Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Land finanziert 17 Hotspots in Nordwestmecklenburg
Mecklenburg Wismar Land finanziert 17 Hotspots in Nordwestmecklenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:02 25.07.2019
OZ-Praktikantin Marie Nitsch checkt das Internet an der Pfarrscheune in Dorf Mecklenburg: Auch hier will das Land in den kommenden zwei Jahren einen kostenlosen Wlan-Hotspot installieren lassen. Quelle: Haike Werfel
Anzeige
Hohen Viecheln/Neukloster/Zierow

234 neue Hotspots für den mobilen Internetzugang will die Landesregierung in den kommenden zwei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern errichten lassen. 17 davon soll Nordwestmecklenburg erhalten. Sie sind vor allem an touristisch stark frequentierten Orten vorgesehen. Das Wirtschaftsministerium hat sie mit Hilfe einer Studie ermitteln lassen. Dabei seien besonders touristische Orte im Binnenland berücksichtigt worden, die Bedarf an kostenlosem Internet-Zugang per Wlan haben, heißt es.

In der Region Wismar sieht die Studie folgende potenzielle Wlan-Empfänger vor: die Tourist- und Kulturinformation Neukloster, die Pfarrscheune Dorf Mecklenburg, das touristische Informations- und Gemeindezentrum Zierow, das Kloster Sonnenkamp in Neukloster, die Dorfkirche Hohen Viecheln und die Tourist-Information des Tourismusvereins Schweriner Seenland in Hohen Viecheln sowie die Schlösser Bothmer, Hasenwinkel und Wiligrad.

Anzeige

Empfänger bislang nicht informiert

Eine Umfrage ergab: Die auserwählten Empfänger wissen noch gar nichts von dem Projekt. „Ein Hotspot für unsere kleine Tourist-Information?“ fragt Brigitte Bullerjahn in Hohen Viecheln ungläubig und lacht. „Ja, das wäre toll. Dann könnte ich die Gäste viel besser bedienen.“ Der Tourismusverein Schweriner Seeland als Träger will in diesem Jahr ein System installieren, mit dessen Hilfe die Gäste sich ihre Tagesroute zusammenstellen und Tickets vorbuchen können. „Letztes Jahr haben wir einen Gast-Zugang fürs Internet eingerichtet, damit die Urlauber E-Mails schreiben und eigene abrufen können. Aber der ist sehr langsam“, erzählt Brigitte Bullerjahn. In der Saison begrüßt die ehrenamtlich Tätige 30 bis 50 Urlauber am Tag in der Tourist-Info.

Pastor Dirk Heske bestätigt den schwierigen Internet-Zugang in Hohen Viecheln. Touristen würden sich immer wieder darüber beschweren. „Ein Hotspot wäre sicher sehr hilfreich“, sagt er zu der Absicht des Landes, ein drahtloses lokales Netzwerk an der Dorfkirche zu installieren. Für die Folgekosten, wie Verbindungsgebühren und Wartung, werde die Kirchengemeinde wohl aufkommen können.

Verwirrung in Neukloster

Überrascht von der Nachricht ist auch Neuklosters Bürgermeister. „Wir haben uns für ein EU-Programm beworben, um kostenfreie Wlan-Hotspots anzubieten. Dann läuft das Projekt beim Land wohl parallel“, vermutet Frank Meier. Wo die Bedarfe in der Stadt am größten sind? „Es gibt drei Points, wo der Zulauf am größten ist: am Neumarkt mit Rathaus und Tourist-Information, das Kloster Sonnenkamp mit Kirche, Propstei und Jugendscheune und die Badeanstalt am Neuklostersee.“ Auf die Frage der Folgekosten nach der Hotspot-Installation reagiert der Bürgermeister verhalten. „Da muss man aufpassen, wenn die Anfangsinvestition geschenkt ist.“

Zierow hat zwei Hotspots

In Zierow versteht Rosemarie Czwikla nicht, warum die Wahl aufs Touristische Informations- und Gemeindezentrum fiel. „Wir haben zwei Hotspots“, sagt sie. „Hier im Hause steht den Gästen ein drahtloser Internetzugang kostenlos zur Verfügung. Ein weiterer Hotspot ist am Badestrand eingerichtet.“ Auch hier kann sich jedermann über das Wlan-Netzwerk „Ostseehotspot“ einloggen und unbegrenzt im weltweiten Netz surfen.

Was bedeutet Hotspot?

Ein Hotspot ist ein öffentlicher drahtloser Internetzugangspunkt. Seine Aufgabe besteht darin, Benutzern einen Internetzugang zu ermöglichen. Das erfolgt über Wlan, ein drahtloses lokales Netzwerk. Eine Verbindung ist dadurch mit einer Vielzahl von Geräten wie etwa Smartphones, Tablets und Laptops möglich.

Die Reichweite von Wlan-Hotspots beträgt in geschlossenen Räumen rund 15 bis 30 Meter und im Außenbereich bis zu 150 Meter.

Öffentliche Hotspots werden zur Verfügung gestellt, ohne Nutzungsentgelte zu verlangen.

Haike Werfel