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Wismar Kritik an Bundesverkehrsminister: Scheuer landet mit Hubschrauber auf Poel
Mecklenburg Wismar Kritik an Bundesverkehrsminister: Scheuer landet mit Hubschrauber auf Poel
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08:34 30.04.2019
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hält fotowirksam Rohre für den Glasfaserausbau auf der Insel Poel in die Kamera. Zuvor war er mit einem Hubschrauber auf der Insel gelandet und muss dafür nun Kritik einstecken. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Insel Poel

Andreas Scheuer (CSU) hält bei einem Pressetermin publikums- und fotowirksam bunte Kabelrohre für den groß angekündigten Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg in die Kameras. Für diesen Termin war der Bundesverkehrsminister extra aus Passau in Bayern auf die Ostseeinsel gereist – und zwar mit dem Hubschrauber. Und genau das schmeckt einigen nicht. Vor allem die SPD kritisiert die Landung in Strandnähe. Die Inselverwaltung wiederum reagiert darauf mit Unverständnis.

„Für die Anreise mit dem Hubschrauber mag es gute Gründe geben. Aber warum muss ausgerechnet ein Bundesverkehrsminister mit dem Hubschrauber mitten im Naturschutzgebiet landen?“, empört sich Aenne Möller, die am 26. Mai für die SPD in die Gemeindevertretung der Insel Poel gewählt werden möchte.

Minister kam für kurzen Termin von Bayern nach Poel

Gelandet war Scheuer am vergangenen Donnerstag in Timmendorf auf Poel, um beim symbolischen Spatenstich für den Breitbandausbau im Ostseekreis dabei zu sein. Timmendorf gehört zu den 14 Projektgebieten mit insgesamt 81 Gemeinden im Landkreis Nordwestmecklenburg, in denen die Bauarbeiten jetzt zeitversetzt beginnen. Damit soll flächendeckend Glasfaser bis zum Haus der Bürger verlegt werden. Das gesamte Vorhaben umfasst fast 6000 Kilometer Glasfaser-Leitungen und ein Investitionsvolumen von insgesamt 180 Millionen Euro. Der Bundeszuschuss für alle Teilprojekte beträgt 113 Millionen Euro.

Der Minister war extra für diesen Termin aus Passau gekommen. Gelandet ist er allerdings nicht im Naturschutzgebiet, wie es Sozialdemokratin Aenne Möller behauptet. Der Minister-Hubschrauber berührte lediglich auf dem Parkplatz in Timmendorf Inselboden. „Wir haben diesen dafür zuvor absperren lassen“, bestätigt Poels Bürgermeisterin Gabriele Richter.

Gesamte Insel ist Teil des Biotopverbundes Wismarbucht

Allerdings ist die gesamte Insel Teil des großräumigen Biotopverbundsystems Wismarbucht. Allein für die 36 Quadratkilometer große Insel sind mehr als 300 geschützte Biotope ausgewiesen.

Dass Gemeindevertretungskandidatin Aenne Möller sich nun darüber aufregt, ärgert die Verwaltungschefin. „Die SPD hat den Minister auf der Insel chauffiert und begrüßt. Dass sie nun hintenrum versuchen, dies zu kritisieren, ist ungehörig.“ Und Gabriele Richter stellt noch einmal klar: „Der Hubschrauber ist nicht im Naturschutzgebiet gelandet.“

Bundesminister Andreas Scheuer teilt bei Instagram Fotos vom Besuch auf Poel:

Zwei Naturschutzgebiete liegen direkt auf der Insel Poel

Davon gibt es zwar gleich zwei, die zur Insel gehören – das Gebiet Fauler See/Rustwerder und die vorgelagerte Vogelschutzinsel Langenwerder. Doch liegen die weit entfernt vom Landeplatz.

Die Insel Poel von oben: Zu ihr gehören zwei Naturschutzgebiete. Quelle: Ulrich Jahr

„Eine Genehmigung für die Landung hatten wir in der kurzen Zeit nicht eingeholt.“ Erst zwei Tage zuvor hätten sich die Piloten gemeldet, um abzusprechen, wo sie samt Minister landen könnten. Dennoch finde sie nichts Verwerfliches am Landeplatz. „Im Vordergrund sollte stehen, dass der Minister überhaupt zu uns gekommen ist – über Parteigrenzen hinweg. Seine Anwesenheit zeigt, wie wichtig das Projekt ist“, betont Gabriele Richter.

Laut SPD-geführtem Verkehrsministerium in Schwerin brauchte der Bundesminister auch gar keine Landgenehmigung – wenn der Transport durch die Bundespolizei vorgenommen wird. In Scheuers Fall war dies genau so.

Lokalpolitikerin fordert Aufklärung vom Verkehrsministerium

In ihrer Kritik zum Ministerbesuch formuliert Aenne Möller weiter: „Damit nicht morgen der nächste Minister oder Luxusurlauber auf die Idee kommt, mit dem Hubschrauber direkt am Strand zu landen, fordere ich Aufklärung über diese Verfahrensweise“. Sie hat sich nun damit direkt an das Bundesverkehrsministerium in Berlin gewandt. Eine Antwort stehe aber noch aus, wie die Sozialdemokratin der OZ berichtet.

Allerdings: Direkt am Strand war der Minister auch nicht gelandet. Der Parkplatz ist etwa einen halben Kilometer vom Strand in Timmendorf entfernt – Luftlinie.

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