann-Fricke. Und dennoch – die meiste Zeit wird gejobbt: im Café, im Hofladen, im Klamottenladen.

Zeit für einen Rundgang im Hinterhof der Neustadt. Hinaus aus dem Besprechungsraum in die Werkstatt von Ilka Rosenmüller und Stefan Pejunk. Warmes Sonnenlicht scheint über die Werkbank. „Jedes Mal, wenn ich hier reinkomme, denke ich: ,Ich will arbeiten!’“, sagt Ilka Rosenmüller und lacht. Im Raum nebenan ist der Arbeitsplatz von Lina-Maria Köhn und Kathrin Lauckner. Bluetoothbox und Kopfhörer.

„Die brauche ich eigentlich selten – wir haben auch einen ähnlichen Musikgeschmack.“

Im großen Raum im Obergeschoss kommen die fünf dann ins Schwärmen. An Pfingsten zu „Kunst offen“ wollen sie alles fertig haben, auch die Küche, in der veganes Kochen probiert werden kann. „Das ist ein gutes Lebensgefühl.“ Maren Klußmann-Fricke strahlt. Ralf Froese nickt. „Das kann man so sagen.“

Neustadt-Kollektiv  

Vier junge Künstler haben in der Neustadt 40 in der Wismarer Altstadt ein Gemeinschaftsatelier eröffnet. Komplettiert wird das Kollektiv von einer Lebensberaterin.

Zu den Kreativen gehören Kathrin Lauckner, Stefan Pejunk, Ilka Rosenmüller, Lina-Maria Köhn und Maren Klußmann-Fricke.

Von Ostern an lädt das Neustadt-Kollektiv ins offene Atelier und zu Workshops in Schmuckdesign, Kalligraphie oder Lebenskunst. Auch bei „Kunst offen“ sind sie angemeldet.

Nicole Buchmann

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